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Ein Reader über öffentlich-rechtliche Medien
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Öffentlich-rechtliche Medien haben darauf vielfältige Aufgaben, die mit dem Begriff Public Value nur unzulänglich umschrieben sind. Fest steht, dass öffentlich-rechtliche Medien eine klassische europäische Idee darstellen, um die Auswüchse des Totalitarismus zu heilen und Ähnlichem vorzubeugen. Deswegen nehmen Autokraten und Diktatoren als Erstes öffentlich-rechtliche Sender aufs Korn.
Das öffentlich-rechtliches Fernsehen, ja das öffentlich-rechtliche Wesen insgesamt scheint derzeit vor einer unangenehmen Wahl zu stehen: Auf der einen Seite lauert die Kommerzialisierung, auf der anderen der Einfluss von Staat und Parteien. Dazwischen liegt die Öffentlichkeit, das bewegte Meer.
Und im Zusammenhang mit den Marktverzerrungen der digitalen Sphäre stellt sich die Frage öffentlich-rechtlicher Medien neu.

 

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Inhaltsverzeichnis

I. Wozu das Ganze? Drei Essays
Das Rätsel des Öffentlich-Rechtlichen und was mit ihm gemeint sein könnte. Sicher ist: es muss was Demokratisches sein. Armin Thurnhers Überlegungen zu einem rätselhaften Begriff
Brauchen wir ihn? Wenn ja, wie müsste er sein, damit wir ihn brauchen können, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk? Der Jurist Alfred Noll steckt das Terrain ab Wer ist wir? Die Frage nach der Identität und ihrer Bildung wird umstandslos den öffentlich-rechtlichen Medien übertragen. Der Essayist Franz Schuh hat dazu ein paar Thesen

II. Land für Land
Italien: Bunga-Bunga Franz Kössler kennt sich als gebürtiger Südtiroler aus. Seine Bilanz eines kulturellen Verfalls erschüttert uns  
Schweiz: Volkes Stimme Otfried Jarren lehrt in der Schweiz und ist besorgt über eine mögliche Abstimmung zum Thema öffentlich-rechtlich
England: Doppelte Gefahr Robert Rotifer sieht die BBC in der Zwickmühle – bedroht einerseits von Murdochs Medien, andererseits von den Konservativen in der Regierung
Spanien: Abgehalftert Josef Manola berichtet aus Spanien, und er
erzählt die traurige Geschichte, wie das spanische öffentlich-rechtliche Fernsehen entmachtet und an die Kandare genommen wird
Deutschland: Bewegung beim Tanker Die ARD ist Europas größtes Medienunternehmen. Claus Heinrich berichtet, wie sie und das ZDF versuchen, sich neu zu erfinden

III. Perspektiven. Zum Beispiel Social Media
Chinas gelenkte Öffentlichkeit Wenn China die Zukunft ist, dann sieht diese nicht
besonders gut aus, meint Raimund Löw. Er schildert die spannende Medienlandschaft
in China, in der fast alles gelenkt wird
Max Schrems Der Datenschützer und Facebook-Kläger sieht das Problem der Social Media. Ihre Verstaatlichung, meint er, wird nicht funktionieren. Er hat andere Ideen
Thomas Wagner hat dem Thema ein ganzes Buch gewidmet. Es bringt sehr starke Argumente, warum Social Media im Privatbesitz problematisch sind
Verstaatlicht sie! Schon seit Jahren erwägen ernsthafte Kritiker staatliche Eingriffe in die mediale Öffentlichkeit. Öffentlich-rechtliche Social Media sind keineswegs nur ein Spleen des Falter-Herausgebers. Ein paar Beispiele

IV. Den ORF retten
Gerhard Zeiler verlieh als Generalintendant dem ORF private Züge. Zugleich vermittelte er das Gefühl, ihn gerettet zu haben. Mit ihm führte der Falter 1998 ein Interview, das sich heute noch halb grotesk und halb bezeichnend liest. Im Mittelpunkt: die Milka-Kuh
Den ORF retten Eine Erzählung von Armin Thurnher resümiert, wie er einmal fast im ORF über den ORF hätte diskutieren dürfen und wie die Aktion „Rettet den ORF“ 2009 ablief

V. Einzelheiten
Anna Goldenberg hat einen Leseteil zum Thema öffentlich-rechtlich zusammengestellt, der wichtige Gesetzespassagen, Gründungsmomente, Zitate von ORF-Generälinnen, Informationen über Public Broadcasting in den USA und anderes Lesenswertes versammelt

Erscheinungsdatum 28.06.2017
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