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| Themen | Gesellschaft und Sozialwissenschaften |
|---|---|
| ISBN | 9783711000965 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 08.10.2016 |
| Größe | 21 x 14.5 cm |
| Verlag | ecoWing |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
Ausgerechnet das, was unser Leben in eintscheidenden Momenten stabilisiert, soll Gefahren beinhalten? Doch Vertrauensmissbrauch gilt zu Recht als Sakrileg, oft kann man nicht sagen, ob ein Vertrauensvorschuss gerechtfertigt ist. Wann man einen Neurowissenschaftler danach fragen würde, wo denn der Sitz dieses Gefühls ist, - er müsste passen. Um sich der Komplexität des Vertrauens anzunehmen, haben sich der Literaturwissenschaftler Jürgen Wertheimer und der Gehirnforscher Niels Birbaumer zusammengetan. Der eine schaut tief in den Fundus der Literaturgeschichte, der andere in unser Gehirn. Kann der Vertrauenscode vielleicht doch entschlüsselt werden?
| Themen | Gesellschaft und Sozialwissenschaften |
|---|---|
| ISBN | 9783711000965 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 08.10.2016 |
| Größe | 21 x 14.5 cm |
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Andreas Kremla in FALTER 9/2017 vom 01.03.2017 (S. 28)
Ohne Vertrauen geht gar nichts. Weder könnten wir Beziehungen beginnen, noch Geschäfte abschließen, und alle anderen Staatsformen als die Diktatur wären zum Scheitern verurteilt. Über so ein elementares Gefühl, möchte man meinen, sollte es mehrere Meter wissenschaftlicher und populärer Literatur geben. Irrtum! Bislang werden vor allem Teilaspekte beforscht, Publikationen zur Erklärung des vollen Vertrauens fehlen.
Zwei Vertreter höchst unterschiedlicher Disziplinen versuchen nun gemeinsam, den schlüpfrigen Fisch von zwei Seiten zu fassen: Der deutsche Literaturwissenschaftler und Hochschullehrer Jürgen Wertheimer findet in der Literatur eine „unendlich reiche Quelle zur Entschlüsselung des Vertrauenscodes“. Denn viele große Geschichten drehen sich, wenn man genauer hinsieht, nur um dieses: von Shakespeares Stücken über Liebe und Verrat über das vielfach betrogene Vertrauen in Tolstois „Anna Karenina“ bis zu den Heldentaten verschworener Freunde bei Erich Kästner oder J.K. Rowling.
Begleitet werden die Beispiele für Vertrauen und Misstrauen aus dem Kanon des Komparatisten von Erklärungen der ihnen zugrunde liegenden neuronalen und hormonellen Funktionen. Der Wiener Neuropsychologe Niels Birbaumer, der schon mehrfach als Wissenschaftsvermittler aufgezeigt hat (u.a. „Dein Gehirn weiß mehr, als du denkst“, 2015) versucht, das „riskante Gefühl“ aus dem Körperinneren heraus zu verstehen.
Gegenüber der literarischen Dramatik verblasst die nüchterne neurologische Realität manchmal ein wenig. Die schlüssigen Modelle, in denen Birbaumer unser emotionales Orchester bei der Aufführung des Stücks „Vertrauen“ darstellt, hätten noch ein wenig mehr Raum vertragen können. Was hier aber gelingt, ist die abwechslungsreiche Betrachtung eines grundlegenden und doch rätselhaften Phänomens.
Aus verschiedenen Blickwinkeln wird eine schöne Beispielsammlung aus Menschheits- und Literaturgeschichte präsentiert – inklusive Anregungen zum Nachlesen im Original.

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