Bio-Gärtnern am Fensterbrett

Wie auf kleinstem Raum das ganze Jahr Gemüse, Kräuter, Salate und Obst wachsen
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Kurzbeschreibung des Verlags:

Soeben noch am Fensterbrett gestanden, machen die knackigen Salatblätter und die sonnengereiften Kirschtomaten das Abendessen perfekt. Und erst der herrliche Duft von Rosmarin und Lavendel, der durch das offene Fenster strömt. Mit Birgit Lahners genauen Anleitungen wird Gärtnern auf der Fensterbank leicht gemacht - indoor und outdoor! Von der Aussaat über die Pflege bis zur Ernte verrät die Stadtgärtnerin nicht nur ihr Know-how, sondern präsentiert viele kreative Ideen: für eine bunte Oase auf kleinster Fläche.
KÖSTLICHE VIELFALT AUF KLEINSTEM RAUM ANPFLANZEN
Ob Kräuter für Tees, gelbe Mini-Paprika, gesunde Sprossen oder süße Erdbeeren zum Naschen - sehr viele Arten gedeihen auf dem Fensterbrett prächtig, und manch exotische Pflanze fühlt sich im Winter drinnen besonders wohl. So können Sie ganzjährig Ihre eigene Ernte genießen und haben nebenbei noch einen hübschen Blickfang in Ihren vier Wänden.
- Fenster auf und Essen ernten: das ganze Jahr mit selbst gezogenem Obst, Gemüse und Kräutern versorgt
- gärtnern innen und außen: am Fenster ganzjährig möglich
- im Porträt: die besten Sorten für das Gärtnern auf kleiner Fläche
- genaue Pflanzvorschläge für alle Fensterlagen und platzsparende Ideen
- mit vielen Tipps, welche Pflanzen gut miteinander harmonieren
- Vielfalt anbauen, die man im Geschäft nicht kaufen kann: Zitronengras, Thai-Basilikum und Kaffirlimetten
- Urban Gardening: grüne Oasen mitten in der Stadt gestalten
- DIY-Projekte: schöne Rankhilfen, Töpfe und hängende Flaschengefäße mit einfachen Mitteln selber machen
Weil es entspannend ist und Freude macht. Also, an die Töpfe, fertig, los!

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FALTER-Rezension

Ernte in Balkonien

Fensterbank, Balkon, Terrasse, Hinterhofgärtchen: Keine Fläche ist zu klein, um auch in der Großstadt eigenes Gemüse, Kräuter oder Beeren zu ziehen. Aber wie geht man es an? Eine Anleitung in fünf Schritten für Urban Gardener mit Selbstversorgersehnsucht.

Erst einmal einlesen

Je kleiner die Fläche, desto wichtiger die Planung. Deshalb hilft zum Einstieg eine Aufwärmrunde Armchair-Gardening, sprich Lektüre: Unübertroffen umfassend ist immer noch Andrea Heistingers „Handbuch Bio-Balkongarten“. Kein Aspekt, der dort nicht beleuchtet würde. Kurz gefasstes Know-how zu Balkongemüse, -obst und -kräutern bietet auch das neue „Alles Bio vom Balkon“ von Ursula Kopp.

Ebenso lohnend ist der Blick in einschlägige Balkongarten- und Selbstversorger-Blogs, etwa kistengruen.de, hauptstadtgarten.de oder wurzelwerk.net. Ganz neu ist die Garten-App Gardify (www.gardify.de), eine Art Smart-Gardening-Tool, das einem mit To-do-Erinnerungen, Ökoscans, Pflanzen-Doc oder ortsgenauen Frostwarnungen virtuell zur Hand geht.

Was es zu vermeiden gilt

Man mag es noch so bedauern, aber auf einem dunklen Nordbalkon werden nie Paradeiser reifen. Sie benötigen – wie die meisten Fruchtgemüse – sechs Stunden Sonne pro Tag. Halbschattentolerant sind Blattgemüse wie Mangold, Salat oder Gartenampfer. Hellerer Schatten funktioniert etwa auch für Radieschen, Gurken oder Himbeeren. Und im tiefen Schatten kann man es immerhin noch mit Pilzen probieren. Wobei in der Stadt Schattenlage sowieso nicht gleich Schattenlage ist: Denn wenn rundum Fensterscheiben Sonnenlicht reflektieren, schaut die Sache schon wieder besser aus.

