Die Arena

Eine Wiener Geschichte
€ 38,00
-
+
Lieferung in 1-3 Werktagen

Bitte haben Sie einen Moment Geduld, wir legen Ihr Produkt in den Warenkorb.

Diese Produkte könnten Sie auch interessieren:
Mehr Informationen
Erscheinungsdatum 12.06.2026
Umfang 208 Seiten
Genre Sozial- und Kulturgeschichte
Format Gebundene Ausgabe
Verlag Falter Verlag
EAN 9783991660385
Herausgeber Verein Forum Wien Arena
Sammlung Unsere Bestseller Bücherpost Sommer 2026 Aktuelle Bücher aus dem Falter Verlag
LieferzeitLieferung in 1-3 Werktagen
HerstellerangabenAnzeigen
Falter Verlagsges.m.b.H
Marc-Aurel-Straße 9 | AT-1011 Wien
produktsicherheit@falter.at
Unsere Prinzipien
  • ✔ kostenlose Lieferung innerhalb Österreichs ab € 35,–
  • ✔ über 1,5 Mio. Bücher, DVDs & CDs im Angebot
  • ✔ alle FALTER-Produkte und Abos, nur hier!
  • ✔ keine Weitergabe personenbezogener Daten an Dritte
  • ✔ als 100% österreichisches Unternehmen liefern wir innerhalb Österreichs mit der Österreichischen Post

Mit der Arena-Besetzung vor 50 Jahren fand die alternative Szene Wiens eine Heimat, die bis heute ein äußerst vitaler Treffpunkt und Veranstaltungsort geblieben ist.

Dieses Buch erzählt die faszinierende Geschichte der einstigen Schweineschlachthalle, von ihrer Entstehung im frühen 20. Jahrhundert über die mutige Besetzung 1976 bis zur heutigen Rolle als Herzstück der pulsierenden Wiener Gegenkultur.

Die Geschichte zeigt auf, wie ein Ort industrieller Funktionalität in den urbanen Raum emporwuchs, wie junge Menschen der Stadt einen Freiraum zurückeroberten und wie die Arena mit Live-Musik, Literatur, Clubs, politischem Engagement und Basisdemokratie das Kulturleben Wiens mitprägte. Hinter den Kulissen kämpften Initiativen um Denkmalschutz, Instandhaltung und Zukunft. Ein Stück Stadtgeschichte, das noch heute nachhallt.

Ein lebendiges Porträt eines außergewöhnlichen Kulturortes und seiner Menschen.

Mehr Informationen
Erscheinungsdatum 12.06.2026
Umfang 208 Seiten
Genre Sozial- und Kulturgeschichte
Format Gebundene Ausgabe
Verlag Falter Verlag
EAN 9783991660385
Herausgeber Verein Forum Wien Arena
Sammlung Unsere Bestseller Bücherpost Sommer 2026 Aktuelle Bücher aus dem Falter Verlag
LieferzeitLieferung in 1-3 Werktagen
HerstellerangabenAnzeigen
Falter Verlagsges.m.b.H
Marc-Aurel-Straße 9 | AT-1011 Wien
produktsicherheit@falter.at
Unsere Prinzipien
  • ✔ kostenlose Lieferung innerhalb Österreichs ab € 35,–
  • ✔ über 1,5 Mio. Bücher, DVDs & CDs im Angebot
  • ✔ alle FALTER-Produkte und Abos, nur hier!
  • ✔ keine Weitergabe personenbezogener Daten an Dritte
  • ✔ als 100% österreichisches Unternehmen liefern wir innerhalb Österreichs mit der Österreichischen Post
Diese Produkte könnten Sie auch interessieren:
FALTER-Rezension

DIE KLEINE WIENER UTOPIE

Anna Goldenberg in Falter 25/2026 vom 2026-06-17 (S. 32)

Die Bodenfliesen, die Deckenschiene, die Fleischerhaken. Nur wer um die Spuren des Schlachthofes weiß, sieht sie noch, versteckt hinter Plakaten, Soundanlagen und Zapfhähnen. Wo einst Tiere zu Fleisch verarbeitet wurden, finden jedes Jahr rund 220 Veranstaltungen statt.
An diesem Donnerstagmittag im Juni ist die Arena, das Kulturzentrum in Wien-Erdberg, aber leer. Bis auf Laurenz Platzer, der durch die Räume führt.

