Prachtliebe & Wunderfakten

224 Seiten, Hardcover
€ 20,60
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ISBN 9783847902423
Erscheinungsdatum 02.03.2026
Genre Sachbücher/Natur, Technik
Verlag Eichborn
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Bastei Lübbe AG
Schanzenstr. 6-20 | DE-51063 Köln
produktsicherheit@bastei-luebbe.de
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Kurzbeschreibung des Verlags



Welcher Vogel klingt wie ein Nebelhorn? Und welche Kröte wie ein Vogel? Warum versteckt sich in den Zellen des Siebenschläfers ein Jungbrunnen? Schillernde Antworten auf diese und weitere Fragen hat der Techno-Künstler, Ökologe und Naturschützer Dominik Eulberg in spannenden Geschichten zusammengetragen.

Abgerundet durch anschauliche Illustrationen von Nikolas Kuhlen (www.nikolaskuhlen.de) und QR-Codes, hinter denen sich Tierlaute verbergen, bietet dieses Buch ein Rundum-Paket für Naturinteressierte, Gelegenheits-Forschende und Geräusche-Enthusiasten und zeigt eindrücklich, welch wundersame und faszinierende Tiere direkt vor unserer Haustür leben.


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FALTER-Rezension

Natur richtig lesen

Peter Iwaniewicz in FALTER 12/2026 vom 18.03.2026 (S. 35)

rfreulicherweise gibt es seit einigen Jahren einen regelrechten Boom in der Sparte Tierbücher. Lange Zeit dominierte dieses Feld der Kosmos-Verlag mit seinen Bildbänden zur Bestimmung ­verschiedener Tiergruppen. Doch dann erschien im Jahr 2013 die von Judith Schalansky ­herausgegebene ­Reihe „Naturkunden“, die sich weniger der biologischen Identifikation und Beschreibung von Lebewesen widmete, sondern im Sinn des Nature Writing auf den Menschen in seiner Beziehung zur Natur fokussiert. Durch die Subjektivität in der Wahrnehmung, die persönliche Reflexion des Erlebten und oft die Verbindung mit politischen und kulturellen Themen unterscheidet sich dieses Genre deutlich vom rein naturwissenschaftlichen Naturzugang.

Dominik Eulberg ist ein typischer Repräsentant dieses Trends. Er ist nicht nur Ökologe, sondern auch Musiker, Techno-DJ und auch sonst medialer Tausendsassa. Sein 2021 erschienenes Buch „Mikroorgasmen überall“ wurde als Wissensbuch mit der Jurybegründung „Mehr Leidenschaft geht nicht“ ausgezeichnet.

Mit „Prachtliebe & Wunderfakten“ legt er jetzt ein weiteres Naturbuch vor, das ebenso das Ziel verfolgt, dass man biologische Vielfalt nicht nur versteht, sondern auch ­emotionale Bindung zur Natur aufbauen kann. Das Buch ist in kurze Porträts heimischer Tierarten gegliedert, vom Eisvogel über den Ziegenmelker bis zur Erdkröte. Diese Auswahl wirkt etwas willkürlich, vermutlich ist sie seinen persönlichen Vorlieben geschuldet.

Zu jedem Tier gibt es biologische Fakten mit erzählerischen Passagen sowie QR-Codes, über die sich Tierlaute abrufen lassen. Diese Mischung aus Naturkunde, Mythologie, kulturgeschichtlichen Anekdoten und persönlicher Begeisterung liest sich leicht und informiert, ohne zu belehren. Manchmal tendiert Eulberg mit seinem empathischen Stil zu leicht pathetischen Formulierungen (der Eisvogel als „fliegender Edelstein“) und Naturmetaphern, die den sachlichen Gehalt überlagern können. Manche Passagen wirken daher eher wie missionarische Predigten statt präziser Naturprosa. Die einzelnen Kapitel folgen einem sehr ähnlichen Aufbau, was beim Lesen über längere Strecken zu Wiederholungen führt. Es empfiehlt sich, die Texte in wohldosierter Menge wie Pralinen zu konsumieren.

