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Kurzbeschreibung des Verlags
Jahr für Jahr flüchten Tausende Kinder und Jugendliche alleine, ohne ihre Eltern, aus den Krisenregionen in Asien und Afrika und aus Osteuropa. Im Jahr 2009 erreichten 1.182 dieser „unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge“ Österreich. Sie erhoffen sich hier eine Perspektive für ihre Zukunft, Frieden, Sicherheit und Schutz vor Verfolgung. Wenn sie Europa erreichen, erleben sie oft herbe Enttäuschungen. Bevor sie endlich ankommen können, müssen sie einen Hindernislauf aus Verdächtigungen, Schikanen und zermürbendem Warten durchmachen.
Das Buch gibt Einblicke in das Leben unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge, greift aktuelle Probleme des Asylverfahrens und der Betreuung jugendlicher AsylwerberInnen auf und liefert Anstöße für eine Verbesserung der Situation. Im Zuge der Recherche wurden intensive Gespräche mit ExpertInnen geführt, Statistiken und aktuelle Fachliteratur ausgewertet. Vor allem aber kommen die jungen Flüchtlinge selbst zu Wort: Sie erzählen von ihrer oft abenteuerlichen Flucht, von der Aufnahme in Österreich, von ihren Ängsten und Hoffnungen. Sie beschreiben ihre Erfahrungen mit der neuen Heimat, was sie in Österreich schätzen, wer und was ihnen geholfen hat und welche Hindernisse ihnen in den Weg gelegt wurden.
In einem neuen Buch zeigt Heinz Fronek die Grausamkeit des Asylsystems abseits des Rampenlichts
Flüchtlingsschicksale polarisieren – vor allem dann, wenn es um Kinder geht. Groß war die Empörung, als die achtjährigen Komani-Zwillinge im November in den Kosovo abgeschoben wurden. Doch es gibt viele tragische Schicksale, von denen die Öffentlichkeit nichts erfährt.
Der 16-jährige Sami aus Afghanistan ist so ein Fall. Im Juni 2010 hatte Sami versucht, sich während seiner Schubhaft im Polizeianhaltezentrum am Hernalser Gürtel das Leben zu nehmen. Daraufhin kam er frei und verstarb wenig später in einem Pflegeheim in Niederösterreich.
Heinz Fronek gibt Sami und vielen anderen Menschen in seinem Buch "Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Österreich" eine Stimme. Akribisch stellt der Mitarbeiter der NGO "Asylkoordination" internationales Asylrecht dem österreichischen gegenüber. Mit Fallbeispielen beschreibt er die Ursachen für Österreichs verfehlte Asylpolitik.
Das oft langjährige Asylverfahren beginnt mit dem Erstgespräch und der Altersbestimmung. Seit 1. Jänner 2010 wird dabei neben einer körperlichen und zahnmedizinischen Untersuchung auch ein Handwurzelröntgen durchgeführt. Dieses Röntgen wird von Fachkreisen heftig kritisiert, weil es zur Altersbestimmung nicht geeignet ist. Froneks Zahlenbeispiel veranschaulicht die Überforderung der Behörden: Im März 2009 warteten 22.121 Asylwerber auf ihren Asylentscheid, 14.172 von ihnen stellten ihren Asylantrag bereits vor 2006. Während des laufenden Verfahrens sind Asylwerber praktisch vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen. Einzig die Saison- und Erntearbeit bleibt ihnen. Besonders schwierig ist das für Minderjährige, die weder eine Lehre machen noch Weiterbildungskurse des AMS nutzen können.
Und doch hat sich in den vergangenen Jahren einiges verbessert. Seit der Einführung der Grundversorgung 2004 verläuft die Zuteilung der Unterkünfte reibungsloser, die Obsorge für Minderjährige wird schneller geklärt, für die Antragsteller gibt es Freizeitaktivitäten und psychotherapeutische Angebote. Über diese Entwicklungen spricht Fronek nur vereinzelt, zitiert werden nur jene Experten, die seine Thesen stützen. "Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge" ist dennoch ein gut recherchiertes Sachbuch, in dem die Absurditäten des Asylsystems und dessen Konsequenzen anschaulich dargestellt sind.