Verkatert

Der Morgen danach. Ein Mann auf der Suche nach dem ultimativen Heilmittel
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Kurzbeschreibung des Verlags:

Es gibt Tausend Bücher über Wein, Gin und Whiskey – jetzt kommt das Buch über den Morgen danach
Wer kennt das nicht: Nachts fällt man in seliger Trunkenheit ins Bett, doch statt eines friedlichen Morgens erwartet einen der existenzielle Horror. Der Kopf hat Denken durch Schmerz ersetzt, der Magen verweigert jegliche Nahrungsaufnahme.
Seit wir Menschen den Verlockungen des Alkohols erlegen sind, plagt uns der Kater, und dennoch gibt es bis heute kaum wissenschaftliche Erkenntnisse über ihn. Shaughnessy Bishop-Stall riskiert Leib und Leber im Kampf gegen diese Geißel der Menschheit: In England bezwingt er zehn Pints in zehn Pubs, in den österreichischen Alpen stellt er seine Trinkfestigkeit im Bierzelt unter Beweis. Denn natürlich muss man für einen kräftigen Kater sorgen, wenn man die regionstypischen Heilmittel auf die Probe stellen will. Und von diesen sind der Löffel Olivenöl und ein Kräuterheubad die konventionelleren Methoden.
Aber er nimmt den Leser nicht nur mit auf einen Flug im Kampfjet über der Wüste von Las Vegas, um seinem Kater den Garaus zu machen. Er beleuchtet auch Geschichte und Kultur des Katers, von den alten Griechen über die Kreuzritter und die Soldaten in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs bis hin zu Hemingway oder in die Popkultur.

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FALTER-Rezension

Katzenjammer, Meeresbrandung und hölzernes Maul

Zu den am weitesten verbreiteten und ältesten Plagen der Menschheit gehört eine selbstinduzierte: der Kater, der allgemeine Katzenjammer, der einen bei übermäßigem Alkoholkonsum am darauffolgenden Morgen heimsucht. Aber das Wort „Katzenjammer“ ist ja viel zu harmlos, um die mannigfachen Qualen zu schildern, die auf die Vergiftung des Körpers durch Schnaps, Bier oder Wein folgen. „Tømmermænd“, Zimmerleute, nennen es die Dänen, geradezu poetisch verbrämt wird es im Spanischen (Meeresbrandung) und Englischen (Rumhängen), der Sache bedeutend näher kommt das Französische mit „gueule de bois“, dem hölzernen Maul.

Ein halbes Jahrzehnt arbeitete der Journalist Shaughnessy Bishop-Stall an „Verkatert“, und man muss die Konsequenz, sich so lange im Selbstversuch mit den Auswirkungen des ausschweifenden Alkoholkonsums zu beschäftigen, anerkennen. „Und während ich das hier schreibe, bin ich noch am Leben. Das ist der Spoiler.“ Man sieht: Dieses Buch ist nicht nur klug, sondern vor allem auch unterhaltsam.

Dem Autor gelingt aber auch eine Kulturgeschichte des Trinkens: Von der Antike über das düstere Mittelalter und die Gin-Lanes der Elendsviertel im England des 19. Jahrhunderts bis hin zu den modernen Städten der Ausschweifung wie Las Vegas führt die Reise, zu Hangover-Kliniken, zu Voodoo-Ladys in New Orleans, selbst an den steirischen Grundlsee und nach Altaussee verschlägt es den im kanadischen Toronto lebenden Autor. Bishop-Stall spricht mit Medizinern und Esoterikern – und über die Schwierigkeiten, zu Testzwecken rechtzeitig einen ordentlichen Kater zu produzieren.

„Verkatert“ ist aber auch das launige Porträt einer vergessenen Kulturleistung. Wie Mark Forsyth jüngst in „Eine kurze Geschichte der Trunkenheit“ arbeitete auch Bishop-Stall die Beiträge zur Hochkultur heraus, die das insgesamt durchaus problematische Verhältnis des Menschen zum Alkohol leisten konnte.

Dem Tag danach aber, so einer der Ratschläge, sei am besten mit dem Verzehr des Eis einer Eule zu begegnen. Wohl bekomm’s!

Bernd Schuchter in Falter 41/2019 vom 11.10.2019 (S. 51)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783832197988
Erscheinungsdatum 19.08.2019
Umfang 416 Seiten
Genre Belletristik/Comic, Cartoon, Humor, Satire/Humor, Satire, Kabarett
Format Hardcover
Verlag DuMont Buchverlag
Übersetzung Stephan Kleiner
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