Tauben

Ein Portrait
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Kurzbeschreibung des Verlags:

» Wo es Stadt gibt, da gibt es auch Stadttauben. Und wo es Stadttauben gibt, da gibt es auch Widerstand.« Fahim Amir
Die Taube ist nicht nur das älteste, sondern auch das umstrittenste Haustier der Menschheit: als Heilsbringerin und Symbol des Heiligen Geistes verehrt, als Fassadenbeschmutzerin bekämpft, zum Champion im Fernflug herangezüchtet und als angebliche Plage vergiftet. Man braucht schon das Heimfindevermögen militärisch ausgebildeter Brieftauben, um in diesem Dickicht von Widersprüchen nicht die Orientierung zu verlieren – oder auch das Know-how des Taubenpaars, das für Aschenputtel selbstlos die guten Linsen ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen sortierte. Tatsächlich dürfte es die Kropfmilch sein, mit der sowohl Täubin als auch Tauber ihren Nachwuchs versorgen, die es den verwilderten Nachfahren domestizierter Tauben erlaubt, in den zugigen Nischen von Hochhäusern zu brüten und mit ihrer erstaunlichen Masse, ihrer Sichtbarkeit und ihrer zupickenden Art die alte Frage »Wem gehört die Stadt?« lautstark gurrend zu beantworten. Karin Schneider verfolgt den Sturzflug von der himmlischen Friedensbotin, deren Nachkommen als Ratten der Lüfte gebrandmarkt den Müll der Metropolen durchstöbern, mit Scharfsinn und Empathie für die urbanen Außenseiter.

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FALTER-Rezension

Das mit den Ratten der Lüfte stammt von Woody Allen, und Karin Schneider unternimmt alles, um diesem Ressentiment gegenüber Tauben die Grundlage zu entziehen. Bei näherer Betrachtung entpuppen sich alle Vorurteile – Tauben übertrügen zahlreiche Krankheiten, schissen unsere Kulturdenkmäler kaputt und seien überhaupt dumm wie Brot – als Mythen. Wahr ist vielmehr, dass Tauben liebevolle Partner und Eltern, ausgesprochen fix in der Birne sowie top in Orientierung und Brustkrebsdiagnose sind. Okay, Architekturpreis für Nestbau gibt’s keinen, aber: Man kann nicht alles haben.

Die studierte Ethnologin und Religionswissenschaftlerin widmet sich in ihrem kurzweiligen und dichten Buch vor allem der Beziehung Mensch und Taube, die von Höhen und Tiefen gekennzeichnet ist. Auf der einen Seite der Heilige Geist, auf der anderen die Wandertaube, deren letztes freilebendes Exemplar am 24. März 1900 vom Himmel geschossen wurde.

Klaus Nüchtern in Falter 22/2021 vom 04.06.2021 (S. 36)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ReiheNaturkunden
ISBN 9783751802048
Ausgabe 1. Auflage
Erscheinungsdatum 01.04.2021
Genre Ratgeber/Natur/Naturführer
Format Hardcover
Verlag Matthes & Seitz Berlin
Illustrationen Falk Nordmann
Herausgegeben von Judith Schalansky
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