Platzer, 31, ist Obfrau-Stellvertreter vom Verein Forum Wien Arena. Der Trägerverein verwaltet die Arena, Österreichs größtes alternatives Kulturzentrum. Platzer ist routiniert in seiner Tour, dieser Tage wird er öfters interviewt. Denn am 27. Juni feiert die Arena ihr erstes halbes Jahrhundert.

Im Juni 1976 besetzten linke Aktivisten den 70.000 Quadratmeter großen ehemaligen Schlachthof in St. Marx. Er sollte einem Textilcenter weichen, die Gruppe verlangte ein Jugendkulturzentrum. Einen Sommer lang lebten die Besetzer den Traum der selbstverwalteten Stadt in der Stadt, dann ließ die Gemeinde Wien das Areal räumen.

Die sogenannte "kleine Arena", jene 8000 Quadratmeter, durch die Platzer nun führt, war ein Kompromiss zwischen Stadt und Aktivisten, der 1977 gelang. Mit diesem Spagat zwischen Establishment und Revolutionären kämpft die Arena bis heute: Sie ist ein gemeinnütziger Verein, man bemüht sich um ausgiebige Mitsprache, faire Gehälter und reichlich Bühne für kleine Bands. Aber die antikapitalistischen Ideale haben es in Zeiten steigender Konkurrenz und abnehmender Ausgehlust schwer. Was ist vom Geist der Besetzung noch übrig? Und wie prägte die Arena die folgenden Generationen?

Die Idee, aus dem ehemaligen Seuchenhof einen Kulturbetrieb zu machen, stammt ausgerechnet aus dem Innersten des etablierten Kunstbetriebs. Die Wiener Festwo chen hatten das weitläufige Gelände, das mit seinen vielen Häusern einer kleinen Stadt ähnelte, schon seit 1970 als Aufführungsort genutzt, sie ersannen auch den Namen, "Arena".

Der gesamte Schlachthofkomplex war 1851 eröffnet und nach dem Zweiten Weltkrieg kaum mehr benutzt worden. Als sich während der Festwochen im Mai und Juni 1976 die Information verbreitete, dass die Stadt das Areal verkauft hatte, beschlossen rund 200 Menschen, nach der letzten Vorführung am 27. Juni die größte Aufführungshalle zu besetzen.

Beatrix Neundlinger war dabei. Als Sängerin und Flötistin der Band Schmetterlinge hatte sie in den Tagen davor ihre "Proletenpassion" hier uraufgeführt. "Gleich an diesem Abend haben wir das erste Plenum abgehalten." Basisdemokratisch wollte man alles verwalten und verteilen, und das bedeutete: stundenlange Diskussionen, bei denen jeder mitreden durfte. "Das war schon sehr anstrengend", erinnert sich Neundlinger, damals 29. Lehrreich aber auch. Schauen, dass sich niemand übergangen fühlt; Gefühle von Argumenten trennen; gemeinsame Regeln verhandeln.

Neundlinger erinnert sich am liebsten an das Café Schweinestall, das sie gemeinsam mit anderen betrieb, mit Sitzen aus alten Telefonbüchern in den ehemaligen Kobeln und Kuchen, den solidarische Wiener zuhause buken und mitbrachten. Bald gab es in den unterschiedlich großen Häusern auf dem weitläufigen Areal unter anderem ein Frauenhaus, ein Jugendzentrum, eine Zeitung und jede Menge Konzerte.

Ein Hauch der 68er-Bewegung schien damit endlich im trägen Wien spürbar. In der Hauptstadt war der Ostblock nahe, die alten Nazis lebten noch, die Bevölkerung schrumpfte, die Beisln sperrten früh. Für Subkultur war kaum Platz. 200.000 Menschen drängten im Sommer 1976 in die Arena. Die Besetzer forderten ein selbstverwaltetes Kulturzentrum auf dem Gelände, die Betriebskosten sollte die Stadt zahlen. "Kommt alle her, schaut euch den Schlachthof an, was man hier alles machen kann!", lautete einer der Slogans.

