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| ISBN | 9783710609039 |
|---|---|
| Erscheinungsdatum | 01.10.2025 |
| Genre | Sachbücher/Geschichte/Biographien, Autobiographien |
| Verlag | Brandstätter Verlag |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Christian Brandstätter Verlag GmbH & Co KG Wickenburggasse 26 | AT-1080 Wien verantwortung@brandstaetterverlag.com |
Gefürchtet, geächtet, gefeiert: Wanda Gertrude Kuchwalek, besser bekannt als die „Wilde Wanda“, war eine Ikone der Wiener Unterwelt. Ein Leben zwischen Macht und Ohnmacht, zwischen Exzess und Verzweiflung, zwischen Emanzipation und Abgrund – und eine Legende, die bis heute fasziniert.
In diesem Buch wird ihre Geschichte in einer bisher nie dagewesenen Tiefe erzählt. Wanda Kuchwalek, die sich als einzige Frau in der Männerdomäne der Zuhälterei behauptete, war nicht nur eine der gefährlichsten Persönlichkeiten ihrer Zeit, sondern auch eine provokative Rebellin gegen gesellschaftliche Konventionen. Die Namensgeberin der Popband Wanda verkörperte ein Leben, das gleichermaßen von anarchischer Selbstbestimmung wie von zerstörerischen Abhängigkeiten geprägt war.
Von ihrer Kindheit als Tochter einer Schlangentänzerin und Missbrauch in Heimen über ihren Aufstieg in der Unterwelt bis hin zu ihrem tiefen Fall: Auf Basis jahrelanger Recherche, akribischer Archivarbeit und intimer Gespräche mit Zeitzeugen enthüllt Clemens Marschall die Wahrheit hinter den Mythen. Das Psychogramm einer Frau, die aus allen Rollen fällt – und eine Einladung, über die Dynamiken von Macht, Verletzlichkeit und Rollenbilder nachzudenken.
„Es gibt Geschichte und Geschichte. Die eine kennen wir. Aber die andere, die wird seit Jahrzehnten hinter vorgehaltener Hand erzählt. Es ist die Legende der Wilden Wanda, die dabei am lautesten geflüstert wird. Clemens Marschall schreibt sie endlich auf. Und niemand könnte sie schöner und zugewandter erzählen: die Ballade der Pülcher und der Halbwelt, die in Wien stets Teil der Ganzen war. Ein sprachgewaltiges Echo aus einem Wien, das es so nicht mehr gibt. Oder doch? Hinter vorgehaltener Hand erzählt man sich von Orten, die vielleicht nur noch Clemens Marschall kennt.“ – David Schalko
| ISBN | 9783710609039 |
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| Erscheinungsdatum | 01.10.2025 |
| Genre | Sachbücher/Geschichte/Biographien, Autobiographien |
| Verlag | Brandstätter Verlag |
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Sebastian Fasthuber in FALTER 44/2025 vom 29.10.2025 (S. 28)
Sie gehört zu den mythischen Gestalten der Wiener Unterwelt. Wanda Kuchwalek (1947-2004), besser bekannt als Wilde Wanda, war in den 1970ern und 80ern die einzige Zuhälterin der Stadt. Sie drang in ein männliches Milieu ein und zeichnete sich durch besondere Brutalität aus.
Unehelich geboren als Tochter einer Schlangentänzerin und eines russischen Besatzungsoffiziers, lernte sie ihren Vater nie kennen. Sie wuchs zunächst in einem ausrangierten Zirkuswagen und später in sogenannten Besserungsanstalten auf, in denen schwarze Pädagogik praktiziert wurde. In diesen Jahren wurde sie gebrochen. Einerseits. Andererseits würde sie sich nie mehr etwas gefallen lassen.
Nüchtern soll Wanda einigermaßen umgänglich gewesen sein. Nur war sie ständig im Öl und warf sich zusätzlich Aufputschmittel ein. In dem Zustand konnte sie eine Kleinigkeit derart provozieren, dass sie komplett ausrastete. Oft traf es jenes Mädchen, das gerade ihre Lebensgefährtin war und gleichzeitig für sie auf den Strich ging. Wenn es Probleme gab, und das war häufig der Fall, zerschnitt Wanda diesen Frauen mit einer Rasierklinge das Gesicht.
Der Subkulturforscher Clemens Marschall erzählt in seinem Buch von einem Menschen zwischen Rausch und Gewalt. Eine wichtige Quelle waren Gerichtsreportagen, denn Wanda kam oft mit dem Gesetz in Konflikt und ihr langjähriger Strafverteidiger wurde zu einer Art "Lebensmensch" für sie. Der Autor konnte außerdem auf Erinnerungen Kuchwaleks zurückgreifen, die diese für eine Illustrierte verfasste. Und er fand in einstigen Kellnerinnen der Tschocherln, in denen sie zu verkehren pflegte, noch ein paar Zeitzeuginnen, die sich an manches erinnerten.
Marschall ist Chronist eines praktisch verschwundenen Wiens zwischen Grindbeisln, Prater-und Gürtelstrich. Bei aller Liebe zu diesem Milieu bietet ihm Wandas traurige Geschichte kaum Gelegenheit zur Glorifizierung. Mit Hansi Orsolics gesprochen: A potschertes Lebn.

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