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Kurzbeschreibung des Verlags
Iris ist Schriftstellerin, sie ist viel auf Reisen, in Europa und darüber hinaus. Es sind Momente des Einverständnisses, die sie in den Begegnungen findet, die sie dabei macht. Momente der Bekräftigung in einem Leben, das sich oft am Rand der Erschöpfung bewegt. Wieder zu Hause berichtet sie von diesen Reisen, und Anton hört ihr zu und zeigt Iris seinerseits die Fotos, die er als Künstler mit schadhaften Kameras macht. Ihre Beziehung zu Anton (wie zu anderen Männern) gründet auf Abmachungen. Sie teilen vieles, auch die Lust am sexuellen Spiel mit Gewalt und Unterwerfung. Während sich Iris‘ Fantasie an der Geschichte der Hexenprozesse zu entzünden beginnt, drängen Erinnerungen aus ihrer Kindheit immer stärker an die Oberfläche. Bis schließlich ihr Arrangement mit Anton eine tiefe Erschütterung erfährt.
Literatur beschäftigt sich aktuell intensiv mit Gewalt gegen Frauen. Sie prangert Femizide an oder entwickelt Visionen feministischer Gesellschaftsordnungen. So anspruchsvoll und eigenwillig wie bei Laura Freudenthaler findet sich das Thema jedoch kaum wo verhandelt.
Die österreichische Autorin (Jg. 1984), die vom Schreiben Ingeborg Bachmanns geprägt wurde, untersuchte schon 2014 in ihrem Debüt "Der Schädel von Madeleine" Mann-Frau-Beziehungen als Ausgangspunkt für gesellschaftliche Strukturen und Missstände. Im Falter-Gespräch sagte sie damals: "Man muss die Keimzelle des Miteinanders verstehen, damit man vielleicht die gegenseitige Folter überwindet."
Ihr neuer Roman schließt daran an. Er folgt der Protagonistin auf ihren Streifzügen durch Europa. Iris ist als Autorin häufig unterwegs zu Lesungen und Schreibaufenthalten. Sie bewegt sich durch die Ruinen des literarischen Lebens: Es erscheint ganz wenig Publikum, und wenn sie an Unis liest, wirken die germanistischen Institute ausgestorben, so als würden sie nach ihrem Besuch für immer schließen.
Für ihr nächstes Buch recherchiert Iris über Hexenprozesse, Verhörund Foltermethoden. Sexualisierte Gewalt erlebt auch sie. Allerdings freiwillig: Kehrt sie von einer Reise zurück, besucht sie den Fotografen Anton und unterwirft sich ihm in Fessel-und anderen SM-Spielen. Die Autorin schildert das eindringlich, doch nicht bis ins letzte Detail.
Statt süffiger Plots zeichnet sich Freudenthalers Schreiben durch starke Bilder von weiblichem Schmerz und ausgeprägten Stilwillen aus. Die einzelnen Kapitel bestehen aus schier endlosen Sätzen, in denen immer wieder die Handlungs-und Zeitebenen wechseln.
Durchatmen ist beim Lesen kaum einmal erlaubt. Einen Punkt setzt die Autorin nur alle 15 Seiten. Literatur, die sich nicht als bessere Unterhaltung begreift, darf das, und sie darf weh tun. "Iris" ist kein Spaß, aber eine intensive Leseerfahrung.