Leben im Dativ

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Kurzbeschreibung des Verlags:

Wo ist Halt, wo Haltung? Woran sich festhalten? An einer der herrschenden Ansichten, am Widerspruch zu ihnen, an den Schulmeinungen der Philosophie, am eigenen schwankenden Urteil? Hannes Böhringer hält sich an die Vernunft der Sprache. Denn die ist spendabel, großzügig und freigiebig. Sie gewährt Freiheit und gibt Halt. Sie schenkt dem Subjekt, das sich zum Gegenstand, zum direkten Objekt gemacht hat, den Dativ. Der Dativ ist existenziell. Das Ich muss sich nicht mehr in seiner Subjektivität versteigen und verliert sich auch nicht in der Objektivität. Das Ich findet sich indirekt im Dativ: Ihm ist etwas passiert, begegnet, zugestoßen, eingefallen. »Die Sprache schließt mich ein. Ich entkomme ihr nicht. Aber sie lässt mich frei. Ich bin drinnen und nach draußen entlassen ins Geschehen, in das, was passiert, ins Leben. Aus der Gegebenheit wird Begebenheit, Ereignis. Draußen ist frische Luft. Je näher ich an die Sprache heranrücke, je näher sie mir kommt, desto mehr werden aus Gegenständen Geschehnisse.« Die Enge des Alltags öffnet sich, wir sehen klarer auf die uns umgebende Welt, wenn wir sie mit den Augen Hannes Böhringers sehen lernen.

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FALTER-Rezension

Das menschliche Leben stehe in der Mehrdeutigkeit des Dativs, meint Hannes Böhringer. „Wir handeln, und uns widerfährt etwas. Wir machen etwas, und es geht uns daneben. Oder es geht so.“ Grammatik und Philosophie, Umstandswort und Umständlichkeit, das Aufräumen der Wohnung und die Schönheit des Kosmos – alles berührt und durchdringt sich in den Essays des Philosophen.

Etymologie, Mehrdeutigkeiten und Assoziationen verführen Böhringer von scheinbar einfachen Fragen wie „Was ist dieses Es überhaupt?“ zum einen oder anderen Parforceritt durch die Philosophiegeschichte, von Seneca bis Nietzsche. Bei Zwischenlandungen auf schrägen Ebenen dient ihm die Sprache als Geländer, das Halt gibt, um die Gedanken gleiten zu lassen. Keine leichte Lektüre, aber voll mit lohnenden Erkenntnissen, wie etwa: „Man kann der Sprache nicht misstrauen, ohne sich letztendlich doch wieder auf sie zu verlassen.“

Georg Renöckl in Falter 30/2021 vom 30.07.2021 (S. 30)

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Produktdetails
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ReiheFröhliche Wissenschaft
ISBN 9783957579546
Ausgabe 1. Auflage
Erscheinungsdatum 28.01.2021
Umfang 152 Seiten
Genre Sachbücher/Philosophie, Religion
Format Taschenbuch
Verlag Matthes & Seitz Berlin
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