Die Doderer-Gasse oder Heimitos Menschwerdung

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Kurzbeschreibung des Verlags:

Wir schreiben das Wien der Achtzigerjahre. Das Unglaubliche nimmt Gestalt an: Heimito von Doderer wird wiedergeboren. Damit nicht genug, stößt auch bald Adolf Loos dazu, ebenfalls wiedergeboren. Nicht unwesentlich dabei: Beide dürfen nun erleben, was es heißt, ein Mädchen zu sein!
Heimito von Doderer wird zehn Jahre nach seinem Tod im Körper eines Mädchens namens Marie am Wiener Stadtrand wiedergeboren. Die zeitgenössische Architektur, die Gefangenschaft in einem weiblichen Körper, alles erregt Doderers Widerwillen. Doch er sieht in seiner Widergeburt auch die Chance, endlich sein Opus Magnum, den Roman No. 7/III zu beenden. Zuvor gilt es aber, Marie den Windeln zu entwöhnen, ihr Schreiben beizubringen und ihr seinen Roman zu suggerieren. Leider hapert es irgendwie mit seiner Einflussnahme auf das Kind, Marie ist renitent.
Im Kindergarten schließt Marie Freundschaft mit Isa und Doderer entdeckt Adolf Loos, der in Isa wiedergeboren wurde. Während die Mädchen gemeinsam ihr Leben in der Großfeldsiedlung zu meistern suchen, klären die beiden intellektuellen Vertreter einer überlebten Welt den Sinn ihrer Existenzen. Die 80er Jahre in Stahlbetonbauten. Marie und Isa singen zwischen Waldsterben, Hungersnöten in Afrika und Tschernobyl von „Ein bisschen Frieden“ und „We are the World“.
Nadja Bucher schreibt im originalen Stile Doderers eine unfassbar originelle Geschichte.

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FALTER-Rezension

Heimito von Doderer (1896–1966) reinkarniert 1976 im Leib der Neugeborenen Marie. Der Geist ringt um Kontrolle über den Wirtskörper: „Marie, ich befehle Ihnen, sich umzudrehen, sofort, in einem Schwunge, beherzt und auf der Stelle!“ Was wie eine literarische Schnapsidee klingt, erweist sich nach anfänglichem Unglauben als richtig komisch. Nadja Bucher, Wiener Slam-Poetry-Pionierin, parodiert Doderers Ton trefflich. Noch bizarrer wird es, als der Schriftsteller Adolf Loos trifft, der im Körper von Maries Kindergartenfreundin gefangen ist.

Die beiden Dämonen fachsimpeln telepathisch während eines Laternen­umzugs oder streiten beim „Am dam des“-Schauen, ob das nun ihre persönliche Hölle sei: „Sie ahnen nicht, was ich hier durchmache, werter Doderer, Kinderlieder bar jeder Vernunft im hochfrequenten Schallbereich!“ Ein schön skurriler Roman, ein Lob auf das rote Wien und das Dasein als Mädchen.

Dominika Meindl in Falter 13/2021 vom 02.04.2021 (S. 37)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783903184596
Erscheinungsdatum 15.10.2020
Umfang 280 Seiten
Genre Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)
Format Hardcover
Verlag MILENA
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