Die Stadt, die hier anderes bauen wollte, bot den Besetzern andere Orte, darunter das Schloss Neugebäude, doch die Alternativen waren den Aktivisten zu klein für die Utopie. Die Verhandlungen scheiterten, im Herbst 1976 fuhren die Bagger auf. Sonst hätte Wien vielleicht heute auch einen Hippie-Stadtteil wie Christiania in Kopenhagen, zugleich Magnet für Subkultur und Touristen.

Und die späteren Kämpfe um Freiräume, vom Kulturzentrum Gassergasse in den 80ern bis zum Skatepark St. Marx vor wenigen Jahren, hätte es dann vielleicht nie geben müssen. "Es hätte nie funktioniert", glaubt hingegen Beatrix Neundlinger. Besetzer und Gemeinde wären am Aufwand für das riesige Projekt gescheitert.

Doch ihre Arbeit war nicht umsonst, sie hatten andere junge Wilde inspiriert. Im Jahr darauf, 1977, besetzte eine weitere Aktivistengruppe den ehemaligen Schweineschlachthof in St. Marx. Das baufällige Areal lag neben der "großen" Arena, die im Jahr zuvor besetzt worden war, und hatte nur ein Viertel ihrer Fläche. Deshalb, und weil sie keine anderen Pläne für den Ort hatten, gab die Stadt nach.

Manfred Schäffer erinnert sich an einen ehemaligen Kühlraum, die Decken abgehängt mit Fetzen auf Schnüren, Kerzenlicht, geheizt wurde mit einem stinkenden, rauchenden Dieselgenerator. "So marode hat's auch in unseren Leben ausgeschaut", sagt er. "Das hat schon gepasst."

Mittlerweile lassen nur die sechs Totenkopfringe an seinen Fingern auf seine wilde Vergangenheit schließen. Schäffer, Jahrgang 1957, war gemeinsam mit seinem sieben Jahre jüngeren Bruder Joschi Teil der Wiener Punkband The Dead Nittels. Sie nannten sich nach dem 1981 von palästinensischen Terroristen erschossenen Wiener SPÖ-Politiker Heinz Nittel.

In der Arena fanden die Gebrüder Schäffer, die in einem Gemeindebau "in Spuckweite" aufwuchsen, zum Punk. Zimmer 101 hieß der ehemalige Kühlraum, in dem sich um 1980 die Szene versammelte. "Wir wollten weg von den Alten", erklärt Joschi, reichlich Tätowierungen auf den Oberarmen.

In einem Tschocherl in Favoriten - die lokale Spezialität ist "Gulli Gulli", Cola mit Rum - schwelgen sie in Erinnerungen. "Die Arena war das Leo", sagt Manfred, der sichere Ort beim Fangenspielen. Der Verein Forum Wien Arena organisierte das von der Stadt subventionierte Kulturzentrum; die Ausstattung war vergleichsweise gut, kleine Bands konnten sich an Verstärker und Schlagzeug ausprobieren. Anders als ihre Vorbilder, die US-Punkrockband The Dead Kennedys, blieb den Schäffers die internationale Karriere zwar verwehrt, verdingte sich Manfred als Eisenverleger und Joschi als Industriekaufmann. Doch als im Laufe der 1980er mehr internationale Punkbands in der Arena auftraten, bestritten die Dead Nittels immerhin das Vorprogramm.

Bereits einige Jahre zuvor, 1978, waren die ehemaligen Kühlhallen einer Open-Air-Bühne mit Platz für 3000 Zuschauer auf der Wiese gewichen, 1982 bekam das ehemalige Kessel-und Maschinenhaus zudem eine moderne Bühne. Als große Halle bekannt, fasst sie nun 935 Menschen. Die Stadt subventionierte die Umbauten. Für Künstler, denen die Stadthalle zu groß und das Konzerthaus zu bürgerlich war, gab es nun einen neuen Auftrittsort in Wien.

Schon die Besetzung war in Sachen internationales Marketing zuträglich gewesen, traten doch Größen wie Leonard Cohen dort auf, der die Arena, je nach Überlieferung, als "best place in Vienna", Europa oder gar der Welt bezeichnete. Und nun kamen immer mehr internationale Bands nach Wien, von Element of Crime bis Nirvana, von David Bowie bis Patti Smith, die bis heute acht Mal dort spielte.

