Die Kunst des Widerstands

Von Marx bis Kafka, von Orwell bis Butler
150 Seiten, Hardcover
€ 22,00
-
+
Lieferung in 2-5 Werktagen

Bitte haben Sie einen Moment Geduld, wir legen Ihr Produkt in den Warenkorb.

Mehr Informationen
ISBN 9783711721686
Erscheinungsdatum 11.03.2026
Genre Belletristik/Essays, Feuilleton, Literaturkritik, Interviews
Verlag Picus Verlag
LieferzeitLieferung in 2-5 Werktagen
HerstellerangabenAnzeigen
Picus Verlag
Friedrich-Schmidt-Platz 4/7 | AT-1080 Wien
info@picus.at
Unsere Prinzipien
  • ✔ kostenlose Lieferung innerhalb Österreichs ab € 35,–
  • ✔ über 1,5 Mio. Bücher, DVDs & CDs im Angebot
  • ✔ alle FALTER-Produkte und Abos, nur hier!
  • ✔ hohe Sicherheit durch SSL-Verschlüsselung (RSA 4096 bit)
  • ✔ keine Weitergabe personenbezogener Daten an Dritte
  • ✔ als 100% österreichisches Unternehmen liefern wir innerhalb Österreichs mit der Österreichischen Post
Kurzbeschreibung des Verlags

Angesichts einer Welt, die in Tyrannei und neuem Autoritarismus zu versinken droht, heißt die Kunst der Stunde Widerstand. Dabei gilt es, der Versuchung zu trotzen, eine komplexe Welt in lächerliche Eindeutigkeiten aufzulösen, und die Falle übergroßer Gemäßigtheit zu vermeiden.
Radikal in Ambition, vernünftig in Stil und Ton, gewinnend und den Menschen zugewandt – diese Richtschnur zieht sich wie ein roter Faden durch die preisgekrönten Essays von Robert Misik.
Mit Verve setzt sich der Autor zwischen alle Stühle. Misik stemmt sich gegen die »Zerstörung der Vernunft« durch den neuen Faschismus und nimmt zugleich manche Verrücktheiten der heutigen Linken aufs Korn. Die politischen Verwüstungen unserer Zeit beschreibt er mit kulturellem Tiefgang, so wie er die politische Radikalität von Künstlern wie Annie Ernaux, Franz Kafka, Pier Paolo Pasolini oder George Orwell für unsere Zeit freilegt.

Mehr Informationen
ISBN 9783711721686
Erscheinungsdatum 11.03.2026
Genre Belletristik/Essays, Feuilleton, Literaturkritik, Interviews
Verlag Picus Verlag
LieferzeitLieferung in 2-5 Werktagen
HerstellerangabenAnzeigen
Picus Verlag
Friedrich-Schmidt-Platz 4/7 | AT-1080 Wien
info@picus.at
Unsere Prinzipien
  • ✔ kostenlose Lieferung innerhalb Österreichs ab € 35,–
  • ✔ über 1,5 Mio. Bücher, DVDs & CDs im Angebot
  • ✔ alle FALTER-Produkte und Abos, nur hier!
  • ✔ hohe Sicherheit durch SSL-Verschlüsselung (RSA 4096 bit)
  • ✔ keine Weitergabe personenbezogener Daten an Dritte
  • ✔ als 100% österreichisches Unternehmen liefern wir innerhalb Österreichs mit der Österreichischen Post
FALTER-Rezension

Wider das Schwarz-Weiß-Malen

Julia Kospach in FALTER 12/2026 vom 18.03.2026 (S. 29)

rima vista führt der Titel von Robert Misiks neuem Essayband „Die Kunst des Widerstands“ womöglich auf eine falsche Fährte. Es ist ein immanent politisches Buch, doch es geht hier nicht um politische Widerstandsbewegungen im klassischen Wortsinn, sondern vor allem um Wider- und Eigenständigkeit des Denkens und wie diese zu erlangen und zu kultivieren wären. Zumal unter den Vorzeichen der zunehmend fragmentierten, polarisierten, in Freund- und Feind-Bubbles gespaltenen Gegenwart und des globalen Erstarkens von autoritärem Rechtsextremismus und Anti-Pluralismus.

Es dauert ein bisschen, doch bald kristallisieren sich in den acht Essays einige Themen heraus, um die die Gedanken des Wiener Kultur- und Politikpublizisten fieberhaft kreisen, und man versteht: Hier ringt ein linker Intellektueller mit Kernfragen von Kapitalismus, (Sozial-)Demokratie, Meinungsfreiheit, sozialer Gerechtigkeit und Humanismus. Er wendet sich radikal gegen die „Zerstörung der Vernunft“ im öffentlichen Diskurs, fahndet – jederzeit kritikbereit – bei politischen Theoretikern wie Karl Marx nach Deutungen von Macht- und Arbeitsprozessen, denkt ausführlich über die Krise der Demokratie nach und porträtiert schließlich große Widerständige der Kunst. Darunter Autoren wie den rätselhaften Franz Kafka, den „idealen Autor für das wirre Heute“. Oder George Orwell, für Misik der abseits aller Gruppenpfade wandelnde „Großmeister der Wahrhaftigkeit“, oder auch den italienischen Filmregisseur und Dichter Pier Paolo Pasolini, dessen Zerrissenheit als gleichzeitiger Revolutionär, Radikaler und Konservativer sich Robert Misik als „eine Art Vorgefühl, auch ein Vorzeichen auf heutige linke Debatten und Dilemmata“ darstellt.

Unübersehbar locken Misik widersprüchliche Charaktere. An ihnen lässt sich bestens verdeutlichen, wie viel scheinbar Unvereinbares sich in einem Menschen zusammenfinden kann. Es überrascht auch nicht, dass für Misik die Tragödie der zuletzt wegen ihrer radikal einseitigen Haltung im Israel-Palästina-Konflikt viel kritisierten Starphilosophin und Queer-Ikone Judith Butler darin liegt, dass „eine Denkerin, die ihr ganzes Leben lang starre Dichotomien auflöste, […] am Ende wieder bei Schwarz-Weiß und einem alles versimpelnden Freund-Feind-Weltbild landet“.

Anregungen zum differenzierten Nachdenken über komplexe Themen: So könnte man die Texte von Robert Misik nennen. Einer der Vorzüge seines Denkens ist die Bereitschaft, die eigenen deutlich formulierten Meinungen zu hinterfragen. Apodiktisches liegt ihm ebenso fern wie Erbarmungslosigkeit im Urteil. So banal es klingt: Die Dinge des Politischen sind kompliziert, und sie bis zur Unkenntlichkeit zu simplifizieren ist keine Lösung.

Sein Blick sieht die Dinge als vielschichtig. Interessen verschiedener Gruppen stünden eben per definitionem oft im Widerstreit miteinander. Just darum argumentiert er so feurig für geduldiges Ausverhandeln von Kompromissen.

weiterlesen