Anti Müller

Roman | Der große zweite Roman der Sprachkünstlerin Yade Yasemin Önder
240 Seiten, Hardcover
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ISBN 9783988160652
Erscheinungsdatum 26.02.2026
Genre Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)
Verlag park x ullstein
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Ullstein Buchverlage GmbH
Friedrichstraße 126 | DE-10117 Berlin
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Kurzbeschreibung des Verlags


»Liebe ist die Illusion, dass die aktuelle Beziehung hält, und die nach ihrem Ende nur durch eine neue Illusion in Form einer neuen Liebe zur Desillusion werden kann.«



Anti Müller ist kein Liebesroman. Es ist eine schonungslose Analyse verkrusteter Strukturen und ihrer sanften Vollstrecker, unter deren lackierten Nägeln noch immer der Schmutz des Patriarchats lauert.


Mit großer poetischer Präzision seziert Yade Önders Erzählerin die Mechanismen moderner Beziehungen sowie eines vermeintlich feministischen Kulturbetriebs, der nach wie vor den Männern die Regie überlässt. Über die Bühnen. Und über die Körper. 


»Ich wage zu prophezeihen, dieses Buch wird ein feministischer Klassiker.« Daniela Dröscher











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FALTER-Rezension

#Desiringmotherhood

Carsten Otte in FALTER 12/2026 vom 18.03.2026 (S. 17)

Als im Frühjahr 2022 Yade Yasemin Önders Debütroman „Wir wissen, wir könnten, und fallen synchron“ erschien, galt das Buch schnell als eines, auf das sich alle einigen konnten, die meinten, wirklich etwas von Literatur zu verstehen. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen an den nächsten Roman der 1985 in Wiesbaden geborenen Autorin. Und es hat den Anschein, als habe Önder die oft widerlegte These vom „schwierigen zweiten Werk“ beim Schreiben des neuen Romans im Kopf gehabt: „Anti Müller“ handelt von einer Schriftstellerin, die gerade an ihrem Debüt arbeitet, dieses nach Schreibkrisen und manischen Kreativräuschen veröffentlicht, um dann an der Ignoranz des Feuilletons zu verzweifeln.

Ginge es tatsächlich bloß um den Literaturbetrieb, wäre „Anti Müller“ ein Buch für ­Insider. Die wütenden, zuweilen auch ­lustigen Selbstgespräche haben jedoch auch eine existenzielle Ursache. Die Protagonistin ist 36 Jahre alt und möchte partout schwanger werden. Ein Arzt hat der in Berlin lebenden Icherzählerin diagnostiziert, dass einer ihrer beiden Eileiter „verknotet“, die Fruchtbarkeit dementsprechend herabgesetzt sei. Das Ticken der inneren Uhr, das sie ­seitdem vernimmt, wird im rasenden Parlando auch für die Leser und Leserinnen spürbar.

Die Beziehung mit einem Schriftstellerkollegen ist gerade gescheitert, als ein scheinbar zartfühlender Dramatiker namens Andi Müller um die Ecke biegt. Von dem immer drängenderen Kinderwunsch will er freilich nichts wissen, ja, er möchte sich nicht einmal auf eine fixe Beziehung festlegen. Es entwickelt sich ein Drama, bei dem etwas unklar bleibt, was schrecklicher ist: die fadenscheinigen Ausflüchte des Mannes oder die Obsession einer Frau, die sich in ihrer Verzweiflung nicht einmal von der grotesken Welt einer „Fertility“-Klinik abschrecken lässt.

Der Romantitel ist so bitter wie komisch, verweist „Anti Müller“ nicht nur auf den fragwürdigen Liebhaber mit dem Allerweltsnamen, sondern auch auf das tatsächlich so genannte „Anti-Müller-Hormon“, das einen wichtigen Biomarker für die so genannte „ovarielle Reserve“ darstellt.

Auf dem Buchmarkt sind in den vergangenen Jahren nicht wenige Abgesänge aufs Mutterdasein erschienen. Önder nun schildert die düstere Kehrseite eines Gesellschaftsentwurfs, der – nicht zuletzt mit feministischen Argumenten – das Ende der Reproduktion propagiert. Die vielen Typen im Kulturbetrieb, die in ihren Werken das Patriarchat geißeln, im Alltag aber doch nur ihren männlichen Egoismus ausleben, überzieht die einsame Heldin mit wüsten Tiraden.

Doch die Autorin beherrscht auch die leiseren Töne. Allein wegen der sommerlichen Badeszenen in Brandenburg lohnt sich die Lektüre. Der Sex wird mal als zart, mal als ruppig beschrieben. Nur das finale (Baby-)Glück findet die Erzählerin nicht. Die Autorin lässt sie nach romantischen Gefühle in einer postromantischen Welt jagen – wobei trotz der dominanten Icherzählung keineswegs feststeht, wer hier wen verfolgt.

„Anti Müller“ handelt von einem Abgrund, aber auch die Prosa droht zuweilen abzustürzen. Die rhythmischen Gerundivreihen und Listen von lausigen Lovern kennt man schon aus Önders Debüt; sie erfüllen auch hier den Zweck der stilistischen Zuspitzung.

Die braven Blurbs und betriebskonformen Danksagungen im Abspann wirken indes seltsam deplatziert. „Anti Müller“ hat Phrasen der Verlagsankündigung wie „schonungslose Analyse verkrusteter Strukturen“ nicht verdient. Der Roman hat es auch nicht nötig, vorab als „feministischer Klassiker“ gefeiert zu werden, denn Yade Yasemin Önder zerfetzt solche Etiketten in Nebensätzen. „Anti Müller“ ist weder wohlmeinende Erbauungsliteratur noch literarisches Empowerment. Dieser Roman ist vor allem: die konsequente Fortsetzung eines Erzählens ohne Geländer.

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