
Kirstin Breitenfellner in FALTER 6/2026 vom 04.02.2026 (S. 28)
Von der Kinderbuchfigur Pinocchio kennt das kollektive Gedächtnis vor allem die lange Nase, die der Holzpuppe wächst, wenn sie lügt. Sie spielt jedoch in der Geschichte von 1881 eine untergeordnete Rolle. Carlo Collodi verfolgte mit ihr eine pädagogische Absicht: Buben zum Lernen und zu bedachten Entscheidungen zu motivieren.
In der Nacherzählung von Imme Dros erscheint Pinocchio als leicht ablenkbarer, leichtgläubiger und beratungsrestistenter Charakter, der allerlei Abenteuer durchsteht und zum Schluss zur Belohnung zum Menschen verwandelt wird. Zum Ereignis wird das Buch durch die Illustrationen des belgischen Stars Carll Cneut. Mit Anleihen an Kinderzeichnungen und dem surrealistischen Touch eines James Ensor entsteht eine traumhafte Welt voller Tiere, Manegen und dunkler Wälder.


