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Kurzbeschreibung des Verlags
1924 betritt Sergej Eisenstein zum ersten Mal einen Schneideraum. In Russland fehlt es an allem: an Drehbüchern, Regisseuren, vor allem aber an Filmmaterial. Stattdessen kauft man im Ausland. Hauptlieferant der Träume in Zelluloid sind Deutschland und die USA, aber diese Filme müssen erst »sowjetisiert« werden. Eisenstein beherrscht diese höchst anspruchsvolle Kunst bald wie kein Zweiter. Er weiß um die Mittel des Films: Was gezeigt wird, wird geglaubt und damit zur Wahrheit. Er schafft furchtbare Propagandafilme – und zugleich Meisterwerke von Weltrang. Doch sein ganzes Leben lang leidet er an einer inneren Zerrissenheit. – Gusel Jachinas literarische Biografie ist ein gründlich recherchiertes Panorama der Zeit, eine faszinierende Charakterstudie und eine augenöffnende Lektüre über das Verhältnis von Kunst und Macht.
»Gusel Jachina ist eine der bedeutendsten Autorinnen der russischen Gegenwartsliteratur.«
Ljudmila Ulitzkaja
Sergej Eisenstein hat als Regisseur von "Panzerkreuzer Potjomkin" (1925) Filmgeschichte geschrieben. Heute fragt man sich: War der Mann, der "Eisen" genannt wurde, ein Handlanger des Sowjetstaates oder ein weltfremdes Genie?
Beides. So lautet die These dieses atemberaubenden Romans. Gusel Jachina, geboren 1977 in eine tatarische Familie in Kasan und Absolventin des Moskauer Filminstituts, legt mit "Eisen" ein abgründiges und hochspannendes Buch über eine ambivalente Künstlergestalt vor.
Dass "Eisen" nach den Welterfolgen ihrer drei ersten Romane, die auf Deutsch zwischen 2017 und 2022 bei Aufbau verlegt wurden, nun bei dem erst 2020 gegründeten Berliner Kanon Verlag erschien, ist vermutlich der Vorsicht des größeren Verlages gegenüber Büchern aus dem Land des Aggressors des Ukraine-Krieges geschuldet. Inhaltlich lässt sie sich nicht begründen.
Mit ihrer Romanbiografie über den vielleicht einflussreichsten Filmregisseur aller Zeiten liefert Jachina eine schonungslose Darstellung der Gräuel der Stalinzeit und eine Analyse der verheerenden Wirkung absoluter Macht. "Eisen" funktioniert als Psychogramm eines Ausnahmekünstlers, den Jachina so lakonisch wie süffisant als manischen Egoisten, Hysteriker, Charmeur, Possenreißer und Muttersöhnchen darstellt - als eine so beeindruckende wie erbärmliche Figur.
Seine Drehs waren Materialschlachten und öffentliche Ereignisse, seine Filme gingen um die Welt. Gleichzeitig liefert Jachina eine formidable Darstellung der Kultur-und frühen Filmgeschichte in Moskau und Hollywood, wohin Eisenstein 1930 reiste. Zu seinen Förderern gehörten Charlie Chaplin und Sinclair Lewis.
Eisensteins Methode der Montage zielte nicht auf Logik oder historische Genauigkeit ab, sondern trieb ein erbarmungsloses Spiel mit den Emotionen der Zuschauer. Seine Filmsprache hat seitdem nichts an Aktualität eingebüßt.