CBD-Einsatz in der Tiermedizin: therapeutischer Nutzen, rechtliche Anforderungen und Darstellung der aktuellen Situation

312 Seiten, Hardcover
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Reihe Edition Scientifique
ISBN 9783835972636
Erscheinungsdatum 24.11.2025
Genre Medizin/Veterinärmedizin
Verlag VVB Laufersweiler Verlag
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Kurzbeschreibung des Verlags

Die Brisanz und Aktualität des Themas „medizinischer Einsatz von Cannabis“ gilt nicht nur für den Bereich der Humanmedizin, sondern auch für den Bereich der Veterinärmedizin, was sich anhand zahlreicher Pressemitteilungen, Werbeversprechen und dem Angebot einer Viel-zahl an Cannabidiol(CBD)-haltigen Produkten für Tiere feststellen lässt.
CBD verteilt sich aufgrund seiner lipophilen Eigenschaften schnell im Gehirn, im Fettgewebe und anderen Organen und wird über die Leber mit Hilfe der CYP450-Isoenzyme abgebaut. Die Plasmahalbwertszeit von CBD wird auf 18 bis 32 Stunden geschätzt und die Ausschei-dung erfolgt hauptsächlich mit dem Kot und weniger mit dem Urin. Für die Wirkung von CBD auf den Organismus ist das komplexe, mehrdimensional arbeitende ECS oder auch „Endo-cannabinoidom“ entscheidend. Im Bereich der Tiermedizin gaben Studien mit CBD erste Hinweise auf ein mögliches therapeutisches Potenzial für folgende Einsatzgebiete: die Beein-flussung des Verhaltens sowie „Wohlbefindens“, Epilepsie, Osteoarthritis, Inflammation, Der-matitis, tumoröse Geschehen und chronische Gingivostomatitis. Allerdings sind weitere Stu-dien unerlässlich, um diese ersten Hinweise evidenzbasiert zu untermauern. Daneben stellte man ein weites Spektrum an unerwünschten Wirkungen bei Tieren fest: embryonale Mortali-tät, Entwicklungstoxizität, hepatozelluläre Veränderungen, Neurotoxizität, Veränderungen von Organgewichten, Hypotonie, Haut- und Schleimhautulzerationen, Verringerung der Frucht-barkeit, insbesondere der Spermatogenese, als Anzeichen für generelle Veränderungen des männlichen Fortpflanzungssystems.
Zur rechtlichen Einstufung von CBD, CBD-haltigen Extrakten sowie CBD-haltigen Produkten sind im Bereich der Veterinärmedizin folgende Kategorien denkbar: Tierarzneimittel, Veteri-närmedizintechnische Produkte (VTMP), Futtermittel und Futtermittelzusatzstoffe. Werden CBD, CBD-haltige Extrakte oder CBD-haltige Produkte der Kategorie Tierarzneimittel zuge-rechnet, d. h. sie erfüllen durch ihre pharmakologischen Eigenschaften und bei Präsentation als solche die Anforderungen an ein Tierarzneimittel nach Art 4. der VO (EU) Nr. 2019/6, un-terliegen sie wie alle Tierarzneimittel nach Art. 5 Abs. 1 der VO (EU) Nr. 2019/6 der Zulas-sungspflicht. Damit CBD, CBD-haltige Extrakte oder CBD-haltige Produkte zu einem VTMP werden, müssen sie als Tierarzneimittel in oder auf einem Gegenstand enthalten oder aufge-bracht sein, der dauernd oder vorübergehend mit dem tierischen Körper in Berührung ge-bracht werden soll. Dieses VTMP ist dann nach § 22 Abs. 1 des TAMG ebenfalls zulas-sungspflichtig. Bezüglich der Futtermittel gelten nur Hanfmehl, Hanffaser, Hanfsaat, Hanfsaatöl und Hanfkuchen als Einzel-, Misch-, Allein- oder Ergänzungsfuttermittel gemäß der VO (EG) Nr. 767/2009 und nur diese dürfen daher – unabhängig ihres natürlichen CBD-Gehaltes – ohne weitere Genehmigung in Verkehr gebracht werden. In allen anderen Fällen sind