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| Reihe | Naturkunden |
|---|---|
| ISBN | 9783751802109 |
| Erscheinungsdatum | 28.10.2021 |
| Genre | Ratgeber/Natur/Naturführer |
| Verlag | Matthes & Seitz Berlin |
| Illustrationen | Falk Nordmann |
| Herausgegeben von | Judith Schalansky |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen MSB Matthes & Seitz Berlin Verlagsgesellschaft mbH info@matthes-seitz-berlin.de |
Alles an diesem Tier scheint ein Statement zu sein: Es verbringt die meiste Zeit seines Lebens hängend in Bäumen, ist mit seinem von grünlichen Algen bewohnten Fell im Blätterwald kaum auszumachen und führt alles Lebensnotwendige so langsam aus, dass es im Menschen immer wieder krasse Ablehnung provoziert hat. Faul sei es, behauptet sein Name in etlichen europäischen Sprachen, »hässlich«, urteilt Hegel, »mangelhaft« Buffon. Wie kaum ein anderes Tier der sogenannten Neuen Welt bringt es Kategorien durcheinander und scheint darüber – mit durchaus menschenähnlichem Antlitz – fortwährend zu lächeln. Erst die Gegenwart findet im Faultier das Sinnbild für ein entschleunigtes Leben und für Kapitalismuskritik.
Tobias Keiling und Heidi Łucja Liedke folgen dem furiosen Einfluss des trägen Tiers auf die europäische Moralphilosophie, Natur- und Kulturgeschichte – von der Zeit der ersten Erwähnungen im 16. Jahrhundert über die Megatherium-Mode des 19. Jahrhunderts bis hin zu weit in die Gegenwart reichenden Verästelungen, aus denen uns das Faultier vermeintlich verschlafen anblickt: Es ist an uns, genau hinzuschauen.
| Reihe | Naturkunden |
|---|---|
| ISBN | 9783751802109 |
| Erscheinungsdatum | 28.10.2021 |
| Genre | Ratgeber/Natur/Naturführer |
| Verlag | Matthes & Seitz Berlin |
| Illustrationen | Falk Nordmann |
| Herausgegeben von | Judith Schalansky |
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Gerlinde Pölsler in FALTER 49/2022 vom 07.12.2022 (S. 30)
Es verschläft bis zu 20 Stunden des Tages, produziert nichts und konsumiert fast nichts. Dank sparsamster Hygienetätigkeit (gelegentliche Dusche im Regenschauer) wachsen Algen im Fell des Faultiers. Eine Provokation, fanden die Europäer bei ihrer Erstbegegnung, galt doch die Trägheit als schwerere Sünde als die Gier. Zeichnungen aus mehreren Jahrhunderten ergänzen die Kulturgeschichte des Bauchscheitelträgers, der unsere geschäftige Gesellschaft noch heute herausfordert.

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