Das Marampa Projekt
Als es im kolonialen Clubhouse Schnitzel gab, ein Ministerialbeamter unter einem Baum in Afrika telefonierte, zwei Erzzüge aufeinander zufuhren und der Trafokoarl im Swimmingpool einen Frosch verschluckte

von Juma Hauser

€ 24,90
Lieferung in 2-7 Werktagen

Verlag: Mandelbaum
Genre: Sachbücher/Geschichte/Regionalgeschichte, Ländergeschichte
Umfang: ca. 232 Seiten
Erscheinungsdatum: 22.09.2016

Das Marampa Projekt - Als es im kolonialen Clubhouse Schnitzel gab, ein Ministerialbeamter unter einem Baum in Afrika telefonierte, zwei Erz­züge aufeinander zufuhren und der Trafo­koarl im Swimmingpool einen Frosch verschluckte: So lautet der Titel des Buches und des künst­lerischen Projekts, in denen Juma Hauser über mehrere Jahre Spuren einer österreichischen Berg­bauunternehmung in Sierra Leone gesam­melt hat.
In essayistischen Textpassagen, Bildstrecken und Collagen führt die Autorin Interviews, Zitate, Anekdoten und Archivmaterial zusammen. Das vielfältige Material verdichtet sie dabei szenisch zu einer etwas anderen Industrie­geschichte über individuelle Erfahrungen in einem größeren ­historischen Kontext.
Etwa 40 österreichische Mitarbeiter und ihre Familien ließen sich zwischen 1980 und 1985 in Marampa, Sierra Leone, nieder.
Für die meisten von ihnen bedeutete die Erfah­rung »Afrika« einen großen biografischen Einschnitt. In Sierra Leone indes setzte das österreichische Projekt eine lange post/koloniale Ge­schichte fort.
Juma Hauser war selbst während der 1980er Jahre mit ihrer Familie vor Ort. Die Recherchen führten sie 2014 wieder zurück zu den Schau­plätzen im heutigen Marampa. Juma Hauser arbeitet als Künstlerin und Gestalterin in Wien. Sie ist in unter­schied­lichen Medien und Konstellationen an interdisziplinären Projekten im In- und Aus­land tätig. Ihr besonderes Interesse gilt der Auseinandersetzung mit Machtverhältnissen, Räumen und unterschiedlichen Formen von Geschichtsschreibung. Studium der Malerei und Grafik (Klasse für konzeptuelle Kunst) an der Akademie der Bildenden Künste, Wien sowie der West African Studies an der University of Birmingham.

Rezension aus FALTER 51-52/2017

Marampa ist ein Bergbaugebiet in Sierra Leone. Die Austro-Mineral, eine Tochtergesellschaft der Voest, baute dort in den frühen 1980er-Jahren Erz ab. Die meisten der rund 40 Mitarbeiter und deren Familien kamen aus dem steirischen Eisenerz, einer Region mit langer Bergbautradition. Die Künstlerin Juma Hauser, die selbst als Kind einige Zeit in Marampa verbrachte, macht sich auf die Spuren der österreichischen Präsenz vor Ort.
Dabei entdeckt sie, dass (neo-)koloniale Strukturen nachwirken und auch Neuankömmlinge leicht verführen können. Heute, nach dem Niedergang der Voest und lange nach Abschluss des Abenteuers in Marampa, bleiben den Menschen Erinnerungen an Sierra Leone. So gibt es im steirischen Eisenerz auch heute noch den „Marampa Pub“. Ein künstlerisch gestaltetes, ansprechendes Buch mit Texten, Fotos und Collagen über ein ungewöhnliches, wenig beleuchtetes Thema.

Karin Chladek in FALTER 51-52/2017 vom 22.12.2017 (S. 36)


Bitte warten...

Sie haben folgendes Produkt in den Warenkorb gelegt:

{{var product.name}}


weiter einkaufen
zum Warenkorb