Ebenso sind in der Stadt Hitze und Wind ein Thema. Beide lassen Pflanzgefäße rasch austrocknen. Daher lieber wenige größere Topfe als viele kleine, in denen die Erde in Windes­eile steinhart wird und man mit dem Gießen nicht nachkommt. Auch Nährstoffe sind in größeren Gefäßen länger verfügbar.

Die richtige Wahl

Wer in der Horizontalfläche beschränkt ist, schwinge sich in die Höhe: Windsicher befestigte Rankgerüste funktionieren auf Balkonen und Terrassen als ideale Senkrechtgärten. Feuerbohnen, Erbsen, Gurken, essbare Blüten wie Kapuzinerkresse oder auch viele Paradeiser kann man nach oben ziehen und dabei auch für Blattgrünkühlung von Mauern sorgen. Insgesamt gilt: Beim Einkauf kleinwüchsige Sorten wählen, bei Obst zu schlankem Säulenobst greifen und nach Balkonsorten fragen.

Eine Fundgrube für Sorten, die auf kleinstem Raum gedeihen, ist Birgit Lahners Buch „Bio-Gärtnern am Fensterbrett“. Die Wiener Nutzpflanzenexpertin bietet auch eintägige Workshops zum Thema an (www.birgitlahner.at). Gute Adressen für den Kauf von Bio-Gemüsejungpflanzen und Bio-Samen von samenfesten Sorten, also Sorten, von denen man Samen gewinnen und im Folgejahr wieder anbauen kann, sind z.B. Reinsaat, Sativa oder Arche Noah (siehe Spalte).

Einige erprobte Mischkulturen für Töpfe, wie sie Andrea Heistinger empfiehlt, sind: Salat und Radieschen, Knoblauch und Erdbeeren, Erdmandeln und Paradeiser, Salat und Kohlsprossen, Basilikum mit Paprika, Paradeiser oder Aubergine, Schnittlauch und Karotte.

Gutes Gerät

Drei Werkzeuge braucht man zum Balkongärtnern jedenfalls: Handschaufel, Gartenschere und ein „Heindl“, sprich: eine kleine, gestielte Handhacke. Damit deckt man alles vom Jäten übers Graben und Stutzen bis zum Töpfe-mit-Erde-Befüllen ab. Man kann dabei jeweils zur Billigausführung greifen und Glück haben oder sich gleich etwas Stabiles zulegen, zum Beispiel eine Gartenschere von Felco (Modell ist Geschmackssache) sowie eine Handschaufel und eine Kleinhaue von „PKS Bronze-Gartenwerkzeuge“ aus Bad Ischl (kupferspuren.at).

Beschriftete Pflanzetiketten, die man neben frisch Gesätem oder Gesetztem in die Erde steckt, gehören ebenfalls zur Grundausstattung, weil man schneller, als man glaubt, vergisst, was man wo gesetzt hat. Ideal – und billiger als Plastiketiketten – sind hölzerne Mundspateln. Mit Bleistift beschriften, der hält am längsten!

Weil es immer etwas hoch- und festzubinden gibt, braucht es eine Rolle reißfesten, nicht zu dünnen Gartenspagats. Und wer einmal in einer betörenden Auswahl von Qualitätsgartenwerkzeug schwelgen möchte, kann dass auf dictum.com tun.

Erde und Wasser

Weil man in Balkonien nur in Pflanzgefäßen gärtnert, ist die Erde umso wichtiger. Hier bei der Qualität zu sparen rächt sich später. Oberstes Gebot: Die Erde darf keinen Torf enthalten! Bio und Torf gehen ohnehin nicht zusammen. Beim Torfabbau werden nämlich jede Menge Moore zerstört.

Ein sehr gutes, torffreies Bio-Substrat aus Niederösterreich ist Alfred Grands Bio-Erde aus Kompost, Rindenhumus, Lavasand und Regenwurmhumus: www.vermigrand.eu.

