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| Themen | Belletristik Allgemein, nicht nach Genre Allgemein und literarisch |
|---|---|
| ISBN | 9783711721723 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 26.08.2026 |
| Größe | 21 x 13.5 cm |
| Verlag | Picus Verlag |
| Sammlung | Literatur aus Österreich |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Picus Verlag Friedrich-Schmidt-Platz 4/7 | AT-1080 Wien info@picus.at |
Ob Alpen oder Himalaya: Wenn die Berge rufen, folgt man. Nicht jeder, aber Arthur. Auch als er nach einer Nahtoderfahrung im Toten Gebirge den Drang verspürt, es mit dem höchsten Berg der Welt aufzunehmen. Zwischen Alltagsbeobachtungen, Popkultur, Liebesgeschichte und Tourismuskritik erzählt Dominika Meindl kurzweilig und mitreißend von Menschen und ihren Beziehungsgeflechten, über die Berge und den extremen Übertourismus.
| Themen | Belletristik Allgemein, nicht nach Genre Allgemein und literarisch |
|---|---|
| ISBN | 9783711721723 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 26.08.2026 |
| Größe | 21 x 13.5 cm |
| Verlag | Picus Verlag |
| Sammlung | Literatur aus Österreich |
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| Herstellerangaben | Anzeigen Picus Verlag Friedrich-Schmidt-Platz 4/7 | AT-1080 Wien info@picus.at |
Sara Schausberger in FALTER 41/2026 vom 07.10.2026 (S. 8)
In den Bergen ist der Tod immer nah. Dennoch treibt es die Massen auf die Gipfel. Eine Nahtoderfahrung erlebt auch Arthur in Dominika Meindls Roman, als er im Toten Gebirge stürzt und sich das Knie ruiniert. Da liegt er also, unfähig, sich zu bewegen. Erst fürchtet er den Zorn der Bergretter, nur um dann festzustellen, dass sein Handy sowieso keinerlei Empfang hat und nicht einmal der Notruf durchkommt.
Der Unfall dient dem Icherzähler in „Mehr Himmel als gut für uns ist“ als Ausgangspunkt, sich an sein bisheriges Leben zu erinnern. In schnörkellosem Ton und dennoch mit einer gewissen Melancholie denkt er an die Zeit des Erwachsenwerdens zurück. Arthur erzählt vom Onkel, der ihn einst als Kind mitsamt seiner schwierigen Mutter bei sich aufgenommen hat.
Später vererbt dieser ihm sein desolates Haus. „Meine Kindheit habe ich als nicht übermäßig unglücklich in Erinnerung“, heißt es an einer Stelle lakonisch. „Heute weiß ich aber, dass man Kleinkinder nicht an das Tischbein bindet, wenn man sich das Geld für einen Laufstall sparen möchte.“
Außerdem geht es um Arthurs Liebesbeziehungen, seine Arbeit in der Förderstelle für Literaturstipendien und seine immer größere Leidenschaft fürs Bergsteigen: „Es dämmerte mir, dass ich es genoss, dort für eine Weile verschwinden zu können. [...] Dem Karst war ich egal, und das entspannte mich.“
Meindl ist eine exzellente Erzählerin: Anhand von Arthurs Lebensgeschichte nimmt die oberösterreichische Autorin pointiert den Massentourismus, den Gipfelwahn, das Leben auf dem Land, das Verschwinden der Gletscher, Vaterschaft und die Literatur selbst in den Blick. Dabei biegt die Handlung oft in unvorhersehbare Richtungen ab, was einen eigenen Witz erzeugt.
Etwa wenn Meindl, die als Kritikerin und Literaturveranstalterin arbeitet, mit ihrer eigenen Autorinnenschaft spielt und sie Arthur ihren Debütroman „Selbe Stadt, anderer Planet“ über das Phänomen Hallstatt andichtet: „Die meiste fiktionale Energie hat er in die Erfindung der Autorin gesteckt. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis sein Schwindel aufflog, bis klar war, dass es keine reale Person namens ,Dominika Meindl‘ gibt.“
Im weiteren Verlauf wechselt die Erzählerinnenstimme. Nachdem Arthur bei seiner Tour auf den Mount Everest verstorben ist, schreibt Ex-Freundin Johanna seine Geschichte zu Ende. Die Ärztin aus Hallstatt kommt auch schon in „Selbe Stadt, anderer Planet“ vor. Für die Lektüre von „Mehr Himmel als gut für uns ist“ muss man Meindls erstes Buch aber nicht gelesen haben.
Johanna versucht zu ergründen, warum Arthur auf den Berg aller Berge steigen wollte und dort endete wie „die furchtbaren Puppen vor den Häusern der Geburtstagskinder, die mir nach ein paar Wochen in der Witterung immer vorkommen wie die ungeborgenen Leichname auf dem Everest“.
War es seine Midlife-Crisis, die er mit einer alpinistischen Heldentat überwinden wollte „statt einfach zu einer guten Therapeutin zu gehen“? Dabei sah Arthur seine Expedition durchaus selbstkritisch: „Und auch ich werfe meine ganzen Ersparnisse zum Fenster hinaus, für sechs Wochen in Nepal, wo ich mit labiler Verdauung, Kopfweh, verbrannter Nase und stolperndem Atem am Rand einer Moräne auf gutes Wetter lauere. [...] Ich stecke nicht im Overtourism, ich bin der Overtourism.“
Die Tagebuch-Passagen von Arthurs Mount-Everest-Aufstieg gehören, obwohl sie gut recherchiert und witzig formuliert sind, zu den schwächeren Stellen im Buch. Er kommt darin etwas gar reflektiert rüber.
Trotzdem bleibt „Mehr Himmel als gut für uns ist“ ein großartiger Roman, der nebenbei auch noch von der Tragik des Klimawandels erzählt, etwa wenn Arthur über das gute Wetter im Himalaya-Gebirge schreibt: „Bis jetzt war es fast jeden Tag wolkenlos. Was uns freut, ist nicht normal.“
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