Grauzonen gibt es nicht

Muster sexueller Belästigung mit dem Red-Flag-System erkennen
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Kurzbeschreibung des Verlags:

Ist das noch ein Flirt oder ist das schon ein Übergriff? Das ist eine Grauzone, das kann doch kein Mensch beurteilen!
Mit diesem Mythos räumt das Buch „Grauzonen gibt es nicht“ auf. Es beschreibt das „Red Flag System“ — ein Alarmsystem, das sexuelle Belästigung auch in Grauzonen frühzeitig erkennt, indem es den gesamten Kontext berücksichtigt. Ist das Umfeld toxisch? Wie verhalten sich die Umstehenden, die einen Übergriff miterleben? Wie können die Reaktionen von Betroffenen selbst darüber Aufschluss geben, ob eine Situation schon dabei ist, aus den Fugen zu geraten? Und wie sehen die klassischen Techniken aus, die Täter_innen immer wieder verwenden?
Das Buch baut auf dem gesammelten Wissen von Betroffenen auf und beschreibt, was alles vor sich geht, wenn Menschen ihre Macht missbrauchen. Es gibt Betroffenen aber auch Beobachter_innen Instrumente in die Hand, um Machtmissbrauch rechtzeitig zu erkennen und dagegen entschlossen aufzustehen.
Denn sexuelle Belästigung geht uns alle an. In den meisten Fällen hätte es nämlich alles geändert, wenn eine Person beherzt eingegriffen hätte. Aber wie können Menschen, die Zeug_innen von Belästigung werden, aktiv werden? Welche klassischen Mythen, die uns oft daran hindern, uns einzumischen, müssen wir genauer unter die Lupe nehmen?
Diese und noch viele Fragen mehr beantwortet das Buch „Grauzonen gibt es nicht“ von Sara Hassan und Juliette Sanchez-Lambert.

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FALTER-Rezension

Wo endet übliche Büro-Flirterei, das Gang-Geblödele, wo beginnt der Übergriff und die sexuelle Belästigung? Braucht es dafür den Grapscher aufs Gesäß oder beginnt es schon viel früher, bei Anspielungen und Drohungen? Das fragen sich viele, erst recht, seit das Thema anhand des Falles von Medienmacher Wolfgang Fellner vor Gericht verhandelt wird. Die Journalistinnen Sara Hassan und Juliette Sanchez-Lambert haben dazu das sehr lesenswerte Handbuch „Grauzonen gibt es nicht“ verfasst. Wie der Titel schon sagt, räumt es mit dem Mythos der „Grauzone“ auf. Sexuelle Belästigung passiert in einem speziellen Umfeld, dazu gehören Kolleginnen und Kollegen, die wegschauen, und Täter, die ihr Opfer isolieren und unter Druck setzen.

Hassan und Sanchez-Lambert arbeiten folgende Kriterien heraus: 1) Der Täter hat einen guten Ruf oder hohes soziales ­Prestige. 2) Das Opfer ist dem Täter in der Hierarchie untergeordnet und von ihm abhängig (­saviour). 3) Der Täter beginnt, das Opfer auf ein virtuelles Podest zu heben, indem die einzigartige Schönheit, Klugheit usw. des Opfers betont wird (pedestal). 4) Der Täter isoliert das Opfer von anderen, indem er es vor anderen bevorzugt (favouritism). 5)Die ersten Übergriffe gegen das Opfer passieren, indem der Täter kaum merklich die Grenzen des üblichen Umgangs miteinander überschreitet (blurring the lines). 6) Stößt er auf nicht ausreichende Gegenwehr, geht er Schritt für Schritt weiter (acceleration); oft mit dem Argument, dass das Opfer dem Täter etwas schulde (reciprocity trap). 7) Das Opfer versucht zunächst, sich selbst davon zu überzeugen, dass es sich dabei lediglich um Missverständnisse handelt (self-convincing, auto-silencing). 8) Der Täter versucht, das Opfer zu privaten Treffen zu überreden. 9) Am Ende kommt es zu physischen Übergriffen.

Nur nicht wegschauen, warnen die Autorinnen. „Denn sexuelle Belästigung geht uns alle an. In den meisten Fällen hätte es nämlich alles geändert, wenn eine Person beherzt eingegriffen hätte.“ Ihr Handbuch hilft dabei, hinzuschauen.

Barbaba Tóth in Falter 22/2021 vom 04.06.2021 (S. 24)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ReiheVaria
ISBN 9783990465073
Erscheinungsdatum 06.11.2020
Umfang 96 Seiten
Genre Recht/Arbeitsrecht, Sozialrecht
Format Taschenbuch
Verlag ÖGB Verlag
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