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| ISBN | 9783867177733 |
|---|---|
| Erscheinungsdatum | 03.10.2011 |
| Genre | Belletristik/Hauptwerk vor 1945 |
| Verlag | Der Hörverlag |
| Gelesen von | Rainer Bock, Bibiana Beglau, Jörg Pohl |
| Lieferzeit | Lieferbar in 14 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH Neumarkter Straße 28 | DE-81673 München produktsicherheit@penguinrandomhouse.de |
New York zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der siebzehnjährige Karl Roßmann wird wegen eines erotischen Verhältnisses mit einem Dienstmädchen von seinen Eltern hart bestraft: Sie schicken ihn nach Amerika. Mit großen Augen sucht er seinen Platz in dieser neuen Welt, die ihn zunächst mit offenen Armen empfängt. Alles scheint möglich. Doch der amerikanische Traum trügt und wendet sich allzu bald in sein Gegenteil.
(2 CDs, Laufzeit: 2h)
| ISBN | 9783867177733 |
|---|---|
| Erscheinungsdatum | 03.10.2011 |
| Genre | Belletristik/Hauptwerk vor 1945 |
| Verlag | Der Hörverlag |
| Gelesen von | Rainer Bock, Bibiana Beglau, Jörg Pohl |
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| Herstellerangaben | Anzeigen Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH Neumarkter Straße 28 | DE-81673 München produktsicherheit@penguinrandomhouse.de |

Anja Hirsch in FALTER 4/2012 vom 25.01.2012 (S. 30)
Franz Kafkas Welt ist sonderbar, bedrohlich und mitunter voll grotesker Komik. In ihr enden Gänge im Nirgendwo, und Menschen ändern plötzlich ihr Gesicht und ihre Absicht.
So geschieht es in dem Romanfragment "Der Verschollene", das Kafkas Nachlassverwalter Max Brod 1927 unter dem Titel "Amerika" herausgab. Kafka schrieb den ersten Teil des "Verschollenen" – "Der Heizer" – an nur einem Abend, "in unglaublicher Ekstase", wie Brod erläutert.
Schrill und synkopisch klingt denn auch Max Knoths Eingangsmusik zu diesem Hörspiel. Hierarchisch geordnete Figuren bevölkern den bruchstückhaft gebliebenen Roman. Im Hörspiel finden sie sich vielstimmig angeordnet und in großer Stimmungsskala interpretiert. Andererseits reizt damals wie heute weniger das Orchestrale, sondern vielmehr die Eindimensionalität der Erzählperspektive. Sie ist Grund der großen Verstörung, welche Kafka-Texte hinterlassen: Er schaut, hört, empfindet allein durch Karl Roßmann. Niemand erklärt ihm und uns die Welt, die fremdartig auf uns einströmt.
Das stellt auch eine Herausforderung an die Regie dar. Sie muss nicht nur das Milieu abbilden, sondern auch dessen Rätselhaftigkeit. Der am Theater geschulten Regisseurin Beate Andres gelingt das gut. Sie malt mit melancholischer Bläsermusik ein fernes, bleiches Land, in das sie Roßmann wie einen Fremdling platziert, der verwundert kleinste Details registriert.
Die Merkwürdigkeit der Menschen wird durch Doppelbesetzungen unterstrichen, der Text in irritierend schallende Räume gebettet. So entsteht schließlich jenes leicht klischeehaft wirkende, bedrohliche Amerika, das Kafka skizziert hat – eine sich ewig erweiternde, haltlose Welt.
Selbst wenn diese Hörspielfassung manchmal etwas weit ins Gruselgenre ragt – der Text verführt ja auch dazu –, so überwiegt im Endeffekt doch das Sphärische. Die Inszenierung hält die Wage zwischen Komik und Tragik. Das liegt nicht zuletzt am gut ausbalancierten Sprecherensemble. Es nimmt erzählerische, lange Kafka-Sätze mit natürlicher Lässigkeit und bringt die Fremdheit transportierenden Dialoge auf den Punkt.

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