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| Reihe | Edition Scientifique |
|---|---|
| Themen | Medizin Medizin / Gesundheitswesen, allgemein Medizinische Ausstattung und Technik Medizinische Forschung |
| ISBN | 9783835972797 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 29.04.2026 |
| Größe | 21 x 14.8 cm |
| Verlag | VVB Laufersweiler Verlag |
| Lieferzeit | Lieferung in 7-14 Werktagen |
Hintergrund: Bei der pulmonalen Hypertonie (PH) handelt es sich um eine fortschreitende Erkrankung des Lungenkreislaufs mit hoher Morbidität und Mortalität, die häufig mit systemischen Komorbiditäten wie einer chronischen Nierenkrankheit vergesellschaftet ist. Die wechselseitige Beeinträchtigung von Herz- und Nierenfunktion wird als kardiorenales Syndrom bezeichnet. Dieses beruht auf komplexen bidirektionalen Interaktionen. Bei Patienten mit PH führt insbesondere eine Rechtsherzinsuffizienz mit daraus resultierender venöser Kongestion zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion. Die zugrundeliegenden pathophysiologischen Mechanismen dieser kardiorenalen Interaktion, insbesondere die Rolle der neurohumoralen Aktivierung, sind jedoch nicht vollständig geklärt. Ziel dieser Arbeit war es daher, den Zusammenhang zwischen der kardio-pulmonalen und der renalen Hämodynamik sowie der neurohumoralen Aktivierung bei Patienten mit PH zu untersuchen. Methoden: In der vorliegenden prospektiven monozentrischen Studie wurden 187 Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf PH in der PH-Ambulanz Gießen zwischen Mai 2024 und Februar 2025 untersucht. Bei 159 Patienten wurde eine PH gemäß aktueller Leitlinie (mittlerer pulmonal-arterieller Druck > 20 mmHg im Rechtsherzkatheter) bestätigt; 28 Patienten ohne PH dienten als Kontrollgruppe. Erfasst wurden demo-grafische Daten, Komorbiditäten, Medikation und Laborwerte. Mittels Rechtsherz-katheter wurden hämodynamische Parameter wie RAP, mPAP, PAWP, CI und PVR gemessen. Zur Beurteilung der renalen Hämodynamik erfolgte bei allen Patienten eine Nierenduplexsonographie mit Bestimmung des intrarenalen venösen Flussprofils (IRVFP) und Berechnung des renal-venösen Stauungsindex (RVSI) sowie des renalen Resistenzindex (RRI). Die Nierenfunktion wurde über die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) nach der CKD-EPI-Formel sowohl kreatininbasiert (eGFRcr) als auch kombiniert mit Cystatin C (eGFRcr-cys) sowie über Urinparameter (Albumin-Kreatinin-Ratio u. a.) bestimmt. Zur Erfassung der neurohumoralen Aktivierung wurden Plasmaspiegel von Katecholaminen (Noradrenalin, Adrenalin, Dopamin und deren Metanephrinen), Renin und Aldosteron gemessen. Die Beziehungen zwischen kardiopulmonalen, renalen und neurohormonellen Parametern wurden mittels Korrelations- und multivariater Regressionsanalysen ausgewertet. Ergebnisse: Nierenfunktionsstörungen waren bei den Patienten mit PH häufig. Über die Hälfte wies eine CKD ≥ Stadium 3 mit eGFR < 60 ml/min/1,73 m² auf. Patienten mit PH zeigten signifikant höhere Nierenretentionsparameter und eine niedrigere eGFR als Patienten ohne PH. Die Reninspiegel waren in der PH-Gruppe tendenziell höher als in der Kontrollgruppe (P = 0,05), während sich für die Katecholamine keine signifikanten Unterschiede ergaben. Innerhalb der PH-Kohorte ging eine ausgeprägte venöse Kongestion mit erhöhter neurohumoraler Aktivierung einher: Höhere RAP-Werte und ein pathologisches hoher RVSI korrelierten signifikant mit gesteigerten Noradrenalinspiegeln. In multivariaten Regressionsmodellen blieben RAP und RVSI, trotz Adjustierung für die eGFR, als unabhängige Prädiktoren erhöhter Noradrenalin-werte bestehen, was auf eine direkte, von der Nierenfunktion unabhängige sympatho-adrenerge Aktivierung bei venöser Kongestion hindeutet. Demgegenüber zeigte sich eine verstärkte RAAS-Aktivierung vor allem bei eingeschränkter Nierenfunktion. Mit abnehmender eGFR stiegen die Renin- und Aldosteronspiegel deutlich an, und Renin war im Regressionsmodell signifikant mit einem erhöhten RRI sowie der Einnahme von ACEi/ARBs assoziiert. Eine bestehende β-Blocker-Therapie zeigte hingegen keinen dämpfenden Effekt auf die Katecholaminspiegel. Schlussfolgerung: Die Studie zeigt, dass eine venöse Kongestion bei Patienten mit PH unabhängig von der Nierenfunktion mit einer signifikanten sympathischen Aktivierung assoziiert ist, während eine gesteigerte RAAS-Aktivität primär mit einer abnehmenden Nierenfunktion einhergeht. Diese Ergebnisse unterstreichen die klinische Bedeutung einer frühzeitigen Erkennung und Behandlung der venösen Kongestion sowie der neurohumoralen Dysregulation, um den kardiorenalen Circulus vitiosus bei PH zu durchbrechen. Die vorliegenden Befunde liefern neue Einblicke in die Pathophysiologie des kardiorenalen Syndroms bei PH und können eine Grundlage für gezielte diagnostische und therapeutische Strategien im Sinne eines personalisierten Behand-lungsansatzes sein.
| Reihe | Edition Scientifique |
|---|---|
| Themen | Medizin Medizin / Gesundheitswesen, allgemein Medizinische Ausstattung und Technik Medizinische Forschung |
| ISBN | 9783835972797 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 29.04.2026 |
| Größe | 21 x 14.8 cm |
| Verlag | VVB Laufersweiler Verlag |
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