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| Themen | Biographie, Literatur und Literaturwissenschaft |
|---|---|
| ISBN | 9783710605338 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 31.01.2022 |
| Größe | 24.5 x 19.5 cm |
| Verlag | Brandstätter Verlag |
| Herausgegeben von | Harald Schmidt |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Christian Brandstätter Verlag GmbH & Co KG Wickenburggasse 26 | AT-1080 Wien verantwortung@brandstaetterverlag.com |
Ob an Brandteigkrapfen gewürgt wird oder es um den Fettgehalt der Frittatensuppe geht, Thomas Bernhard ließ in fast allen seinen Werken die Menschen ausgiebig speisen und offenbarte dabei zerfleischende Zustände. Er selbst war ein regelmäßiger Besucher von Wirtshäusern und den Wiener Kaffeehäusern. Wie lohnenswert und inspirierend es ist, sich Thomas Bernhards Werk und seiner Persönlichkeit über den Esstisch hinweg anzunähern, zeigt Harald Schmidt mit diesem Buch. Auf einem Roadtrip quer durch Bernhards Lieblingsgasthäuser und zusammen mit vielen hochkarätigen Autoren und Wegbegleitern hat er sich auf die kulinarischen Spuren von Thomas Bernhard begeben – gemeinsam entfalten sie einen überraschenden und lustvollen Blick auf das Wesen und das Werk von Thomas Bernhard.
| Themen | Biographie, Literatur und Literaturwissenschaft |
|---|---|
| ISBN | 9783710605338 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 31.01.2022 |
| Größe | 24.5 x 19.5 cm |
| Verlag | Brandstätter Verlag |
| Herausgegeben von | Harald Schmidt |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Christian Brandstätter Verlag GmbH & Co KG Wickenburggasse 26 | AT-1080 Wien verantwortung@brandstaetterverlag.com |
Sebastian Fasthuber in FALTER 6/2022 vom 09.02.2022 (S. 30)
Bernhard geht immer. 2019 veröffentlichte André Heller zum 30. Todestag von Thomas Bernhard im Brandstätter Verlag ein Buch mit einem Rundgang durch dessen Vierkanthof in Ohlsdorf ("Hab und Gut"). Drei Jahre später fungiert Harald Schmidt als Herausgeber eines Buches, das sich Autor, Werk und Lebenswelt übers Essen nähert.
Das ist nur auf den ersten Blick überraschend. Bernhard war kein Genussmensch, er musste aufgrund seiner angeschlagenen Gesundheit Maß halten. Exzesse erlaubte er sich nur am Schreibtisch. Dann arbeitete er derart intensiv, dass kaum Zeit für die Nahrungsaufnahme blieb. In solchen Phasen ließ er sich von Bezugspersonen Würste an die Haustür hängen.
Und doch spielen Wirtshäuser, künstlerische Abendessen sowie der Akt des Essens in vielen Texten wichtige Rollen. Man erinnere sich nur an Gert Voss und die legendäre Brandteigkrapfen-Szene in "Ritter, Dene, Voss". Das Buch ist neben der hübschen Fotos vor allem wegen zwei sehr schöner, grundlegender Texte zu empfehlen. Der eine stammt von der Standard-Kulturredakteurin Margarete Affenzeller und behandelt das Essen in den Theaterstücken. Nahrung diente in diesen auch als Macht-und Folterinstrument. Ebenfalls erhellend sind die Ausführungen zu den "legendären Speisen bei Thomas Bernhard" und ihrer Geschichte von Gastrokritiker Alexander Rabl.
Weniger toll fällt das unvermeidbare Claus-Peymann-Interview aus, das Schmidt selbst geführt hat. Oder auch nicht: Er hält dessen Wortschwall kaum etwas entgegen, winkt die Bernhard-Erinnerungen des Regisseurs pflichtschuldig durch. Lebendiger wird Schmidt beim Streifzug durch die oberösterreichischen Landgasthäuser, deren einfach-herzliche Hausmannskost Thomas Bernhard am liebsten war. Den Gasthof Klinger in Gaspoltshofen und den Ohlsdorfer Kirchenwirt hat inzwischen die nächste Generation übernommen. Die Wirtsleute erkennen Bernhard-Jünger an der falschen Aussprache beim Bestellen jedoch bis heute: "[] sobald sie Fritaaahtensuppe sagen, kennst di aus."
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