Sachbuch-BESTENLISTE Juli 2020

Celans Zerrissenheit

Ein jüdischer Dichter und der deutsche Geist
€ 20.6
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Kurzbeschreibung des Verlags:

Ein explosives Buch öffnet ein neues Kapitel der Beschäftigung mit Paul Celan.
Zum 50. Todestag Celans am 20. April wirft Helmut Böttiger einen ganz neuen Blick auf den Dichter und räumt mit vielen Mythen und Vorurteilen rund um Celan auf. Von den Rechten, die ihn faszinierten, abgelehnt; von Linken bewundert, die ihn missverstanden. An kaum einem deutschsprachigen Autor zeigen sich die Verwerfungen der Nachkriegszeit deutlicher als an Celan. Während mit Heidegger, Jünger et al. die konservativen Vertreter des Deutschen Geists Celan ablehnten, waren dessen Verehrer Böll, Grass, Enzensberger dem Dichter fremd.
Auf Knüppelpfaden und Holzwegen war er unterwegs, der Ausnahmedichter Paul Celan. Bis heute ist das Bild, das man sich von ihm macht, geprägt von Missverständnissen, falschen Vorstellungen und heroischen Romantisierungen. Zum “Schmerzensmann” und in die Rolle des “jüdischen Opfers” stilisiert; wurde der Dichter auf vertrackte Weise ein “ideales Vehikel für die allgemeine Verdrängung”, so Helmut Böttiger, seine Todesfuge avancierte zum Schulgedicht, der Rest des Werks trat dagegen zurück.
Dass Celans Suche nach einer neuen dichterischen Sprache ihn paradoxerweise (vergeblich) die Nähe von Ernst Jünger, des von Celan “Denk-Herrn” genannten Martin Heidegger oder sogar Figuren wie Rolf Schroers suchen ließ, während er mit der Sprach Haltung seiner Förderer Böll und Grass wenig anfangen konnte, wurde dabei oft übersehen oder passte nicht ins Bild. Helmut Böttiger zeichnet Leben und Werk Celans auf dem Hintergrund des literarischen Betriebs seiner Zeit. Heraus kommt dabei ein ganz neuer Blick auf Celan.

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FALTER-Rezension

Celan und kein Ende, lautet die Devise 50 Jahre nach dessen Freitod. Der Literaturkritiker Helmut Böttiger schreibt über die Mutation des Trakl- und Rilke-Verehrers aus Czernowitz zum jüdischen Dichter der Deutschen. Die Rezeption der „Todesfuge“ sei dafür verantwortlich: „Man nahm bereitwillig die ,Schönheit‘ dieses Gedichts auf sich und konnte sich dadurch als Deutscher von seinen Schuldgefühlen entlasten – es hatte auch die Funktion der Gewissensberuhigung.“

Dazu will nicht passen, dass sich Celan zeitlebens für Martin ­He­i­d­egger interessierte und an Ernst Jünger schrieb, um als in Paris lebender Emigrant Eingang in die deutsche Literaturszene zu finden. Worin genau die Intention dieser auf des Dichters Texte kaum eingehenden Rekonstruktion unter dem Titel „Celans Zerrissenheit“ besteht, erschließt sich nicht. Ein Buch für alle, die zu faul sind, Celan zu lesen, und trotzdem mitreden müssen.

Erich Klein in Falter 16/2020 vom 17.04.2020 (S. 34)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783869712123
Ausgabe 1. Auflage
Erscheinungsdatum 05.03.2020
Umfang 208 Seiten
Genre Sachbücher/Kunst, Literatur/Biographien, Autobiographien
Format Hardcover
Verlag Galiani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch
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