CBD, CBD-haltige Extrakte oder CBD-haltige Produkte als Futtermittelzusatzstoff im Sinne der VO (EG) Nr. 1831/2003 einzustufen und unterliegen somit der Zulassungspflicht mittels eines zentralisierten Zulassungsverfahrens auf europäischer Ebene. Die grundsätzli-che Entscheidung, ob es sich bei dem vorliegenden CBD, CBD-haltigen Extrakt oder CBD-haltigen Produkt um ein Futtermittel, ein Futtermittelzusatzstoff, ein Tierarzneimittel oder VTMP handelt, obliegt letztlich der zuständigen Landesbehörde. Aufgrund der Vielzahl von CBD-haltigen Produkten und der Unübersichtlichkeit insbesondere des Internethandels sowie der nur dünnen Personalstärke in den zuständigen Behörden ist davon auszugehen, dass weiterhin diverse CBD-Präparate ohne entsprechende Zulassung auf dem Markt sein wer-den.
Da bisher keine Evaluation des tatsächlichen Einsatzes von CBD-haltigen Produkten im Be-reich der Veterinärmedizin in Deutschland existiert, wurden zwei Online-Umfragen über einen Zeitraum von 3 Monaten zur tatsächlichen Verwendung von CBD-haltigen Produkten, einmal an TÄ und einmal an TH gerichtet, durchgeführt. Insgesamt haben 355 TÄ und 370 TH die jeweilige Umfrage vollständig beantwortet, wenngleich daraus kein Rückschluss auf die Grundgesamtheit gezogen werden kann. 72,96 % aller befragten TÄ und damit fast drei Vier-tel verwendeten CBD-haltige Produkte, wohingegen es bei den befragten TH nur 42,16 % und damit weniger als die Hälfte waren. Von denjenigen, die aktuell noch keine CBD-haltigen Pro-dukte verwenden, konnten sich weit mehr als zwei Drittel (TÄ: 72,92 %, TH: 76,17 %) vorstel-len, zukünftig CBD-haltige Produkte einzusetzen. Hinsichtlich der Art der verwendeten CBD-haltigen Produkte stand bei beiden mit überwiegender Mehrheit das „CBD-Öl“ an erster Stelle (TÄ: 98,46 %, TH: 90,38 %). Basierend auf der Prozentzahl der ausgewählten Tierspezies existierte in beiden Umfragegruppen die gleiche Reihenfolge: auf Platz eins der „Hund“ (TÄ: 96,53 %, TH: 78,21 %), gefolgt von „Katze“ (TÄ: 72,97 %, TH: 29,49 %), „Pferd“ (TÄ: 9,65 %, TH: 16,67 %) und „Heimtier“ (TÄ: 5,79 %, TH: 3,85 %). Als die häufigsten Einsatzgebiete wurden „stressige Situationen“ (TH: 55,77 %) und „Angstzustände“ (TH: 41,67 %) / „Verhal-tensstörungen“ (TÄ: 91,89 %), „Gelenkprobleme“ (TH: 33,97 %) / „Orthopädie (z. B. Arthrose u. a.)“ (TÄ: 45,17 %) und „Schmerzzustände“ (TH: 53,85 %) / „Analgesie“ (TÄ: 37,45 %) an-gegeben. Als den Erstkontakt zu CBD-haltigen Produkten nannte fast die Hälfte der befragten TH das „Internet“ (40,38 %), bei den befragten TÄ dagegen „Kollegen/-innen“ (40,93 %). Inte-ressanterweise schätzten 48,45 % der befragten TÄ die Nachfrage nach CBD-haltigen Pro-dukten seitens der Tierhaltenden in den letzten 5 Jahren als „steigend“ ein. CBD ist damit für die Tierarzneimittel-Forschung sicherlich in den nächsten Jahren ein spannendes Feld für Neuentdeckungen sowie Produktentwicklungen. Zwar sind eigentlich bereits für die Regulati-on des Marktes CBD-haltiger Produkte eindeutige rechtliche Empfehlungen vorhanden, aller-dings scheinen diese vielen Herstellern CBD-haltiger Produkte für Tiere nicht bewusst zu sein bzw. von diesen bewusst umgangen zu werden. Präzedenzurteile sowie Auslegungshil-fen sind daher dringend nötig.

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ISBN 9783835972636
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