Fast keine Erinnerung

Stories
€ 19
Lieferung in 2-5 Werktagen
-
+
Kurzbeschreibung des Verlags:

Mit Lydia Davis, bewundert u.a. von Grace Paley, Jonathan Franzen, Jeffrey Eugenides und Zadie Smith, vorgeschlagen für den National Book Award 2007, ist eine der raffiniertesten Stimmen der amerikanischen Prosa zum ersten Mal auf Deutsch zu entdecken.
Ob konventionellere und klassische Sujets – eine Reise durch Russland in den Kaukasus, ein karger Winter in äußerster Mittellosigkeit in einem südfranzösischen Bauernhaus, Träume vom idealen Cowboy-Mann, ein Nachmittag, umringt von Familien im Park – oder Gedankenspiele am Rand zum Sprachspiel, Davis untersucht ihre Geschichten und Themen sowohl in erzählerischer als auch in essayistischer Form, Erzählen und Denken sind zwei Seiten derselben Bewegung. Beim Lesen wähnt man sich dadurch in den sicheren Händen einer skrupulösen Schriftstellerin, die ihr Feld mit größter Sorgfalt beackert. Ihr Feld: das sind die Abenteuer des Alltags und der Gewöhnlichkeit, Träume, Vermutungen und Phantasien, Beziehungs- und Benennungsschwierigkeiten, allesamt unter so merkwürdigem Blickwinkel neu betrachtet, dass das Lesevergnügen von Geschichte zu Geschichte noch größer wird.

weiterlesen
FALTER-Rezension

Dass die bei uns noch kaum bekannte Lydia Davis in den USA von Jonathan Franzen und Jeffrey Eugenides bewundert wird, könnte einen auf eine falsche Fährte locken: Ihre Kurzgeschichten haben nichts gemein mit den redseligen Familienepen, die bei uns als "amerikanisch" gelten, und wenig auch mit der klassischen Short Story. Es sind raffinierte, komische und merkwürdige, ja vertrackte Gebilde, in denen teils wenig Spektakuläres, teils Bizarres erzählt und das Denken genauer unter die Lupe genommen wird, als es ihm guttut. Da träumt eine Professorin für Englisch davon, einen Cowboy zu heiraten: "Vielleicht würde mich ein Cowboy davon abbringen können, so viel zu denken." Da plagt sich eine ihr Geistesverwandte damit, in der U-Bahn Foucault zu lesen. Da werden "Die Urgroßmütter" im Wintergarten vergessen und wachsen dort fest, verholzen rettungslos. Da hüten zwei ein Haus in Südfrank­reich und verlieren einen der ihnen anvertrauten Hunde. Da findet sich eine Frau mit ihrer Leidenschaft für die "Mary Tyler Moore"-TV-Show ab, als sie erfährt, dass Glenn Gould ihre Schwäche einst teilte.
Der Schriftsteller Klaus Hoffer hat diese wortkargen, dichten, bisweilen kunstvoll auf der Stelle tretenden Texte übersetzt. Zum Glück. Sie verblüffen den Leser immer wieder aufs Neue: "In unserer Stadt lebt ein Mann, der ist zugleich Hund und Herr." Als wäre Kafka nicht Indianer, sondern Cowboy geworden.

Daniela Strigl in Falter 18/2008 vom 02.05.2008 (S. 60)

weiterlesen
Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783854207351
Ausgabe 1., Aufl.
Erscheinungsdatum 03.02.2008
Umfang 184 Seiten
Genre Belletristik/Erzählende Literatur
Format Hardcover
Verlag Droschl, M
Übersetzung Klaus Hoffer
Diese Produkte könnten Sie auch interessieren:
Mara Schnellbach
€ 16,40
Susanne Goga
€ 12,40
Hisham Matar, Werner Löcher-Lawrence
€ 12,40
Romalyn Tilghman, Britt Somann-Jung
€ 14,40
Franzobel
€ 14,40
Stefanie Mertens
€ 11,40
William Boyd
€ 12,40
Elias Canetti, Susanne Lüdemann, Kristian Wachinger
€ 18,50