Neue Reisende

Roman
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Kurzbeschreibung des Verlags:

Tine Høegs »Neue Reisende« – ausgezeichnet als bester dänischer Debütroman – greift in einem sensiblen Minimalismus und mit subtiler Situationskomik auf, was junge Menschen heutzutage bewegt. Schnörkellos-präzise und zugleich kunstvoll und empathisch.
An ihrem ersten Arbeitstag trifft die junge Lehrerin im Pendlerzug auf einen verheirateten Mann. Sie beginnen eine Affäre, die für ihn mehr Lust als Liebe bedeutet, bei ihr hingegen löst sie Gefühlsverwirrungen aus.
Dazu kommt die Überforderung im Job: Routine und das nötige Selbstvertrauen fehlen ihr. Den Schüler*innen ist sie oft näher als den Kolleg*innen. Im Unterricht und auf Klassenfahrten wird deutlich, dass sie noch lange nicht in ihrer Rolle als Lehrerin angekommen ist.
Innerhalb weniger Monate schlittert die Erzählerin in einen Schlingerkurs aus Orientierungslosigkeit und Wunschfantasien, Eskapismus und Betäubung, probiert sich aus, um den für sie passenden Lebensentwurf zu finden. Unvermeidbar für die »Neue Reisende« sind dabei scheinbare Irrwege, Kratzer und Zusammenstöße.

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FALTER-Rezension

Schnell erzählt ohne Punkt und Beistrich

Acht von zehn Österreichern fühlen sich gestresst. Eine zeitgemäße Literatur müsste irgendwie darauf reagieren, sich damit auseinandersetzen. Betritt man eine Buchhandlung, zeigt sich jedoch ein interessantes Phänomen: Die Romane werden, besonders im Unterhaltungsbereich, eher dicker als dünner. Leser wollen in Welten eintauchen und darin versinken.

Wer sich am Wochenende einen Schmöker reinzieht, greift im Zweifelsfall zur Riesenportion mit extra Schlagobers drauf. Von sprachlichen Eigenheiten oder Stilwillen möchte man dabei lieber nicht belästigt werden. Hier kommt die dänische Autorin Tine Høeg ins Spiel. Sie hat mit ihrem ersten Roman, „Neue Reisende“, ein Buch geschrieben, das vormacht, wie Literatur für unsere rastlose Zeit gestaltet sein könnte: schnell, ohne Punkt und Beistrich. Als Erstes fällt auf, dass ihr Text gänzlich auf Satzzeichen verzichtet.

Der Umfang von 200 Seiten täuscht. Es gibt viel Weißraum, die Anordnung der Sätze respektive Satzfragmente lässt an Gedichte denken. Als Prosa angeordnet, würde der Band auf weniger als 100 Seiten kommen, man rauscht in zwei Stunden durch. Rausch ist ein gutes Stichwort, erzeugt Høegs Sprache bei aller Sparsamkeit doch einen musikalisch-rhythmischen Sog.

„Neue Reisende“ beleuchtet fünf turbulente Monate im Leben der Ich-Erzählerin. Frisch von der Uni gekommen, beginnt sie an einer Schule zu unterrichten. Im Pendlerzug lernt sie am ersten Tag jemanden kennen. Man landet gemeinsam auf der Toilette, es ist der Beginn einer heftigen Affäre mit dem verheirateten Mann. Die andere Frau und seine Tochter begegnen der jungen Lehrerin bald darauf in ihren Träumen. Parallel dazu wird die Beziehung zu ihm komplizierter, das schlechte Ende des Ganzen scheint unvermeidlich.

Mit ihrer Rolle als Respektsperson tut sich die Heldin ebenfalls schwer, ihren heftig pubertierenden Schülern tritt sie als ältere Freundin entgegen. Auch das sorgt für Komplikationen. Thematisch nichts Neues, aber auf erfrischend moderne Art umgesetzt.

Sebastian Fasthuber in Falter 7/2020 vom 14.02.2020 (S. 34)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783990590461
Erscheinungsdatum 07.02.2020
Umfang 200 Seiten
Genre Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)
Format Buch
Verlag Droschl, M
Übersetzung Gerd Weinreich
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