O. M.
Roman

von Gantner Florian

€ 24,90
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Verlag: Edition Laurin
Format: Hardcover
Genre: Belletristik/Erzählende Literatur
Umfang: 376 Seiten
Erscheinungsdatum: 30.08.2018


Rezension aus FALTER 46/2018

Eine wilde Reise durch die Weltliteratur

Ein erfolgloser Schriftsteller recherchiert seit Jahren für das Buch, das sein Opus magnum werden soll. In den Leerstellen der Biografien großer Autoren vermutet Gregor Reichelt Geheimnisse, die ihre Werke in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen. Warum etwa hat der Aufklärer Rousseau, nachdem er ein wegweisendes Buch über Kindererziehung vorgelegt hatte, seine eigenen Kinder einfach ins Findelhaus gesteckt?

Reichelt reist nach Paris, um an den Originalschauplätzen zu recherchieren. Sein besonderes Augenmerk gilt Jean-Jacques Rousseaus wenig bekanntem Bruder François, der nur in den „Bekenntnissen“ ganz kurz erwähnt wird: Sein älterer Bruder, heißt es da, sei von den Eltern vernachlässigt worden, auf Abwege geraten und verschwunden. In Reichelts Version taucht er eines Tages bei Jean-Jacques in Paris wieder auf und bringt dessen Leben völlig durcheinander.

„O.M.“ ist eine wilde Reise durch die Weltliteratur in sieben Kapiteln. Florian Gantner reichert die Literaturgeschichte um fiktive und spekulative Elemente an. In weiteren Abschnitten versucht sein Protagonist Jane Austens schriftstellerische Entwicklung mit ihrer ungewöhnlichen Beziehung zu einem deutlich älteren Mann zu erklären oder stellt die These auf, dass Nikolai Gogols Lakai ebenso wichtig für das Entstehen von dessen Werken war wie der Autor selbst, weil er diesem die Ideen einflüsterte. Reichelts Gedanken zu seinem kommenden Meisterwerk, das bis dato nur in seinem Kopf existiert, steigern sich langsam zu Raserei und Wahnsinn.

Florian Gantner ist nicht Gregor Reichelt, er hat bereits drei Romane geschrieben und fährt gerade erste Erfolge ein, kürzlich hat er den Literaturpreis Floriana gewonnen. „O. M.“ ist eine anregende Lektüre, weil kenntnisreich, aber nicht zu akademisch, sondern in einer lebendigen, zupackenden Sprache verfasst. Auch die Jargons der Romane und Erzählungen des 18. und 19. Jahrhunderts trifft das Buch gut. Es macht Lust darauf, Rousseau, Austen, Dickens, Puschkin, Gogol, Tschechow und viele andere zu lesen. Und mehr von Gantner.

Sebastian Fasthuber in FALTER 46/2018 vom 16.11.2018 (S. 34)


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