Im Paradies

"So hintersinnig, so stark kann Literatur sein." – Der Spiegel über Dorota Masłowska
160 Seiten, Hardcover
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ISBN 9783737102353
Erscheinungsdatum 27.01.2026
Genre Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)
Verlag Rowohlt Berlin
Übersetzung Olaf Kühl
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HerstellerangabenAnzeigen
Rowohlt Berlin Verlag GmbH
Kreuzbergstraße 30 | DE-10965 Berlin
produktsicherheit@rowohlt.de
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Kurzbeschreibung des Verlags



Die Welt, in der wir leben, verändert sich rasend – gleichzeitig driften die Realitäten innerhalb einer Gesellschaft auseinander, nicht mal der einzelne Mensch lebt noch in einer kohärenten Welt. Mit Scharfzüngigkeit, aber auch viel Mitgefühl fängt Dorota Masłowska genau dies ein, wahnsinnig witzig und gleichzeitig todernst. Ihre Figuren – ein Macho-

Banker auf Aufreißtour, ein Werbefilmer im Koksrausch, ein angelnder Junge und eine Schwimmerin in Seenot, zwischen denen eine magische Verbindung entsteht, eine Frau, die in einem schäbigen Hotel in totaler Selbstentblößung zu sich findet – leben in einer Welt voller Schein und Einsamkeit, und doch werden sie im «Paradies» zu tiefen Charakteren.


Niemand beschreibt die Gegenwart so wie Dorota Masłowska: Alles ist ganz nah und zugleich unerreichbar und zersplittert. Auf einzigartige Weise spürt sie kulturellen Mustern und Klischees nach, die eine künstliche Welt erschaffen. Und zeigt diese Welt mit ihrer Sprache, erst schmerzhaft, dann tröstend erkenntnisreich. Sensationelle Prosa, mit großem literarischen Gespür und voller meisterlicher Beobachtungsgabe.


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ISBN 9783737102353
Erscheinungsdatum 27.01.2026
Genre Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)
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FALTER-Rezension

Untergang auf Polnisch: Schönheit im ärgsten Dreck

Sebastian Fasthuber in FALTER 7/2026 vom 11.02.2026 (S. 29)

Dorota Masłowska war mit ihrem Debüt "Schneeweiß und Russenrot" 2004 das Popliteratur-Phänomen aus Polen. Verpackt in eine Coming-of-Age-Story, erzählte der Roman von der Perspektivlosigkeit und Hässlichkeit des Lebens in dem postkommunistischen Land.

Selbstverständlich wurde die Autorin, die gerade die Schule abgeschlossen hatte, zu Hause als Nestbeschmutzerin gegeißelt. Diese Stimmen arbeitete sie in ihr zweites Buch ein, den literarischen Rap "Die Reiherkönigin":"Mit Prosa hat das gar nichts zu tun, das sind einfach nur viele hässliche und vulgäre Wörter, die Polen im Westen im schlechtesten Licht präsentieren."

Inzwischen hat es Masłowska im Vulgären zur Virtuosin gebracht. Ihr jüngstes Buch "Im Paradies" ist eine auf 160 Seiten verdichtete Sezierung der polnischen Gesellschaft zwischen Turbokapitalismus und Armut, Naturbackstuben und Billig-Wodka, die sich niederschmetternd liest -und großen Spaß macht.
Masłowska wühlt im Dreck, schildert die Härten des täglichen Lebens und die kaputten Beziehungen ihrer Figuren. Ihre Beobachtungs-und fantasievolle Formulierungskunst verleihen den tristen Verhältnissen gleichzeitig einen seltsamen Glanz. Das ist Literatur, in der Sprache und Sound noch im Mittelpunkt stehen. Auch Übersetzer Olaf Kühl leistet großartige Arbeit.

"Im Paradies" wird zwar als Roman verkauft, ist de facto jedoch eine Sammlung von Kurzgeschichten. Die Lebensläufe der Gym-Betreiberin und des alternden Barmanns, der in stiller Verzweiflung verheirateten Mittelständlerin ("Generell bin ich glücklich ..., vielleicht sieht man das nicht") und des Serienkopulierers, der sich selbst als Feminist bezeichnet, berühren sich an einigen Stellen.

Sie alle, ob nun neureich und auf Koks oder aus Kostengründen wieder bei den Eltern wohnhaft, sitzen im selben Boot. Es steuert munter auf eine Katastrophe zu. So einfallsreich beschrieben lassen wir uns den Untergang gern gefallen.

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