Die Wolken von beiden Seiten gesehen

302 Seiten, Buch
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Themen Belletristik Allgemein, nicht nach Genre Allgemein und literarisch
ISBN 9783854496977
Sprache Deutsch
Erscheinungsdatum 10.03.2026
Größe 19 x 12 cm
Verlag Sonderzahl
LieferzeitLieferung in 2-5 Werktagen
HerstellerangabenAnzeigen
Sonderzahl Verlag
Große Neugasse 35/15 | AT-1040 Wien
verlag@sonderzahl.at
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Kurzbeschreibung des Verlags

Für eine TV-Dokumentation über Franz Schuberts weltweite Wirkung recherchiert der Wiener Regisseur Felix Tichy einige Wochen in Pariser Archiven. Zeit der Handlung: Frühjahr 2025. Seine Freundin Sophie hat ihn in Paris, nach einem bitteren Streit, verlassen.Dann aber verlangt ein 22-seitiger Brief aus Brasilien Tichys ganze Aufmerksamkeit. Florian Lothar, Musiker, Hornist, ein Freund aus früheren Jahren, hat sich – so steht es zumindest in dem »in ausladender altmodischer Handschrift« verfassten Schreiben – in den brasilianischen Urwald geflüchtet und kündigt seinen Suizid an. In dem Brief bittet er Felix, die Rede bei seiner Trauerfeier zu halten. Vor Freunden und Bekannten sollen einige weitverbreitete Irrtümer seiner Lebensgeschichte korrigiert werden. Florians Brief enthält dazu die entsprechenden Instruktionen.Eine schwere Hypothek, denn Felix hat zu vielem entgegengesetzte Erinnerungen. Zudem gibt es keine Nachrichten über Florians tatsächliches Ableben. Ist er vielleicht noch am Leben? Wo hält er sich auf? Wie kann man ihn erreichen? Wer weiß etwas über ihn? Felix schreibt Mails, führt Telefonate, trifft Weggefährten – doch Klarheit ist nicht zu gewinnen.Klemens Renoldner veröffentlicht nach drei Bänden mit Essays und Erzählungen seinen ersten Roman bei Sonderzahl: Die Wolken von beiden Seiten gesehen. Die stringente, in wenigen Wochen ablaufende Handlung, die immer wieder von der Vergangenheit eingeholt wird und zugleich die Zukunft in den Griff bekommen möchte, wird von unterschiedlichen Textgattungen aufgebrochen: dem brasilianischen Brief, zu dem Felix manisch lesend immer wieder zurückkehrt, Mails von Freunden, hastig hingeworfenen Notizen, Traumerzählungen, vielen Gesprächen und … die Geschichte endet wie im Kino als Entwurf für ein Drehbuch:»Da ist eine Trauergemeinde zu sehen. Ein Priester versprengt Unmengen von Weihwasser. Dann fährt die Kamera hoch. Oder haben wir das alles nur geträumt? Befinden wir uns am Amazonas? Ja, da ist ein Boot zu sehen, auf diesem endlosen Wasser zwischen grünen Wäldern … «

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Themen Belletristik Allgemein, nicht nach Genre Allgemein und literarisch
ISBN 9783854496977
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Erscheinungsdatum 10.03.2026
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FALTER-Rezension

Sebastian Fasthuber in FALTER 25/2026 vom 17.06.2026 (S. 26)

Ist Florian tot? Er schreibt seinem alten Freund Felix aus Brasilien einen umfangreichen Abschiedsbrief, in dem er ihn zum Trauerredner auf seinem Begräbnis bestimmt. Der Brief ist gleichzeitig eine ziemlich weinerliche Anklage. Florian, einst Hornist von Weltruf, war mitten in einem Konzert abgegangen und nach seinem Karriereende untergetaucht.

Der Autor und Literaturwissenschaftler Klemens Renoldner legt mit seinem Roman ein kunstvolles Spiel um Fiktion und Realität, Lebensläufe und Irrwege vor. Der Titel spielt darauf an, dass die Wahrheit immer - mindestens -zwei Seiten hat, und ist von Joni Mitchells Song "Both Sides Now" ausgeborgt. Den Takt gibt im Buch jedoch Franz Schubert vor, zu dem der Ich-Erzähler Felix in Paris recherchiert. Renoldner ist ein klug komponierter und zugleich unterhaltsamer Roman gelungen.

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