Hauch

224 Seiten, Hardcover
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ISBN 9783990274422
Erscheinungsdatum 17.03.2026
Genre Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)
Verlag Jung u. Jung
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HerstellerangabenAnzeigen
Kampa Verlag AG
Hegibachstrasse 2 | CH-8032 Zürich
info@kampaverlag.ch
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Kurzbeschreibung des Verlags

Xaver Bayer ist nicht dafür bekannt, Erwartungen zu erfüllen. Zwanzig Jahre hat er uns warten lassen auf diesen Roman, und jetzt ist er da – und fällt völlig aus der Zeit. Hauch ist ein Briefroman, was darin passiert, steht in und zwischen den Zeilen, die einander zwei schreiben. Veit ist Schriftsteller, Dora Übersetzerin, sie haben die Abmachung getroffen, einander ein Jahr lang nicht zu sehen. Wir erfahren nicht, warum, es ist ein Spiel, ein Experiment. Dora lebt in der Stadt und fühlt sich den Zumutungen unserer Zeit zunehmend schutzlos ausgesetzt, Veit bezieht seinen Posten in einem alten Bauernhof am Land, streift durch die verlassene Gegend, beobachtetdie Vögel, die Bäume, den Wind. Beide betrachten die Gegenwart, ohne sie zu teilen, beide üben den Rückzug, jeder auf seine Weise. Die Entfernung zwischen den beiden ist nicht groß, aber sie bleibt auch nicht gleich. Siewächst, wie die Sehnsucht nach einem anderen Leben.

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FALTER-Rezension

Hinter jedem Baum ein Mountainbiker

Jörg Magenau in FALTER 12/2026 vom 18.03.2026 (S. 15)

ie Hundstage ziehen sich immer mehr in die Länge. Die großen Ferien neigen sich dem Ende zu. Doch selbst auf dem Land, wohin sich Veit aus Wien auf den alten Bauernhof seiner Großeltern zurückzogen hat, ist es tagsüber im Freien kaum auszuhalten.

Denn auch hier draußen, berichtet der Stadtflüchtling, „werden nun Mehrfamilienhäuser errichtet, die auf Tafeln vor der Baustelle mit dem Slogan ,Urbanes Wohnen am Land‘ beworben werden. Jede Wohnung hat ihren eigenen Carport.“

Bei der Lektüre des neuen Romans von Xaver Bayer stellt sich sehr bald der erste von vielen „Ja, eh“-Momenten ein, wenn sich der Erzähler in einem Mix aus sattsam bekanntem Kulturpessimismus, Weltekel und Untergangsstimmung suhlt. Wir lesen weiter: „Auf halbem Weg in die Stadt wurden vor kurzem neben einer gigantomanischen Shoppingmall auch zwei riesige Logistikzentren von Lieferdiensten eröffnet. Die Gebäude sind so groß, dass man sie schon aus viele Kilometern Entfernung sieht.“

Auch von Drohnen ist auf knapp 200 Seiten viel zu lesen. Oder von Menschen, die nur noch zombiehaft auf ihre Smartphones starren und deshalb keine Bücher mehr in die Hand nehmen. Daran leiden die beiden Hauptfiguren des Romans sehr. Veit ist Schriftsteller, sieht in seinem Tun jedoch keinen Sinn mehr und hat offenbar schon länger nichts mehr publiziert.

Dora ist an sich literarische Übersetzerin, arbeitet zwecks Gelderwerb aber auch als Dolmetscherin auf Konferenzen. Aus diesem Grund muss sie sich ab und zu in ein Flugzeug setzen, was für sie jedes Mal ein schlimmes Erlebnis ist und zu neuen kulturpessimistischen Betrachtungen führt.

Die beiden sind ein Paar, das eine Art Trennung auf Zeit lebt. Veit verbringt ein Jahr auf dem Land, Dora bleibt in Wien. Besuche oder auch nur Anrufe sind verboten, erlaubt ausschließlich Briefe oder Postkarten. Und so berichten sie einander brieflich, was ihnen so passiert oder eher durch den Kopf geht. Von Handlung kann in „Hauch“ nämlich nicht die Rede sein.

Veit sitzt im Bauernhaus, schaut aus dem Fenster, stellt Beobachtungen über den Wind an, der sich im Herbst zum Sturm auswächst, und wälzt allerlei trübsinnige Gedanken. Wenn er es gar nicht mehr aushält, setzt er sich in einen Regionalzug und geht irgendwo in ein Wirtshaus auf ein, zwei Bier. Letzteres kann der Rezensent gut nachvollziehen.

Jetzt im Ernst: Xaver Bayer zählt zu den eigensinnigsten Autoren, die die österreichische Literatur in den letzten 25 Jahren hervorgebracht hat. Er ist ein Flaneur und Sprachkünstler vor dem Herrn, und an Passagen poetischer Prosa fehlt es auch in seinem neuen Buch keineswegs.

Leider kommt man bei der Lektüre nur nicht dazu, sie gebührend zu würdigen. Dem stehen zwei Probleme im Weg. Obwohl immer wieder der Sturm tobt, leidet „Hauch“ an akuter Leblosigkeit. Es tut sich nichts, und die beiden Protagonisten erleben auch praktisch nichts.

Die zahlreichen Betrachtungen über Bodenversiegelung und Kreisverkehre, Vereinzelung durch Social Media und die generell statthabende Verrohung der Menschen aber, die Bayer Veit und Dora in den Mund legt, sind nicht originell genug, um selbst einen eher schlanken Roman zu tragen.

Noch ein Beispiel gefällig? Veit erträgt die Natur nur mehr in abgelegenen Waldstücken. Alles andere macht ihn fertig: „In den stadtnahen Grüngebieten ist man heutzutage als stiller Fußgänger in der Minderheit. Mountain-Biker brettern über die Wege, Jogger hasten vorbei, dazu kommen Gruppen von Grillenden, zwischen den Bäumen sind Hängematten gespannt oder Zelte aufgestellt, aus Lautsprechern dröhnt Musik durch den Wald.“

Viel altvatrischer geht es nicht. Nach der letzten Seite schlägt man das Buch zu und möchte das Fenster aufreißen, um den Lärm der Welt hereinzulassen.

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