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| Themen | Philosophie und Religion Philosophie Themen der Philosophie Epistemologie und Erkenntnistheorie |
|---|---|
| ISBN | 9783837240252 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 30.10.2026 |
| Größe | 26 x 19 cm |
| Verlag | Frankfurter Literaturverlag |
| Lieferzeit | Erscheint am 30.10.2026 |
| Herstellerangaben | Anzeigen Frankfurter Literaturverlag GmbH Mainstraße 143 | DE-63065 Offenbach lektorat@frankfurter-verlagsgruppe.de |
Das Schicksal der Barockblockflöte, des sicher kontroversesten Instruments der westlichen Musikgeschichte, ordnet die vorliegende Studie in die Gedankengeschichte des letzten Halbjahrtausends ein, ja ihre Rezeptionsgeschichte eignet sich als Spiegel der Philosophiegeschichte. Im Abstieg vom bewunderten, Meisterschaft verlangenden Instrument einer nie übertroffenen Hochkultur zum verlachten Kinderinstrument, das an Hochschulen studiert und von Virtuosen gegen seine Natur gespielt und nochmals bloßgestellt wird, offenbart sich die aufgeklärte, woke Gesellschaft mit ihrem in die Irre führenden, gegen das Naturrecht verstoßenden Konformismus und Naturalismus. Unser modernes Denkmodell, das die Dimension eines von der Materie unabhängigen Geistes verbietet und nur als wirklich zuläßt, was sich beweisen läßt, war von den Entdeckung der Astronomen des 16. Jahrhunderts angestoßen. Daß die Erde nicht der Mittelpunkt des Universums ist, hat die Frage, was der Mensch wissen kann, auf die Natur verwiesen und den Naturalismus begründet („Aufklärung“), der sich als gesellschaftliches Gleichheitsgebot und als erhöhte Verfügbarkeit des Einzelnen für das Wirtschaftssystem verwirklicht hat. Die Folge waren die Industrialisierung und die Bildung des Nationalstaates sowie die Ausbildung des Sozialismus, der bis heute die westlichen Staaten prägt. Der Übergang vom Barock als Hochblüte des dualen Denkens zur bis heute andauernden Kultur der „Romantik“, der Kultur der materialistischen Aufklärung, war nicht nur einer der vielen Epochenwechsel, sondern der verspätete revolutionäre Austausch des Denkmodells, des Paradigmas, der nur alle tausend Jahre stattfindet. Das Gute wurde durch das Zweckhafte ersetzt, die Wahrheit durch den Nutzen, und das geistige Ganze der Welt, in deren Mitte der Mensch steht, durch das Ganze „der Natur“, die heute zur höchsten Wesenheit aufgestiegen ist und in der der Mensch ein Schädling und überflüssig geworden ist. Wir haben die Kultur des Geistes, in der das Leben des Einzelnen heilig ist, gegen eine Kultur des Todes getauscht, in der Einzelne nach funktionalen Kriterien bestimmen, wer leben darf und wer sterben muß. Erkenntnistheoretisch abgesichert ist der Säkularismus der Gegenwart durch die Diktatur der Analyse, die den Popanz des „Subjektivismus“ erschaffen hat, der heute allgemein geglaubt wird: Das nichtbeweisbare Wissen aus dem sinnlichen Erleben sei keine objektive Wahrheit mehr, obwohl Freude, Schmerz und auch das empfindende Musikhören tatsächlich objektiv wahr sind. Hieraus folgt der Glauben an den ewigen Fortschritt, die materialistische Version der Erlösung des Menschengeschlechts, und die Vorstellung, daß Meisterwerke, zum Beispiel der Romantik, allein durch ihre Existenz eine Zivilisation auf höchstem Stand verbürgen. Dabei sollte die Annahme, daß die künstlerisch hochstehende Kultur einer Zeit von der nächsten automatisch übertroffen wird, eigentlich längst, höchst plakativ durch den hohen künstlerischen Rang der Höhlenmalereien der südfranzösischen Steinzeitmenschen und die großartigen Kunstwerke anderer zivilisatorisch überholter Epochen als falsch erledigt sein (Lascaux-Argument). Sie ist es aber nicht. Gegenüber der heutigen aufgeklärten Welt der Dinge, in der uns eine materielle Freiheit versprochen ist, die natürlich nie eintritt, war das Hohe Barock, bei allen Mängeln seiner Zeit, die letzte, auf dem Guten und Richtigen der Vorzeiten weiterbauende, synthetisierende und duale, aus richtigen, mathematisch-natürlichen und logischen Prinzipien geistige Freiheit bringende Kultur, deren Meisterwerke aus der anthropologischen Wahrheit der verwendeten christlichen Bilder bis heute überall auf der Welt verstanden werden. Auch wenn niemand den heutigen Fortschritt in Technik und Wissenschaft missen möchte, bleibt das Barock der nicht mehr übertroffene Höhepunkt der westlichen Zivilisation, auf dem die Verlebendigung der Stofflichkeit gefeiert und das Leben des Einzelnen geheiligt wurden. In der Musik dieser Zeit ist so die einmalig freie Rede davon gelungen, wer wir sind und wer wir sein können. Eine exzellente Repräsentantin der in Kontinentaleuropa mit der „Aufklärung“ untergegangenen philosophischen, dualen Hochkultur, die heute, was die Musik angeht, mit dem demagogischen Begriff der „Alten Musik“ zum Gerümpel der Musikgeschichte erklärt ist, ist die von Bach und Händel geschätzte Blockflöte, die in großer Schönheit und berührender Intimität von Glück und Not des Menschen singt.
| Themen | Philosophie und Religion Philosophie Themen der Philosophie Epistemologie und Erkenntnistheorie |
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| ISBN | 9783837240252 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 30.10.2026 |
| Größe | 26 x 19 cm |
| Verlag | Frankfurter Literaturverlag |
| Lieferzeit | Erscheint am 30.10.2026 |
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