Freiheit und Finsternis

Wie die »Dialektik der Aufklärung« zum Jahrhundertbuch wurde
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Kurzbeschreibung des Verlags:


Ein grandios erzähltes Kapitel der Ideengeschichte

Hannah Arendt und Charlie Chaplin, Thomas Mann und Walter Benjamin, Bertolt Brecht und Arnold Schönberg - sie alle hatten, auf ihre je eigene Weise, Anteil an der Entstehung eines Meisterwerks der Philosophie: Die »Dialektik der Aufklärung«. Martin Mittelmeier erzählt dieses faszinierende Kapitel der Geistesgeschichte und zeigt, wie aktuell die in diesem Buch beschriebenen Themen sind. Dass nämlich eine scheinbar aufgeklärte Menschheit in Populismus, gar Barbarei zurückfällt und wie ein Epochenbruch Rassismus und Antisemitismus auferstehen lässt - all das haben schon Adorno und Horkheimer in ihrem Werk zum Gegenstand gemacht. Atmosphärisch dicht und äußerst unterhaltsam beschreibt Martin Mittelmeier die Entstehung und die Nachwirkung dieses Jahrhundertbuches und lässt diese einzigartige Geisteskolonie unter kalifornischen Palmen wieder lebendig werden.

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FALTER-Rezension

Rettung aus dem "Grand Hotel Abgrund"?

Der Literaturwissenschaftler Martin Mittelmeier entwarf schon in "Adorno in Neapel" eine reizvolle Skizze, in der er ästhetische Einflüsse der Umwelt auf den großen Denker der Frankfurter Schule umriss. Nun vertieft er diesen biografischen Ansatz und bereichert ihn durch wissenschaftssoziologische Aspekte.

Kalifornien in den 1940ern: In einer Atmosphäre, die mit Lukács höhnisch als "Grand Hotel Abgrund" bezeichnet werden könnte, entsteht eines der wichtigsten Fragmente der jüngeren Philosophiegeschichte, die "Dialektik der Aufklärung" von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno. Mittelmeier entwirft ein lebendiges Bild des einzigartigen Mikroklimas, das da auf engstem Raum und in nicht gerade friktionsfreier Interaktion der brillantesten Köpfe der deutsch-jüdischen Emigration entsteht. Zwischen den Katastrophen der in Faschismus und Krieg versinkenden Alten Welt und den oft trügerischen Heilsversprechungen einer technokratischen, sich aufgeklärt gebenden Zivilisation wird das Vertrauen in die Vernunft selbst brüchig.

Horkheimer möchte diese Erschütterung aufzeigen und die Vernunft durch Reflexion dagegen wappnen. Adorno leiht ihm dafür seine oft poetische Stimme: "Wir hegen keinen Zweifel , dass die Freiheit in der Gesellschaft vom aufklärenden Denken untrennbar ist." Aber darin ist auch der "Keim zu jenem Rückschritt enthalten, der heute überall sich ereignet. Schon der Mythos ist Aufklärung, und: Aufklärung schlägt in Mythologie zurück." Nur eine Vernunft, die die Gefahr erkennt, sich durch Doktrin oder Faktengläubigkeit absolut zu setzen, kann wehrhaft gegen Irrationalismus auftreten.

Fast zum Erstaunen der Autoren fanden diese Thesen nach der mühseligen Publikationsgeschichte des Werkes in den 1960er-Jahren und danach epochemachenden Nachhall. Es könnte "Freiheit und Finsternis" durchaus gelingen, die Notwendigkeit von sich stets erneuernder Aufklärung in Erinnerung zu halten und diese als Waffe gegen sich in krisenhaften Zeiten rasch formierende Wissenschaftsskepsis und partikuläre Egoismen zu schärfen.

Thomas Leitner in Falter 3/2022 vom 21.01.2022 (S. 30)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783827501394
Erscheinungsdatum 18.10.2021
Umfang 320 Seiten
Genre Sachbücher/Philosophie, Religion
Format Hardcover
Verlag Siedler
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