Jeremias

Ein pazifistisches Antikriegsdrama um Jerusalem, prophetische Wahrheit und den Fall einer verblendeten Nation
176 Seiten, Taschenbuch
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Themen Biographie, Literatur und Literaturwissenschaft Drama, Theaterstücke, Drehbücher
ISBN 9788028354411
Sprache Deutsch
Erscheinungsdatum 05.12.2023
Größe 229 x 152 mm
Verlag Sharp Ink
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Schnirchova 662/22, Holešovice | CZ-170 00 Prague
kristoferpaetau@gmail.com
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Kurzbeschreibung des Verlags

Stefan Zweigs Jeremias, 1917 als dramatische Dichtung veröffentlicht, deutet die biblische Gestalt des Propheten nicht als Verkünder bloßer Katastrophe, sondern als moralisches Gewissen eines von Kriegstaumel und politischer Verblendung erfassten Volkes. Vor dem Hintergrund der Belagerung Jerusalems entfaltet das Stück in pathetisch verdichteter, zugleich psychologisch sensibler Sprache den Konflikt zwischen nationalem Siegeswillen und prophetischer Wahrheit. Im literarischen Kontext des Ersten Weltkriegs steht es neben expressionistischen Friedensdramen, bleibt jedoch durch seine humanistische Symbolik unverkennbar zweigisch. Zweig, 1881 in Wien geboren, war ein europäisch gebildeter Jude, Kosmopolit und Pazifist, der den Zusammenbruch der alten Ordnung mit wachsender Erschütterung erlebte. Seine anfängliche Distanz zur Kriegsbegeisterung vertiefte sich unter dem Eindruck von Zensur, Nationalismus und Exilnähe zu einer entschiedenen Ethik der Verständigung. Jeremias spiegelt diese biographische und geistige Lage: Der Prophet wird zum Stellvertreter des Autors, der gegen die Verführung kollektiver Gewalt die Würde des Leidens setzt. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die historische Dramatik nicht als antiquarische Rekonstruktion, sondern als Gegenwartsdiagnose verstehen möchten. Jeremias ist ein Werk von hoher rhetorischer Kraft und bleibender politischer Aktualität: Es lehrt, dass Niederlage, wenn sie zur Erkenntnis führt, geistig fruchtbarer sein kann als Triumph.

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Themen Biographie, Literatur und Literaturwissenschaft Drama, Theaterstücke, Drehbücher
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Über den Autor

Stefan Zweig, geboren am 28. November 1881 in Wien, war österreichischer Schriftsteller von Prosa, Novellen und historischen Erzählungen. Zweig studierte Germanistik und Romanistik in Wien und veröffentlichte 1901 seinen ersten Gedichtband "Silberne Saiten". Anschließend publizierte er literarische und literaturkritische Arbeiten in Zeitungen und Zeitschriften sowie in Buchform und war als Übersetzer tätig. Die Tragödie "Jeremias" wurde 1918 im Züricher Schauspielhaus uraufgeführt. Es folgten etliche Biografien, etwa "Drei Meister. Balzac – Dickens – Dostojewski", "Der Kampf mit dem Dämon. Hölderlin – Kleist – Nietzsche" oder "Drei Dichter ihres Lebens. Casanova – Stendhal – Tolstoi". Große internationale Erfolge feierte auch das 1927 erschienene Buch "Sternstunden der Menschheit" sowie die Erzählungen und Novellen "Erstes Erlebnis", "Amok", "Angst", "Verwirrung der Gefühle" und "Schachnovelle". Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten emigrierte Zweig zunächst nach London, später in die USA und letztendlich nach Brasilien, wo er sich am 22. Februar 1942 das Leben nahm.

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