"Wir konnten die Sau rauslassen", erinnert sich der Jazzrock-Musiker Harri Stojka, der insgesamt zwölf Mal in der Arena auftrat. (Auf Platz eins liegt Stefan Weber von Drahdiwaberl mit 18 Konzerten.) Farben von der Bühne werfen, ins Publikum springen, lauter spielen als anderswo, all das war hier möglich. Wiener Peripherie eben. "Die Arena war immer ein Treffpunkt für den Underground", sagt Stojka.

In der Arena fanden Jugendliche der 80er Gleichgesinnte unter den Punks, in den 90ern in der Grunge-Szene und in den 2000ern bei Emo-Partys, kamen im selbstverwalteten Beisl an günstige Getränke und im großzügigen Areal an diskrete Nischen. Und heute? Längst dienen die sozialen Medien zur Selbstfindung, sind jugendliche Subkulturen diffuser und nicht mehr an einzelne Orte gebunden.

Zudem geht die Ausgehlust der Jungen zurück. Vielleicht lernte die Generation Corona nie das Partymachen; oder die Pandemie beschleunigte einen Trend, der ohnehin vor sich hin schlummerte. In der diesjährigen Ö3-Jugendstudie, die 13.500 16-bis 25-Jährige inkludierte, gaben nur 28 Prozent an, am liebsten in Clubs zu feiern. 38 Prozent gehen überhaupt nicht gerne fort.

Wenn sie unterwegs sind, trinken sie weniger; auch das belegen Studien -und beobachtet auch Laurenz Platzer von der Arena: "Es wird nicht mehr so ausgiebig gefeiert, und es werden weniger Getränke konsumiert."

Die Jungen werden gesundheitsbewusster, die Stammgäste älter. Die Konsequenz: Die Arena passt sich an. "Jetzt immer ab 21 Uhr", steht auf dem gelben Banner im rechten Eck der grünen Postkarte. Schräg darunter sitzt der wohl bekannteste Eisbär der Wiener Partyszene.

Der Flyer wirbt für Iceberg, die älteste Partyreihe in der Arena. Am 16. April 1993 schmissen die beiden Jugendfreunde Gerhard Prudil und Michael Novy das erste Clubbing in der großen Halle.

"Wir hatten Tische auf der Tanzfläche, damit es nicht peinlich leer wird", erinnert sich Novy, der als Resident DJ "Munsta" jedes Mal dabei ist. Seit 33 Jahren spielt er verlässlich die beinahe idente Playlist: Neue Deutsche Welle, New Wave, 80er-Musik. ("Warum soll man die Hits nicht spielen, wenn sie funktionieren?") Tische auf der Tanzfläche brauchte es nach dem ersten Mal nie wieder. "Wien war hungrig nach Party." Seit 1991 fuhr die U3 endlich nach Erdberg; bis die Stadtbahnbögen alternative

Partys in Zentrumsnähe brachten, sollte es aber noch bis zur Jahrtausendwende dauern.

Mods, linke Skinheads, Goths, Alternative, das Publikum sei in den Anfangsjahren bunt gemischt gewesen; meist etwas mehr Männer als Frauen, aber oft einer Subkultur zuordenbar, sagen die beiden. "Jetzt sehen wir Gäste im Dirndl, die von der Wiener Wiesn kommen", erzählt Prudil. "Die Arena ist in die Mitte der Gesellschaft gerückt."

Vielleicht auch, weil die Wilden von damals vom Alter nicht verschont werden. "Die Skinheads von früher haben jetzt eine Naturglatze." Und wollen nicht zu spät ins Bett. Seit einigen Monaten startet Iceberg deshalb eine Stunde früher als bisher.

Nicht nur das zunehmende Alter beschränkt die Wildheit. Seit neuestem achten die Securitys darauf, dass die Partygeher die Türen der großen Halle stets hinter sich schließen, und jede halbe Stunde misst Gerald Prudil die Lautstärke, drinnen und draußen. Und zwar nicht, weil die Partycrowd Schwerhörigkeit oder Luftzug fürchtet. Die neue Sorgfalt steht für das jüngste Kapitel in der Geschichte der Arena, jenes, in dem der von Beginn an gefürchtete Kapitalismus die kleine Wiener Utopie beinahe in die Knie zwang.

