Weiter.

Roman
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Kurzbeschreibung des Verlags:

Wie ist es möglich, glücklich zu sein?
Das ist die zentrale Frage, mit der sich die beiden Protagonist*innen aus "Weiter." auseinandersetzen. Nehmen wir Veronika: Sie war in ihrer Kindheit und Jugend Gewalt und Lieblosigkeit ausgesetzt, wovon wir auf den ersten Seiten des Romans erfahren. – Und nehmen wir Robert: Er wurde gerade von seinem langjährigen Partner verlassen, der sich in eine Amour fou mit einem 18-Jährigen gestürzt hat. Aufgelöst und am Boden zerstört trifft er im Mai 1986 in einem Westberliner Café auf Veronika. Von da an geht es aufwärts, es kommt Hoffnung auf – es geht weiter.
Veronikas harte Schale beginnt zu bröckeln, und Roberts Ballast fällt langsam von ihm ab. Die beiden Unbekannten ziehen sich gegenseitig aus der Misere. Nach und nach nehmen ihre Wünsche und Sehnsüchte Gestalt an: ein Leben mit Liebe, Sicherheit und Geborgenheit. Veronika und Robert müssen ihr Leben in die Hand nehmen: Was können sie für sich tun? Und: Wofür entscheiden sie sich?

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FALTER-Rezension

Auch verlorene Seelen haben Gefühle

Thomas Jonigk kommt vom Theater. Der 54-jährige Berliner machte sich in den 90er-Jahren als Dramatiker einen Namen, war dann an verschiedenen Bühnen, unter anderem am Wiener Schauspielhaus, als Dramaturg engagiert und ist in letzter Zeit vermehrt als Regisseur tätig. Zudem schreibt Jonigk auch Romane; mit „Weiter.“ (ja, der Titel schreibt sich mit Streeruwitz’schem Punkt) liegt jetzt sein fünfter vor.

Er handelt von zwei jungen Leuten, die einander im Mai 1986 zufällig in einer Westberliner Kneipe begegnen. Die Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl liegen in der Luft, aber die beiden traurigen Romanhelden haben ganz andere Sorgen. Robert, 27, ist von seinem Freund, einem Opernsänger, wegen eines 18-jährigen Statisten verlassen worden. Und Veronika, 24, die von ihrem Vater jahrelang missbraucht worden war, wollte sich eigentlich gerade das Leben nehmen; in einem Karstadt-Sackerl hat sie das Seil dabei, mit dem sie sich erhängen möchte.

Wie in den meisten Jonigk-Texten spielt sexuelle Gewalt auch in „Weiter.“ eine zentrale Rolle. Was sich nicht nach einem Feel-Good-Roman anhört, ist erstaunlicherweise aber trotzdem irgendwie einer. Jonigk formuliert so trocken und präzise, dass auch harte Stellen fast etwas Komisches haben – ohne dass es zynisch würde. Beispiel: „So problemlos Veronikas Geburt verläuft, würde ich sie doch als bemerkenswert bezeichnen, bedenkt man, dass ihre Mutter zweimal versucht hat, das ungeborene Kind abzutreiben.“

Die Floskel „Davon später mehr“ wiederum wird zur bitteren Pointe, wenn gerade von Missbrauch die Rede ist. Vor allem aber wirkt es beinahe schon romantisch, wie fest entschlossen der Autor ist, seine Protagonisten zu ihrem Glück zu zwingen. Robert macht Veronika jedenfalls gleich einmal einen Heiratsantrag. Und irgendwann stehen sie einander dann nackt gegenüber, was zwar eher peinlich als sexy, aber doch ein sehr inniger Moment ist. Davon später mehr? Man würde es diesen beiden geschundenen Seelen jedenfalls von Herzen wünschen.

Wolfgang Kralicek in Falter 17/2020 vom 24.04.2020 (S. 34)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783990590478
Erscheinungsdatum 07.02.2020
Umfang 200 Seiten
Genre Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)
Format Hardcover
Verlag Droschl, M
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