Sozialreportage als Medienspektakel

»Durch die Wiener Quartiere des Elends und Verbrechens« von Emil Kläger und Hermann Drawe, 1905/1920
248 Seiten, Taschenbuch
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Reihe Beiträge zur Geschichte der Fotografie in Österreich
ISBN 9783903595101
Erscheinungsdatum 09.04.2026
Genre Kunst/Fotografie, Film, Video, TV
Verlag Fotohofedition
Beiträge von Emil Kläger
Beiträge von Michael Ponstingl, Hermann Drawe, Martin Keckeis, Hildegard Kernmayer, Katarina Matiasek, Peter Payer, Hermann Schlösser, Werner Michael Schwarz, Andreas Weigl
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Kurzbeschreibung des Verlags

Beiträge zur Geschichte der Fotografie in Österreich, Band 24
Herausgegeben von Monika Faber für das Photoinstitut Bonartes, Wien, und Walter Moser für die Fotosammlung der Albertina, Wien.

Mit dem Lichtbildervortrag »Durch die Wiener Quartiere des Elends und Verbrechens« setzte das Volksbildungshaus Urania im Mai 1905 Maßstäbe: Es entstand eine der weltweit ersten Sozialreportagen, die auf die Macht der Fotografie vertraute. Der aufrüttelnde Text des Journalisten Emil Kläger und die drastischen Lichtbilder des Richters Hermann Drawe beleuchteten die Schattenseiten der Industrialisierung. Sie dokumentierten das Leben dort, wo das Bürgertum wegsah: in der Kanalisation, den Ziegelöfen und Massenquartieren. Die Reaktionen auf dieses Medienspektakel reichten von purer Sensationslust bis zu tiefer Betroffenheit. Mit der Präsentation von Fotoabzügen auf der »Allgemeinen Hygienischen Ausstellung« 1906 und der Buchveröffentlichung von 1908 verliehen die Autoren ihrem Anliegen in verschiedenen Medienformaten zusätzliches Gewicht. 1920 fand das Thema schließlich seinen Weg auf die Kinoleinwand – hochkarätig besetzt mit Stars des Burgtheaters.

Michael Ponstingl ist Fotohistoriker und Kurator am Photoinstitut Bonartes, Wien.

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