Der Grund dafür sind drei Wohntürme, deren jeweils mehr als 33 Geschoße keine 500 Meter Luftlinie südlich der Arena in den Himmel ragen. Sie stehen ausgerechnet auf dem Gelände des ehemaligen Seuchenhofs. Dort, wo die Besetzer von der Stadt in der Stadt träumten, entsteht nun tatsächlich eine. Es ist nur nicht die Utopie von damals. Wien wächst, in St. Marx wird gebaut, und seit 2023 befinden sich in den drei "The Marks"-Hochhäusern rund 1200 teils hochpreisige Wohnungen.

Einige der Anrainer beschwerten sich bald nach dem Einzug wegen der lauten Partys und Open-Air-Konzerte in der benachbarten Arena, die im Sommer bis 23 Uhr dauerten. "Im Sommer ist es bis 21 Uhr hell. Wir können nicht früher starten", erklärt Platzer vom Arena-Vereinsvorstand. "Die Show wirkt sonst nicht."

Kurz sah es so aus, als müsste die Arena ihr Programm drosseln. Dann sprang die Stadt ein und finanzierte eine neue Open-Air-Tonanlage um 595.000 Euro. Der Schall wird nun besser gesteuert. Im Mai 2025 folgte ein Gesetz, das älteren Veranstaltungsorten einen "Bestandsschutz" bei

Lärmbeschwerden zusprach. Die Arena kam noch einmal davon.

Doch auch westlich siedeln sich bald neue Nachbarn an. Die Gefahr, die sie bergen, ist noch abstrakt, mag aber langfristig sein. Denn auf der anderen Seite der Südosttangente soll, wenn es nach der Stadt Wien geht, ab 2030 die "Wien Holding Arena" stehen. Die neue Veranstaltungshalle wird Platz für bis zu 20.000 Menschen bieten.

Das sind mehr als sechsmal so viele Zuschauer, wie vor die Open-Air-Bühne der Arena passen. Die Locations spielen in unterschiedlichen Ligen, aber für Platzer steckt dahinter ein grundsätzliches Problem: "Man gräbt damit die Subkultur ab."

Wird man sich eher auf eine vielleicht unbekannte Band in der Arena einlassen oder lieber in ein Konzert der Superlative nebenan investieren? Und die Arena braucht die wenigen Kulturaffinen dringend, um zu überleben. 259.000 Euro Förderung bekam sie heuer von der Stadt Wien, im Vorjahr machten die Subventionen gerade einmal sechs Prozent des Umsatzes von rund vier Millionen Euro aus.

Am teuersten kommt den gemeinnützigen Verein das Personal. Hier hat man sich nämlich ein wenig von der Utopie bewahrt: Rund 60 Personen sind angestellt, teils seit Jahrzehnten. Für die Eventbranche ist das ungewöhnlich, hier arbeitet man in der Regel fast ausschließlich mit günstigem Leihpersonal.

Zudem gönnt sich die Arena inhaltliche Regeln. Benehmen sich Bands schlecht, etwa gegenüber dem Personal oder im Backstage-Bereich, dürfen sie nicht mehr auftreten. In der Arena gilt außerdem ein Flaggenverbot, sowohl auf der Bühne wie auch im Publikum. Nationalfahnen stünden für "Ungerechtigkeit, Ausgrenzung, Patriotismus und Nationalstolz, kurz: für das Gegenteil einer befreiten Gesellschaft", ist auf der Homepage zu lesen. Das ergebe sich aus dem "spezifischen historischen Kontext Österreichs".

Rund um den Nahostkonflikt hat das halbwegs gut funktioniert; schwieriger sei es bei Reggae-Veranstaltungen. Und jetzt, im Sommer, wenn etwa Menschen nach den Fußballweltmeisterschaftsspielen in die Arena kommen? Müssen sie einfach nur das T-Shirt umdrehen. Und schon finden sie in der Arena Platz.

weiterlesen