Grenzen

Räumliche und soziale Trennlinien im Zeitenlauf
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Kurzbeschreibung des Verlags:

Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs triumphierte die Ideologie der Grenzenlosigkeit. Systembarrieren waren gefallen. Innerhalb des EU-Schengenraumes wurden die Binnengrenzen aufgehoben. Es schien, als würde es demnächst keine Grenzen auf der Welt mehr geben. Doch bald kippte die Euphorie um die proklamierte Grenzenlosigkeit. Sie machte dem Ruf nach Wiedererrichtung von Grenzen Platz: gegenüber MigrantInnen, gegenüber chinesischen Firmenübernahmen, gegenüber einer Islamisierung der europäischen Gesellschaft und vielen anderen „fremden“ Einflüssen.
Ob fremdenfeindlich oder fremdenfreundlich, beide Lager weisen eine Gemeinsamkeit auf: Sie instrumentalisieren die Grenze in Hinblick darauf, wie sie – durch Befestigung oder durch Abbau – dem Wohlergehen der eigenen Gruppe in der Gesellschaft bzw. der jeweiligen Vision davon nutzt.

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FALTER-Rezension

Grenzen als Instrument der Fremd- und Selbstbestimmung

Dem neuen Wunsch nach dichten Grenzen in Europa stellt Andrea Komlosy eine historische Analyse der Grenze entgegen

Erleben wir gerade eine Renaissance der Grenze, oder war nur die Idee der Grenzenlosigkeit eine Illusion? Diesen Fragen widmet sich die Wiener
Historikerin Andrea ­Komlosy in ihrem neuesten Buch „Grenzen“.
Dabei hält sie einleitend fest, dass Befürworter und Gegner von Grenzen sich in einem Punkt gleichen: Beide instrumentalisieren Grenzen in Hinblick auf die eigene Stellung in der Gesellschaft oder einer Vision davon.
Die Autorin begreift Grenzen dagegen als „Instrument zur Ausgestaltung menschlicher Beziehungen“. Als moralischen Anspruch knüpft sie die politische Forderung, Fremd- mit Selbstbestimmung durch Grenzen zu ersetzen.
Auf eine begriffsgeschichtliche Einführung folgt eine Betrachtung der Entwicklung räumlicher Ordnung, beginnend mit der Frühzeit der Menschheitsgeschichte. Der folgende Abschnitt widmet sich dabei der Typologie unterschiedlicher Dimensionen von Grenzen, um abschließend Grenzregime und die „Politik der Grenze“ zu beleuchten.
Trotz historischer Exkurse bleibt der Bezug zur Gegenwart stets greifbar. Komlosy geht von einer europäischen Perspektive aus, zeigt aber immer wieder, wie untrennbar diese mit der Weltgeschichte verknüpft ist. Dabei wird deutlich, dass die westliche Form von Staatlichkeit keine wertneutrale, gemeinwohlorientierte oder alternativlose Konstruktion darstellt.
Geleitet wird ihre Auseinandersetzung mit Grenzen vom Credo, dass diese nicht nur ein „Thema, sondern auch eine Methode zum Erkennen globaler Ungleichheit“ darstellt.

Werner Sturmberger in Falter 22/2018 vom 01.06.2018 (S. 6)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783853714348
Erscheinungsdatum 26.02.2018
Umfang 248 Seiten
Genre Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Politik
Format Buch
Verlag Promedia
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