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| Reihe | Internationaler Merve Diskurs / Perspektiven der Technokultur |
|---|---|
| ISBN | 9783883962771 |
| Erscheinungsdatum | 01.08.2012 |
| Genre | Philosophie |
| Verlag | Merve |
| Vorwort | Hans Ulrich Obrist |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen Merve Verlag GmbH Kolonnadenstraße 5 | DE-04109 Leipzig merve@merve.de |
Seit etwa zehn Jahren kann man einen stetig steigenden übermäßigen Gebrauch des Begriffs „Partizipation“ beobachten. In dem Maße, in dem sich jeder zu einem „Teilnehmer“, einem „Partizipanten“ wandelte, nahm die meist unkritische, naive und romantische Verwendung des Begriffs streckenweise beängstigende Ausmaße an. Versehen mit einem oft nostalgischen Flair von Schutzwürdigkeit, Scheinsolidarität und politischer Korrektheit, hat sich die „Partizipation“ insbesondere in der Politik zur Standardausrede entwickelt, wenn es darum ging, sich aus der Verantwortung zu ziehen. Der hier vorgelegte dritte Teil einer „Trilogie der Partizipation“ versucht die Rolle des „interesselosen Außenseiters“, eines „ungefragten Teilnehmers“ stark zu machen, der, unbehindert von bestehenden Regelvorgaben, einzig mit seinem kreativen Intellekt und dem Willen zur Veränderung ausgerüstet auf den Plan tritt.
| Reihe | Internationaler Merve Diskurs / Perspektiven der Technokultur |
|---|---|
| ISBN | 9783883962771 |
| Erscheinungsdatum | 01.08.2012 |
| Genre | Philosophie |
| Verlag | Merve |
| Vorwort | Hans Ulrich Obrist |
| Lieferzeit | Lieferung in 2-5 Werktagen |
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Maik Novotny in FALTER 3/2013 vom 16.01.2013 (S. 31)
Ob Bürgerinitiativen von Stuttgart 21 bis zum Wiener Augarten oder Forderungen der Piratenpartei in Sachen Liquid Democracy: Basisdemokratie hat wieder Konjunktur. Gleichzeitig wird sie in Form der Volksbefragung, insbesondere des vielgerühmten Schweizer Modells, auch gerne von den rechten Parteien als populistisches Lock- und vermeintliches Allheilmittel missbraucht. Aber besteht die Alternative zum geschmähten Alle-vier-Jahre-sein-Kreuzerl-Machen wirklich darin, dass man stattdessen viermal im Jahr sein Kreuzerl macht – online und gelangweilt? Nein, meinte der 1978 geborene Berliner Architekturtheoretiker Markus Miessen in einem Beitrag in der Zeit im Juni 2012, der auf überwältigende Resonanz stieß.
Miessen forderte darin ein konfliktorientiertes Verständnis von Partizipation "ohne Beteiligung der allerletzten Schnarchnase", ohne bequemes Auslagern der Verantwortung und Scheu vor konstruktivem Streit.
Im letzten Teil seiner "Trilogie Partizipation" geißelt Miessen den "Albtraum Partizipation" nun provokativ in Buchform. Konsens bedeute Stillstand und führe entgegen der landläufigen Meinung nicht zu einem Mehr, sondern einem Weniger an Interaktion; neue Ideen würden durch ihn weitgehend verhindert. Wer die als Basisdemokratie firmierende aggressive Selbstzerfleischung der deutschen Piraten kennt und deren hilflose Versuche verfolgt hat, diese fruchtlosen Beschlussfindungsanstrengungen mit infantiler Kuschelrhetorik auszugleichen, muss dem Befund des Architekturpublizisten Recht geben.
Als Gegenmodell zu der in zaghaftem Konsens versandenden Bürokratie schlägt Miessen den "uneingeladenen Außenseiter" vor, der die Debatte auf unabhängige, unverbrauchte und gerne auch dilettantische Weise voranbringe. Gerade Architekten seien für diese Rolle prädestiniert, seien sie doch schon per se Einzelgänger und stünden ohne Lobby da.
Miessens Plädoyer ist – wohl weil die einzelnen Essays und Interviews separat entstanden sind – mitunter holprig und etwas redundant geraten, verdient aber als Beitrag zu einem hochaktuellen Thema – siehe Volksbefragung zur Wehrpflicht – auch hierzulande Beachtung.

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