Die Generation nach 1960

Texte österreichischer AutorInnen
300 Seiten, Hardcover
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ISBN 9783990285039
Erscheinungsdatum 08.06.2015
Genre Belletristik/Anthologien
Verlag Bibliothek der Provinz
Beiträge von Martin Amanshauser
Beiträge von Evelyne Polt-Heinzl, Bettina Balàka, Xaver Bayer, Melitta Breznik, Ruth Cerha, Dimitré Dinev, Paul Divjak, Milena Michiko Flašar, Olga Flor, Arno Geiger, Johannes Gelich, Andrea Grill, Sabine Gruber, Egyd Gstättner, Norbert Gstrein, Margit Hahn, Wolfgang Hermann, Paulus Hochgatterer, Alois Hotschnig, Eugenie Kain, Daniel Kehlmann, Anna Kim, Radek Knapp, Hanno Millesi, Lydia Mischkulnig, Richard Obermayr, Irene Prugger, Doron Rabinovici, Angelika Reitzer, Kathrin Röggla, Robert Seethaler, Clemens J. Setz, Thomas Stangl, Michael Stavarič, Linda Stift, Bernhard Strobel, Cornelia Travnicek, Andrea Winkler
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Kurzbeschreibung des Verlags


Die vorliegende Anthologie, die 2013 im Auftrag des Bundesministeriums für Europäische und Internationale Angelegenheiten für eine Übersetzung ins Arabische entstand, stellt am Beginn des neuen Jahrtausends die Frage, […] was die Generation der um 1960 und später Geborenen bewegt und welche ästhetischen Konzepte sie zur Umsetzung ihrer Anliegen finden. […]


[Der Band versucht] mit Beiträgen von 17 Autorinnen und [21] Autoren eine große Bandbreite zu bieten. Um die Orientierung zu erleichtern, wurden zwei Grundsatzentscheidungen getroffen. Es wird ausschließlich erzählende Literatur berücksichtigt, da Lyrik und dramatische Formen anderen Traditionslinien und Gesetzmäßigkeiten folgen, und es wird ein thematischer Rundgang durch die präsentierten Erzählwelten angelegt, der die gesellschaftlichen wie sozialen Bruchstellen nachzeichnet. […]


Literatur, die sich immer mit der vorgefundenen gesellschaftlichen Realität auseinandersetzt, hält generell gerne dort Nachschau, wo sich soziale Problemfelder auftun, Traditionslinien brüchig werden und gesellschaftspolitische Konflikte entstehen. Und so beginnt der Band mit dem Abschnitt »Modernes Leben – Start ins 21. Jahrhundert«. Dabei geht es um die gesellschaftspolitischen Veränderungen und Modernisierungsschübe durch die technologischen Entwicklungen, den Siegeszug neoliberaler Wirtschaftskonzepte und – als Folge daraus – die Dominanz medialer Inszenierungen in der Gesellschaft wie im Einzelleben.


Abschnitt zwei und drei widmen sich mit den Themen Familie und Beziehungsfragen Bereichen des Alltagslebens, die ebenfalls einem radikalen Wandlungsprozess unter­liegen. War Kindheit in den 1960er Jahren noch von autoritären Familienstrukturen mit konventioneller Rollenver­teilung der Geschlechter geprägt, beginnen diese Muster mit der Öffnung der Gesellschaft in den 1970er Jahren zu korrodieren und andere Formen der Begegnung, des Zusam­menlebens und auch des Abschieds werden erprobt und durchgespielt.


