Eine blassblaue Frauenschrift

Wien 1936: Gewissenskonflikt, verdrängte Schuld und Antisemitismus in einer österreichischen Novelle
60 Seiten, Taschenbuch
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Themen Belletristik Allgemein, nicht nach Genre
ISBN 9788028350130
Sprache Deutsch
Erscheinungsdatum 02.12.2023
Größe 229 x 152 mm
Verlag Sharp Ink
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HerstellerangabenAnzeigen
Schnirchova 662/22, Holešovice | CZ-170 00 Prague
kristoferpaetau@gmail.com
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Kurzbeschreibung des Verlags

Franz Werfels Novelle "Eine blassblaue Frauenschrift" entfaltet an einem einzigen Tag des Jahres 1936 das seelische Drama des Wiener Ministerialbeamten Leonidas Tachezy. Ein Brief in zarter, blassblauer Schrift von seiner einstigen Geliebten Vera fordert Hilfe für einen jüdischen Jungen, der möglicherweise sein Sohn ist. In konziser, psychologisch präziser Prosa verbindet Werfel Gesellschaftsporträt, Gewissensstudie und zeitgeschichtliche Warnung; die elegante Oberfläche der österreichischen Amts- und Salonkultur wird zur Maske moralischer Verdrängung. Werfel, 1890 in Prag geboren, gehörte zur deutschsprachigen jüdischen Literatur der untergehenden Habsburgermonarchie und schrieb aus der Erfahrung von Exil, politischer Bedrohung und religiös-humanistischer Suche. Seine Sensibilität für Schuld, Mitgefühl und historische Katastrophe prägt diese Novelle entscheidend. Die Figur des Leonidas spiegelt jene gebildete, angepasste Elite, deren Bequemlichkeit und Karrierewille angesichts des Antisemitismus versagen. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die knappe Formen mit großer ethischer Spannweite schätzen. Werfel zeigt, wie Weltgeschichte in eine private Entscheidung einbricht und wie ein scheinbar kleiner Akt der Feigheit existenzielle Bedeutung gewinnt. "Eine blassblaue Frauenschrift" ist ein stilles, scharfes Meisterstück über Erinnerung, Verantwortung und die Kosten des Wegsehens.

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Über den Autor

Der erfolgreiche Schriftsteller und Dramatiker Franz Werfel wurde 1890 in Prag geboren. Schon als Schüler verfasst Werfel Gedichte und Dramen. Bekannt wurde er schlagartig durch seine Gedichte "Weltfreund", "Wir sind" und "Einander". 1919 veröffentlichte der Schriftsteller seine erste eigenständige Novelle mit dem Titel "Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig". Es folgen unter anderem das Drama "Spiegelmensch" sowie die Werke "Der Tod des Kleinbürgers", "Kleine Verhältnisse", "Der Abituriententag". Besonders bekannt wurde der zweibändige historische Roman "Die vierzig Tage des Musa Dagh" und "Das Lied von Bernadette". Nach dem Anschluss Österreichs emigrierte Werfel 1938 nach Frankreich, wo er zwei Jahre verweilte und anschließend über Spanien in die USA kam. Franz Werfel verstarb 1945 im Alter von 54 Jahren an einem Herzinfarkt. Posthum wurde sein autobiografisch geprägter Reiseroman "Stern der Ungeborenen" veröffentlicht. Werfel gilt als ein Wortführer des lyrischen Expressionismus.

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