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| Reihe | Edition Belletristik |
|---|---|
| ISBN | 9783945832295 |
| Erscheinungsdatum | 09.03.2019 |
| Genre | Belletristik/Lyrik |
| Verlag | Verlagshaus Berlin |
| Illustrationen | Oliver Hummel |
| Lieferzeit | Lieferung in 7-14 Werktagen |
In ihrem Lyrikdebüt protokolle der gegenwart bewegt Sandra Gugić sich entlang der Oberflächen und Tiefenströmungen der Gegenwartssprache: auf verschiedenen ebenen kombinierbare aneignungspraktik / von geschichte. Gugic greift in die Struktur der Sprache ein, transformiert Syntax, seziert Syntagma, schneidet Wortmaterial zusammen. Wenn der Wortstrom ins Stocken gerät, bricht die Oberfläche zu Wortketten auf, die in die Tiefenstruktur vordringen: logik lüge libido, naming shaming blaming. So erzeugt Sandra Gugić dreidimensionale Wortnetze, in denen sie die Gegenwart einfängt und zu einem friendly wordfire transformiert. Darin verwebt sie alle denkbaren Diskurse der Gegenwart: Flucht, Gender, Heimat, Computerspiele, Nahrungsmittelverpackungen. Die Gewaltsamkeit der Sprache wird gleichzeitig ausgestellt und durchkreuzt, denn dabei haben wir diese sprache aus eigenen mitteln finanziert. protokolle der gegenwart ist ein mitreißender Sprachstrom aus dem postkutschenzeitalter des individualismus, in dem Gugić in drei Kapiteln eine Karte der Gegenwart entwirft, von schreien zu schreiben.
| Reihe | Edition Belletristik |
|---|---|
| ISBN | 9783945832295 |
| Erscheinungsdatum | 09.03.2019 |
| Genre | Belletristik/Lyrik |
| Verlag | Verlagshaus Berlin |
| Illustrationen | Oliver Hummel |
| Lieferzeit | Lieferung in 7-14 Werktagen |

Sebastian Fasthuber in FALTER 28/2019 vom 10.07.2019 (S. 27)
Die in Berlin lebende österreichische Autorin Sandra Gugić hat einen Gedichtband geschrieben, der dezidiert unlyrisch daherkommt. Von Reimen ist hier keine Spur, auch auf Rhythmus und Sprachmelodie wurde kein gesteigerter Wert gelegt. Das ist freilich Konzept. Es soll gar nicht schön klingen. Harte Gegenwartssprache prasselt auf den Leser ein: „schutzlose vermessung gefühlte grundlage der legitimationsstrategie / informelle umverteilung von ausstiegsterminen das werben um stimmen / banale einsicht der klientel: man kann nicht mehr“.
Vom Ansatz erinnert „Protokolle der Gegenwart“ ein wenig an Rainald Goetz’ manische Mitschriften der laufenden Ereignisse. Nur dass bei Gugić kein dicker Wälzer daraus wurde, ihr Wortschwall ist wohldosiert. An Themen herrscht trotzdem kein Mangel, von Flucht über Gender bis Social Media kommt vieles, was uns derzeit beschäftigt, zur Sprache.

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