Was die neue Erzählgeneration als Opfer der wirtschaftlichen Krisen mit Spekulationsblasen, Bankenrettungspaketen und sukzessivem Rückbau der Errungenschaften des Sozialstaates wieder deutlich stärker beschäftigt, sind Formen und Bedingungen des Arbeitslebens. Freilich beschrieben schon die Romane der vorangegangenen Generation mit den vielen Absteigern und Verlierern die Misere von Lebensläufen im Zeichen des Prekariats, als das Wort dafür noch gar nicht erfunden war. Gerade im gut ausgebildeten Segment ist mit der Sparpolitik der öffentlichen Hand die mittlere Generation zunehmend aus geregelten Arbeitsbeziehungen herausgefallen, während die junge Generation gleich im Format ›Praktikum‹ zwischengelagert wird. Als für das Sozialsystem kostenneutrales Alternativmodell entstand die Ich-AG, ein Konstrukt, in dem wirtschaftspolitischer Zeitgeist und trendige Begriffe wie ›jung, dynamisch, modern‹ eine verhängnisvolle Symbiose eingehen. Sie ist das Produkt der großen Erzählung des Neoliberalismus mit einem so eingängigen wie simplen Kernsatz: »Jeder ist ­seines Glückes Schmied«, jeder kann sich selbst verwirklichen, er muss nur mobil und allert sein, sein Leben selbst in die Hand nehmen und entschlossen zur Selbstoptimierung schreiten. Der Abschnitt »Ränder, Abgründe, Kippeffekte« versammelt Beispiele dafür, dass ein schräger Zugang zur Realität oft einiges zu einer Klärung der Perspektive bei­tragen kann.


Nach wie vor wirksam ist »Der lange Atem der Vergangenheit«. Nationalsozialismus und Exil haben sich in die Familiengeschichten genauso eingeschrieben wie in die Stadt- und Landschaftsbilder. Das lange Totschweigen der historischen Generationserfahrung im Faschismus bedeutete auch, nicht auszusprechen, was man denkt und fühlt. Das hat die nachfolgende Generation genauso geprägt wie die forcierte Angepasstheit der von ihrer NS-Vergangenheit verunsicherten Eltern und das lange Fortleben faschistoider Werthaltungen und Verhaltensweisen. Charakterliche De­for­mationen, Traumata, emotionale Verhärtungen und soziale Defizite als Folgen von NS-Propaganda, Krieg und Holocaust hinterließen nachhaltige Spuren auf der Makro­ebene der Gesellschaftspolitik wie der Mikroebene der Lebenspraxen und verlängerten sich damit in die Kinder- und Enkelgeneration hinein.


Zuletzt schließt der Abschnitt »Unterwegs oder Wie leben im globalen Dorf« den Bogen zum Auftakt der Sammlung und fragt nach Bedingungen und Möglichkeiten der Beheimatung in Zeiten zunehmender Mobilität. Wer ankommt, ist nicht immer willkommen, und wer aufbricht, tut es nicht immer freiwillig.


Den Ausklang bilden dann zwei kurze Passagen mit Fantasien zur Buchwelt. Nicht zufällig lautet der letzte Satz des Bandes »Was wollen Sie lesen?« Im Idealfall hat die Leserin/der Leser eine oder mehrere mögliche Antworten darauf im vorliegenden Band gefunden.


(
Evelyne Polt-Heinzl
im Vorwort)

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ISBN 9783990285039
Erscheinungsdatum 08.06.2015
Genre Belletristik/Anthologien
Verlag Bibliothek der Provinz
Beiträge von Martin Amanshauser
Beiträge von Evelyne Polt-Heinzl, Bettina Balàka, Xaver Bayer, Melitta Breznik, Ruth Cerha, Dimitré Dinev, Paul Divjak, Milena Michiko Flašar, Olga Flor, Arno Geiger, Johannes Gelich, Andrea Grill, Sabine Gruber, Egyd Gstättner, Norbert Gstrein, Margit Hahn, Wolfgang Hermann, Paulus Hochgatterer, Alois Hotschnig, Eugenie Kain, Daniel Kehlmann, Anna Kim, Radek Knapp, Hanno Millesi, Lydia Mischkulnig, Richard Obermayr, Irene Prugger, Doron Rabinovici, Angelika Reitzer, Kathrin Röggla, Robert Seethaler, Clemens J. Setz, Thomas Stangl, Michael Stavarič, Linda Stift, Bernhard Strobel, Cornelia Travnicek, Andrea Winkler
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