Die Nulllinie

Roman aus dem Krieg | "Twardoch ist ein großer Erzähler." Florian Illies
254 Seiten, Hardcover
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Themen Geschichte und Archäologie Geschichte Besondere Ereignisse und Themen Gewalt, Intoleranz und Verfolgung in der Geschichte
ISBN 9783737102094
Sprache Deutsch
Erscheinungsdatum 15.04.2025
Größe 204 x 129 mm
Verlag Rowohlt Berlin
Übersetzung Olaf Kühl
Sammlung Besser lesen mit dem FALTER - Die Bücher zum Podcast Folge 101-150
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HerstellerangabenAnzeigen
Rowohlt Berlin Verlag GmbH
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Kurzbeschreibung des Verlags

Nominiert für den SPIEGEL Buchpreis 2025Als einer von wenigen westlichen Autoren fuhr Szczepan Twardoch immer wieder an die Front in der Ukraine. Er brachte Material, war unterwegs mit Soldaten, sah die Schrecken des Krieges, war in Gefahr. Seine Erfahrungen hat er zu einem Roman verdichtet, der den Geist der Bücher von Remarque, Jünger oder Hemingway atmet.Kö geht in den Krieg. Er meldet sich freiwillig zur ukrainischen Armee und erlebt bald die Wirklichkeit, den Kontrast vom reichen Kyjiw zum desolaten Donbass, die Kluft zwischen offiziellen Bildern und den wahren Zuständen der Armee mit Gleichgültigkeit, Vetternwirtschaft. An vorderster Front, der Nulllinie, in einem vom Dnipro abgeschnittenen Flecken Erde, suchen er und seine Gefährten nach dem Sinn, dem Licht, zwischen Drohnen, Verletzten und dem Tod. Hier, an der Nulllinie, bekommen Brüderlichkeit und Mut eine neue Bedeutung, Vernunft weicht der Intuition, Aberglaube dem Wissen. Es gibt Freiwillige und solche, die nie kämpfen wollten, und als einzige Verbindung zur alten Welt das Internet über Starlink. Kö denkt an seinen Großvater, der im Weltkrieg kämpfte, sucht auch bei seiner Geliebten Zuja der Verzweiflung zu entfliehen - und ahnt immer mehr, dass dieser Krieg für ihn nie enden wird.Der Kampf ist ein Lebensthema im Werk Szczepan Twardochs. Hier erzählt er den gegenwärtigen Krieg in Europa mit bestechender Authentizität wie mit epischer Wucht, blickt, mit Thukydides, in ein 21. Jahrhundert im Zeichen des Krieges. Eine existenzielle Reflexion über Gewalt, Mut, Freiheit und das Menschsein.

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Themen Geschichte und Archäologie Geschichte Besondere Ereignisse und Themen Gewalt, Intoleranz und Verfolgung in der Geschichte
ISBN 9783737102094
Sprache Deutsch
Erscheinungsdatum 15.04.2025
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Verlag Rowohlt Berlin
Übersetzung Olaf Kühl
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FALTER-Rezension

Twardoch über die Ukraine: Wer den Krieg hasst, kämpft

Stefanie Panzenböck in FALTER 26/2025 vom 25.06.2025 (S. 28)

Der erste Satz gibt den Ton an. "'Nam pisdá, wir sind am Arsch'", sagt Ratte. Ratte, ein ukrainischer Soldat im Krieg gegen Russland, sitzt gemeinsam mit seinem polnischen Kameraden Koń, der sich freiwillig gemeldet hat, im Schützengraben. Auf der "schlechten Seite des Flusses", des Dnipro.

Eine Drohne bringt ihnen Essen und Wasser. Das bedeutet, dass es keine Möglichkeit mehr gibt, den Fluss mit dem Boot zu überqueren und damit zurück auf die "gute Seite" zu kommen.

Die Rahmenhandlung des Romans "Die Nulllinie" ist in und zwischen den Unterständen einer kleinen Gruppe von Soldaten angesiedelt. Ausgehend von der Enge und Kälte dieses gefährlichen Ortes schreibt Szczepan Twardoch eine große Geschichte des Krieges. Groß ist sie nicht deshalb, weil sie von Helden und einer gerechten Sache erzählt, was sie nicht tut, sondern weil sie vom alltäglichen Grauen der Freiwilligen und Rekruten berichtet. Vom Schmutz und vom Hunger, vom Töten und Verwundetsein, von Kriegsgefangenschaft und Folter. Die Sprache ist roh und brutal.
Twardoch stützt sich in seinem Roman auf eigene Recherchen. Er fuhr immer wieder an die Front und lieferte Material an die ukrainische Armee. In "Nulllinie" betont er, wie sehr die Soldatinnen und Soldaten auf Spenden angewiesen sind. Twardoch nennt es "Fundraising-Krieg".

Eine Art innere Stimme des Protagonisten Koń führt durch den Krieg, der hier viele Gesichter bekommt. Wer kämpft und warum? Końs Motiv wird nur langsam erkennbar, die Spannung hält bis zum Schluss.

Der Schlüsselsatz im Buch bezieht sich auf eine Frau, die in russischer Gefangenschaft gefoltert wurde. "Zuja hasste den Krieg und verachtete deshalb Männer, die nicht kämpften", heißt es. Denn wenn Unrecht geschieht, müsse man sich einmischen. Eine Grundaussage dieses Buches, mit dem Twardoch einen der wichtigsten Romane zur Zeit geschrieben hat.

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