Am laufenden Band

Aufzeichnungen aus der Fabrik
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Kurzbeschreibung des Verlags:

Arbeiterpoetik und Tagebuchaufzeichnungen verbinden sich in diesem ungewöhnlichen Roman zu einem solidarischen und zärtlichen Manifest.
»Am laufenden Band« ist die Geschichte eines jungen Mannes, der als Zeitarbeiter in Fischfabriken und Schlachthöfen in der Bretagne arbeitet. In einer einfachen und einfühlsamen Sprache erzählt Joseph Ponthus mit viel Humor von seinem Arbeitsalltag. Er berichtet von Monotonie und Schichtarbeit, von Kälte und Gestank, von körperlicher Erschöpfung und dem allgegenwärtigen Tod von Tieren, aber auch von der Solidarität der Arbeiterschaft und der »paradoxen Schönheit« der Hallen. Während er am Fließband steht und gegen Tonnen von Wellhornschnecken kämpft, erinnert er sich an die Musikerinnen und Schriftsteller, die ihn prägten. Dank Dumas wird er wieder Musketier, mit Apollinaire ist er Lous Liebhaber, mit Marx kämpft er gegen die Auswüchse des Kapitalismus.
»Am laufenden Band« ist sowohl Versroman als auch soziologische Studie über die Mechanismen der Fabrikarbeit und die moderne Sklaverei in der Lebensmittelindustrie. Es vereint die Stimme des Arbeiters mit der des Intellektuellen – eine Liebeserklärung an die Kunst und eine zutiefst menschliche Hommage an die Arbeiterklasse.

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FALTER-Rezension

Joseph Ponthus hat ein Epos über das Leben in der Fabrik geschrieben. Mangels eines einschlägigen Jobs verdingt sich der Sozialarbeiter in der französischen Lebensmittelproduktion. Er muss Garnelen sortieren, Schweinehälften verladen und den Schlachthof putzen: "Ich komme mit meinem Schlauch / Alles ist rot vom Blut und weiß vom Fett". Ohne Schnörkel liest man hier, was der Arbeiter sieht - und was der Autor denkt. Das ist ehrlich, das ist echt, das hat Rhythmus. Charles Bukowski lässt grüßen.

Ponthus ist 2021 an Krebs verstorben. Das französische Original erschien noch zu seinen Lebzeiten. Die deutsche Übersetzung des bildreichen, dichten Textes wird getragen von einem außergewöhnlichen Klang. Ponthus hinterlässt ein einzigartiges lyrisches Sachbuch: In klaren Sätzen von schlichter Schönheit schafft er ein Gedicht über eine Welt, von der viele denken, dass es sie "bei uns" nicht mehr gäbe.

Andreas Kremla in Falter 51-52/2021 vom 24.12.2021 (S. )

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783751800433
Ausgabe 1. Auflage
Erscheinungsdatum 02.09.2021
Umfang 239 Seiten
Genre Belletristik/Lyrik
Format Hardcover
Verlag Matthes & Seitz Berlin
Übersetzung Mira Lina Simon, Claudia Hamm
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