„Prachtliebe & Wunderfakten“ ist jedenfalls eine Einladung zum genauen Hinsehen und zum Staunen über die Vielfalt direkt vor unserer Haustüre.


Wer jedoch Natur nicht aus zweiter Hand, sondern aus eigener Erfahrung kennenlernen will, der muss sich auf die Suche nach Tieren im Freiland machen. Doch Wildtiere führen ein verstecktes Leben und Begegnungen mit ihnen sind selten. Ihre Spuren wie Trittsiegel, Exkremente, Lagerplätze, Speiballen und Fraßzeichen sind zwar allgegenwärtig, aber für den Laien oft nicht erkennbar.

Dabei hilft das Buch „Vogelspuren“ des zertifizierten Fährtenscouts Andreas Wenger, das einem die Augen öffnet für die sonst unsichtbaren Zeichen, die Lebewesen im Gelände hinterlassen. Viele andere Bücher über Tierspuren zeigen meist nur schematisierte oder idealisierte Abbildungen von Abdrücken, mit denen sich die tatsächlichen Formen der Trittsiegel auf Schnee, Sand oder Schlamm kaum sicher zuordnen lassen.

Wenger hat deswegen in minutiöser und jahrelanger Arbeit Daten gesammelt, Fotografien und Zeichnungen der Spuren von etwa 250 Vogelarten angefertigt und vermessen, die es einem – bei entsprechender Übung – ermöglichen, nicht nur die Vogelart zu erkennen, sondern oft auch Aussagen über das Alter, Geschlecht, die Gehgeschwindigkeit und Situation (Flucht, Angriff, Ruhe) der Vögel zum Zeitpunkt der Entstehung der Spur zu machen.

Die fast kriminologische Exaktheit, mit der dieses Handbuch Aussagen über die Anwesenheit bestimmter Vogelarten in einem Gebiet machen kann, lässt Karl Mays Erzählungen über die Fährtenlesefähigkeiten Winnetous wie Kinderkram erscheinen.

Andreas Wenger schreibt in der Einführung zur Praxis des Spurenlesens: „Das Buch lässt sich auch gemütlich zu Hause lesen. Man kann die Abbildungen in Ruhe ansehen, interessante Informationen gewinnen und sich an seine eigenen Beobachtungen erinnern. Doch der wahre Zauber des Spurenlesens entfaltet sich in der Natur, in direkter Begegnung und durch intensives, sinnliches Erleben.“ In diesem selbst erlebten Zugang zur Natur liegt genau der Unterschied zu der eingangs beschriebenen Literatur der fiktionalen Naturbeschreibung, die den Leser nur an den Empfindungen der Autoren teilhaben lässt.

Dieses durchgehend farbig bebilderte und mit umfassenden Messdaten zu Länge, Winkel und Krümmungen von Vogelfüßen ausgestattete Handbuch ist nicht nur ein nützlicher Begleiter bei Ausflügen, sondern auch spannender Lesestoff für die Couch. Die plastischen Beschreibungen, wie man Orte erkennt, an denen Greifvögel ihre Beute gerupft haben, was Flügelmarken auf Schnee über einen Angriff verraten und woran man Schlafplätze erkennt, lesen sich stellenweise wie ein Kriminalroman.

Wie bei dem oben besprochenen Buch ist auch hier eine dosierte Leseweise anzuraten, da man sonst von der Fülle an Informationen erschlagen wird.

Wer dieses Buch liest, lernt auch im Buch der Natur zu lesen. Hier wird jedenfalls ein Standardwerk vorgelegt, das die Augen für die kleinen, sonst unsichtbaren Details der uns umgebenden belebten Welt öffnet.

In dieser Rezension ebenfalls besprochen:

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