Hörst du, wie der Himmel singt?

Ein Roman aus Südafrika
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Kurzbeschreibung des Verlags:

In einem kleinen Häuschen, irgendwo in der südafrikanischen Provinz, zieht eine Mutter drei Kinder alleine auf: Zuko, Honey und Ash. Der achtjährige Zuko spricht immer noch nicht, Honey kränkelt und auf den Schultern des 17-jährigen Ash lastet viel Verantwortung. Früher kam im Sommer jeweils ein Mann zu Besuch. Die Mutter schien dann jeweils glücklich, doch nach einem Streit tauchte der Mann eines Tages nicht mehr auf.
Was mit Zuko los ist, wissen die Mutter und Ash nicht, aber sie kümmern sich mit viel Liebe und Geduld um das Kind, das die Welt auf seine eigene Art zu erleben scheint. Als Honey immer schwächer wird, gibt es keine Rettung für sie und kurze Zeit später stirbt auch die Mutter. Alles, was Ash nach dem Begräbnis bleibt, sind sein Bruder, der Name und die Adresse jenes Mannes in der Stadt – und die Annahme, dass dieser Mann ihr Vater ist.
So machen sich die beiden Brüder zusammen auf – zu Fuss, denn für eine Busfahrt reicht das Geld nicht. Ein steiniger Weg voller Entbehrungen, Gefahren, aber auch Unterstützung und Liebe liegt vor ihnen. Ash tut alles, damit es seinem Bruder gut geht. Dieser spricht zwar nicht, hat aber trotzdem viel zu sagen. In der Stadt angekommen, spürt Ash den Mann auf.
Ist er ihr Vater? Und wird er die beiden Jungen bei sich aufnehmen?
Kirsten Miller zeichnet ein vielschichtiges Bild Südafrikas: Da steht Liebe neben Gewalt, Armut neben Reichtum. Der Pfad zwischen Fatalismus und Verantwortung ist schmal in dieser spannungsgeladenen Gesellschaft. Doch letztlich geht es in diesem bewegenden und bis zur letzten Seite spannenden Roman um die Würde des Menschen, um das Recht auf Selbstbestimmung und um den Umgang mit Andersartigkeit ohne Kategorisierung.

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FALTER-Rezension

„Du siehst die Dinge, wie sie sonst keiner sieht“

Eine Odyssee durch Südafrika als Schule des Überlebens

Wenn die Kiefern im Wind wiegen, die Krähen davonfliegen und der Staub in der Luft tanzt, könnte das in Mitteleuropa sein, aber Kirsten Miller versetzt uns nach Südafrika, wo es schon lange nicht geregnet hat und hinter den ­Dünen auch Silkybark­, Milchholzbäume und wilde Oliven gedeihen. Die Leute im Dorf sind abergläubisch und ­misstrauisch. Sie bewundern Yanela nicht dafür, dass sie sich alleinerziehend mit drei Kindern durchschlägt, sondern misstrauen ihr. Kurz nach ihrer Tochter stirbt auch die Mutter. Die ­Söhne sind auf sich allein gestellt. Die Lage ist deprimierend, und so macht sich der 17-jährige Ash mit Zuko auf den Weg zum wohlhabenden Vater in die Stadt.

Zuko ist acht und kann nicht sprechen. „Was andere sahen, spürte er. Was andere hörten, sah er“, heißt es an einer Stelle. „Du siehst Dinge, die sonst keiner sieht. Du kennst dich aus mit Schönheit. Mit Licht. Und Mustern“, an einer anderen. Kirsten Miller fängt hier gekonnt eine Form von Autismus als eine besondere, synästhetische Wahrnehmung ein. Die Autorin, die in Durban ein Zentrum zur Frühförderung autistischer Kinder leitet, zeigt mit ihrem einfühlsamen Stil voll feiner Zwischentöne und in träumerischer Sprache, dass man Autismus als Störung, aber auch als Begabung begreifen kann. Gespannt begleiten wir die beiden Brüder auf ihrer Odyssee hin zu Verantwortung und Menschenkenntnis – eine Geschichte über Urvertrauen, das Verlieben und Verlieren. Sie spüren die rohe Natur und die furchteinflößende Stadt und treffen auf seltsame, verrückte, hilfsbereite oder mutige Typen sowie die Lebensretterin Ela, die Leichtigkeit und Lebensfreude schenkt und sie in Fragen verwickelt, etwa, was Familie bedeutet. Das zieht sich durch den Roman, der auch Themen wie Landraub, ungleiche soziale Chancen und Zwangsheirat streift.

Die Burschen erleben Scham, Wut und Hoffnung. Sie müssen ständig abwägen: Wem vertrauen? Was ­ablehnen? Was annehmen? Sie ­schützen einander und merken: Jemanden zu lieben, das heißt ihn/sie ­annehmen, wie er/sie oder auch das Seepferdchen-Stofftier ist, heißt, Kraft für Entscheidungen zu geben. Denn die Gesellschaft mag die Welt vielleicht in Schwarz und Weiß teilen, sie ist aber in Wahrheit „so viel größer als wir. Aber was wir daraus machen, haben wir selbst in der Hand. ­Unsere Entscheidungen können wir selbst wählen.“

Juliane Fischer in Falter 42/2021 vom 22.10.2021 (S. 31)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783907277102
Erscheinungsdatum 30.08.2021
Umfang 280 Seiten
Genre Kinder- und Jugendbücher/Jugendbücher ab 12 Jahre
Format Hardcover
Verlag Baobab Books
Empf. Lesealter ab 15 Jahre
Übersetzung Barbara Brennwald
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