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| Themen | Belletristik Allgemein, nicht nach Genre Allgemein und literarisch |
|---|---|
| ISBN | 9783711721662 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 25.02.2026 |
| Größe | 21 x 13.5 cm |
| Verlag | Picus Verlag |
| Sammlung | Romane für den Sommer |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Picus Verlag Friedrich-Schmidt-Platz 4/7 | AT-1080 Wien info@picus.at |
Wallys Familie funktioniert – meistens. Ihr Mann, ihre Tochter, das Haus, die Laufenten: Sie hat alles im Griff, bis: sie eines Tages zusammenbricht und sich im Krankenhaus wiederfindet. Alles, was davor geschah, bekommt so eine verschobene Bedeutung. Bei ihrer Tochter wurde ADHS diagnostiziert – aber wie ist es mit ihrer eigenen Unkonzentriertheit, der Unmöglichkeit, Begonnenes abzuschließen, ihrer Hyperaktivität? Ihren irrationalen Ängsten und kleinen Neurosen? Wallys Zusammenbruch und die fast zeitgleiche Überschwemmung ihres Hauses bilden gleichermaßen die Klimax einer Überforderung – und die Erlösung daraus. Wie sich das Leben mit Neurodivergenz anfühlt, verarbeitet Cornelia Travnicek eindrucksvoll zu einem literarisch raffinierten Roman, der einen immer wieder zum Schmunzeln bringt.
| Themen | Belletristik Allgemein, nicht nach Genre Allgemein und literarisch |
|---|---|
| ISBN | 9783711721662 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 25.02.2026 |
| Größe | 21 x 13.5 cm |
| Verlag | Picus Verlag |
| Sammlung | Romane für den Sommer |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Picus Verlag Friedrich-Schmidt-Platz 4/7 | AT-1080 Wien info@picus.at |

Sebastian Fasthuber in FALTER 25/2026 vom 17.06.2026 (S. 26)
Man soll ein Buch nicht nach dem Cover beurteilen. Auf den Roman von Cornelia Travnicek trifft diese alte Weisheit zu. Von außen betrachtet mutet er wie ein Jugendschmöker aus den 1980er-Jahren an, der in irgendeinem Regal wieder aufgetaucht ist. Die Retro-Optik führt in die Irre: Das Buch enthält eine ganz und gar zeitgenössische Geschichte für und über Eltern von heute.
"Ich erzähle von meinen Beinen" ist eine Tour durchs Gehirn der Mittvierzigerin Wally (eigentlich: Walburga). Sie rekapituliert als Ich-Erzählerin eine harte, intensive Phase in ihrem Leben. Diese setzt ein mit der ADHS-Diagnose bei ihrer Tochter - die gerade am Sprung ins Gymnasium ist -und endet mit einem Hochwasser. Dazwischen fliegt das Mädchen fast von der Schule, weil es seine Medikamente unter Mitschülern verteilt, und die Mama kriegt endlich auch ihren Befund: Belastungsstörung.
Die Leistung von Travnicek ist es, das Geschehen über weite Strecken angenehm in Schwebe zu halten. Das Buch weniger eine Krankengeschichte als vielmehr eine Erzählung vom ganz normalen Wahnsinn einer Familie, in der die Mutter am liebsten alles perfekt hätte.
Nur ist Wally ein extremer Fall. Sie erweist sich als Zerdenkerin, für die nichts selbstverständlich ist und deren Gedankenkarussell praktisch nie stillsteht. Der Roman schildert eindrücklich, wie sehr sie selbst und in weiterer Folge auch ihre Umgebung darunter leidet.
Eine bedrückende Lektüre? Keineswegs. "Ich erzähle von meinen Beinen" liest sich mit seinen Plot-Twists flott, und wenn es manchmal gar düster wird, dann sorgt gut dosierte Komik für ein wenig Erleichterung.
Sprachlich ist der Roman in einem locker-flockigen Ton gehalten. Interessanter sind die typografischen Experimente: Manche Seiten enthalten nur einen Satz, andere lehnen sich visuell an Gedichte an. Der Weißraum wirkt entspannend. Jedes Gehirn muss einmal abschalten.

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