Schmelzungen

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Kurzbeschreibung des Verlags:

Ilse Helbichs unsentimentale Notate aus dem gefährdeten und umso kostbareren Leben im hohen Alter
Noch einmal hat Ilse Helbich die Notizen der letzten beiden Jahre, ihre Kommentare zum Altern, ihre Selbstbeobachtungen und Aufzeichnungen zu einem neuen Band zusammengestellt. Im Mittelpunkt steht dabei ein bestimmtes Phänomen, das die Autorin in vielen Formen und an unterschiedlichen Orten wahrnimmt und das der Titel "Schmelzungen" widerspiegelt: In ihrem hohen Alter nimmt sie den Charakter des Übergangs zwischen unterschiedlichen Lebensphasen, zwischen Erinnerungen und Träumen ganz intensiv wahr, eins geht ins andere über und verwandelt sich wie unter großer Hitze. Und ein Besuch in Dresden führt ihr noch eine andere Dimension des Schmelzens unter großer Hitze vor Augen: Die wiederaufgebaute Frauenkirche ruft ihr den ganzen unbewältigten, unbewältigbaren Komplex des Handelns ihrer Generation vor Augen, der Schuld, der Mitwisserschaft, des Mitläufertums, des Verschweigens und Verdrängens.
Wie in allen ihren so unvergleichlichen Aufzeichnungs- und Erinnerungsbüchern beweist Ilse Helbich auch in diesem Band ihre nüchterne, auf das Wesentliche gerichtete Eleganz des Schreibens. Dass diese Luzidität auch auf die Wahrheit abzielt, wird in dem Abschnitt über die verdrängten, verschwiegenen und entstellten Erinnerungen an die Kriegs- und Nachkriegszeit keinen Leser unberührt lassen.

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FALTER-Rezension

Sie beobachte, schreibt Ilse Helbich, wie mit dem allmählichen Schwinden des Augenlichts auch „mein Sinn für das Wirkliche als das Sichtbare sich mehr und mehr verflüchtigt“. Der Vorgang ist eine der vielen „Schmelzungen“, die dem neuen Buch der Wiener Schriftstellerin seinen Titel geben. Es handelt sich um ein Mosaik glasklarer, völlig unsentimentaler Selbstbetrachtungen, so kurz und lakonisch wie sie nur sein können. Helbichs Thema ist das Ineinanderfließen der Erscheinungen, die das hohe Alter mit sich bringt: Erinnern und Vergessen, Diesseits und Jenseits, Traum und Wirklichkeit.
Die Autorin ist fast 94, ihr erster Roman „Schwalbenschrift“ erschien, als sie 80 war. Seither hat sie Jahr um Jahr schmale Bücher mit hochkonzentriertem Inhalt vorgelegt, in denen Erinnerung und Alter die Hauptrollen spielen. „Schmelzungen“ erzählt vom Hochseilakt des Greisenalters, wo die Existenz kostbar wird. Mit Ilse Helbich kann man Altern lernen.

Julia Kospach in Falter 39/2015 vom 25.09.2015 (S. 34)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783854209645
Erscheinungsdatum 14.09.2015
Umfang 136 Seiten
Genre Belletristik/Erzählende Literatur
Format Hardcover
Verlag Droschl, M
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