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| Reihe | Edition Scientifique |
|---|---|
| ISBN | 9783835972643 |
| Erscheinungsdatum | 16.01.2026 |
| Genre | Medizin/Veterinärmedizin |
| Verlag | VVB Laufersweiler Verlag |
| Lieferzeit | Lieferung in 7-14 Werktagen |
Die steigenden Zahlen von Wildschweinen in Europa und Deutschland erfordern ein effektives Populationsmanagement. Angesichts der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest erlangte der Saufang als Methode der Bestandsreduktion verstärkt Aufmerksamkeit, wird jedoch aufgrund von Tierschutzbedenken teils stark kritisiert. Zu Beginn des Projektes lagen keine wissenschaftlichen Daten zur Beurteilung des Tierschutzes beim Saufang vor. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen auch den Behörden als Entscheidungsgrundlage für die Genehmigung von Saufängen dienen.
Im Rahmen von drei Publikationen wurden Wildschweinen, die in drei verschiedenen mobilen Saufangtypen (Krefelder, Eigenbau, JagerPro) gefangen und per Kopfschuss (Kaliber .22 lfB) getötet wurden, untersucht. Zur Bewertung anhand für Säugetiere geltende Standards zum Fallenfang (AIHTS, ISO 10990-5) und neuen Normvorschlägen (PROULX 2022) wurden eine Verhaltensanalyse anhand von Videoaufnahmen der Fänge, pathologische Untersuchungen der Tierkörper, insbesondere des Kopfes, sowie Cortisolanalysen aus Blutproben durchgeführt. Nach der Tötung der Tiere durch Kopfschuss wurden die Einschüsse und deren Lokalisation erfasst und Gefrierschnitte von den Wildschweinköpfen auf Gewebeschäden analysiert.
Insgesamt wurden 138 Wildschweine in 27 Fangereignissen aus 10 Saufängen untersucht. Die Gesamtanzahl von Fluchtverhalten pro Wildschwein war im JagerPro Fang am höchsten (M ± SD = 7,72 ± 4,84), gefolgt vom Krefelder Fang (M = 5,15 ± 5,93) und dem Eigenbau (M = 1,46 ± 1,11; Veröffentlichung 1). Sowohl die Art der Falle (p = 0,007) als auch die Gruppengröße (p = 0,002) hatte einen signifikanten Einfluss auf die Anzahl der Fluchtversuche. Mit steigender Anzahl gefangener Tiere, nahm das Fluchtverhalten pro Tier ab.
Fallenbedingte Verletzungen von oberflächlichen leichten Hautverletzungen bis hin zu Schädelfrakturen traten bei 33 % der Tiere auf. Nasenspitzenfrakturen wurden am häufigsten im Eigenbau (12/13; Krefelder: n = 8/10; JagerPro: n = 0/7) festgestellt, während schwere Nasen- und Kieferfrakturen vor allem beim JagerPro Fang (7/7; Krefelder: n = 2/10; Eigenbau: n = 1/13) auftraten (Veröffentlichung 1). AIHTS-Indikatorverletzungen (Frakturen und Zahnbefunde) wurden bei 89 % (8/9) der Tiere im JagerPro Fang, 20 % (13/66) im Eigenbau und 16 % (10/63) im Krefelder Fang festgestellt. Somit erfüllen die Saufangtypen Eigenbau und Krefelder die Anforderungen nach AIHTS (max. 20 % bei n = 20).
Gemäß dem Vorschlag von PROULX (2022) würden je nach Anwendung der Verletzungskategorien der Eigenbau und die Krefelder die vorgeschlagenen Anforderungen (85 % der Tiere ohne Verletzungen >50 Punkten bei einem 95 % CI) erfüllen, der JagerPro Fang hingegen nicht. Der Einbau einer Barriere aus Rundhölzern in der Mitte der Falle im Eigenbau zur Abbremsung der Tiere verringerte die Frakturrate signifikant (35 % = 11/31 vs. 6 % = 2/35).
In einer Vorstudie zur Cortisolanalyse (Veröffentlichung 2) zeigte sich, dass die Cortisolwerte unter gekühlten (4-7◦C) Bedingungen für eine Lagerzeit von bis zu 87 Stunden vor der Zentrifugation stabil sind. Die Cortisolwerte der ungekühlten Blutproben waren hingegen signifikant niedriger. Die Cortisolwerte der Wildschweine aus den Saufängen waren signifikant höher als die Cortisolwerte von Wildschweinen aus Bewegungs- und Ansitzjagd. Wildschweine, die in Gruppen von fünf oder mehr Tieren gefangen wurden, zeigten niedrigere Cortisolwerte als Einzeltiere oder kleinere Gruppen.
99 % (137/138) der Wildschweine konnten mit einem Kopfschuss des Kalibers .22 lfB sicher getötet werden (Veröffentlichung 3). Bei 76 % (105/138) der Wildschweine wurde ein einzelner Einschuss und bei 96 % (126/131) der Tiere eine Endhirnschädigung unterschiedlichen Schweregrades nachgewiesen. Bei Tieren mit frontalem Einschuss mit einer Schädigung des Großhirns und des Stammhirns (n = 77), lag der Einschuss im Mittel 2,2 cm oberhalb der Augenlinie und 0,35 cm rechts der Mediane.
Zur Reduktion von Stress und daraus resultierende Verletzungen wird der Fang ganzer Rotten empfohlen. Große Drahtgittermaschen (JagerPro Fang) bergen ein erhöhtes Verletzungsrisiko, weshalb diese Fangtypen abzulehnen sind. Zudem ist eine Anpassung bestehender Bewertungsstandards an die spezifischen Bedingungen des Saufangs erforderlich. Anhand der Untersuchungen erscheint das Kaliber .22 lfB für den frontalen Kopfschuss bei mittelgroßen Saufängen zur Tötung ausreichend. Da ein exakter Treffer höchstwahrscheinlich zu einer Hirnschädigung und zum Tod führt, sollte das ausführende Personal ein Schießtraining absolvieren.
Die vorliegende Arbeit leistet einen Beitrag zur Bewertung und Verbesserung von Tierschutzstandards beim Lebendfang von Wildschweinen und kann als Grundlage für die Erprobung weiterer Fallenmodelle sowie als Orientierungshilfe für die zuständigen Behörden bei der Genehmigung von Fallen dienen.
| Reihe | Edition Scientifique |
|---|---|
| ISBN | 9783835972643 |
| Erscheinungsdatum | 16.01.2026 |
| Genre | Medizin/Veterinärmedizin |
| Verlag | VVB Laufersweiler Verlag |
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