Für die Anzucht von Samen, die nährstoffarme Erde zum Keimen brauchen und erst nach dem Vereinzeln in gehaltvolleres Substrat gesetzt werden, gibt es eigene Anzuchterde. Sie eignet sich auch gut für Kräuter.

Ein Wort noch zum Gießen: Gemüse braucht vor allem als frisch gesetzte Jungpflanze und während der Frucht-entwicklung regelmäßige Wasserversorgung. In Hitzephasen muss man deshalb mitunter zweimal pro Tag gießen. Eine Mulchschicht oben auf der Topferde – etwa aus Stroh – hilft gut gegen das Austrocknen.

Nun der finale Geheimtipp: Sammeln Sie Regenwasser! Das erspart Gießkanneschleppen, und wie alle Pflanzen mögen auch Gemüse und Kräuter weiches Regenwasser am liebsten

Julia Kospach in Falter 15/2021 vom 16.04.2021 (S. 44)


Ab ins Kisterl!

Auch das kleinste Fensterbrett in der Stadt verspricht noch reiche Kräuter- und Gemüseernte. Man muss nur wissen, wie’s geht!

Nicht jedem stehen weitläufige ­Latifundien zur Verfügung. Nicht einmal kleine Hausgärten oder ­Terrassen oder auch nur der bescheidenste ­Balkon. Die meisten von uns ­Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohnern verfügen über ­keinerlei Outdoor­bereich, auf den sie vom ­Wohnzimmer oder von der Küche hinaustreten könnten. Doch auch die Garten­losen juckt der grüne Daumen und sie träumen nicht minder davon, an selbstgezogenen Kräutern und Gemüsen zu knabbern.

Gott sei Dank gibt es in jeder Wohnung einen Ort, der Linderung für die Qualen unausgelebter Gärtnerfreuden verspricht: das Fensterbrett. Auch auf diesem kann ausschweifend angebaut werden.
Man muss nur wissen, wie, und natürlich findet sich auch für diese kleine Nische jemand mit großem Fachwissen. Die Expertin fürs Thema heißt Birgit Lahner, stammt von einem Weingut nahe Grafenegg und hat Nutzpflanzenwissenschaften an der Boku studiert.
Brotberuflich verkauft sie Bücher und backt Kuchen in der Wiener Genuss-Buchhandlung Babette’s. Daneben schreibt und forscht sie. Nächste Woche erscheint ihr erstes Buch, „Bio-Gärtnern am Fensterbrett“, das den märchenhaften Untertitel trägt: „Wie auf kleinstem Raum das ganze Jahr Gemüse, Kräuter, Salate und Obst wachsen“. Jetzt könnte man die 33-Jährige verdächtigen, weitaus mehr zu versprechen, als je ein paar Fensterkisterln halten können, doch Birgit Lahner weiß genau, wovon sie spricht, denn sie hat es aufs Akribischste ausgetestet. „Ich habe Versuchspflanzungen von 70 verschiedenen Kräutern, Gemüsearten und Erdbeersorten gemacht und geschaut, welche sich in Fensterkisterln am besten bewähren.“
Gesucht waren Sorten, die unter den beengten Bedingungen des Standorts Fensterbrett besonders kompakt wachsen und dabei reich tragen, die nur geringe Ansprüche ans Erdvolumen stellen und mit kompakten Wurzelstöcken ausgestattet sind. Außerdem hat Birgit Lahner auch systematisch Fruchtfolgen ausgetestet, „damit die Kisterln das ganze Jahr über beerntet werden können“.

Im April bietet sie zum ersten Mal eintägige Workshops zur Fensterbrettl-Gärtnerei an (Termine s. Marginalspalte). Dort wird es nicht nur um biologische Düngung, um saisonale Bepflanzung oder die ­Herstellung eigener Erdmischungen für ­Fensterkisterln und kleine Töpfe gehen. Gerade die sind wichtig, denn nur sie finden am Fensterbrett Platz. In der Regel dürfen sie nicht mehr als maximal 17 bis 20 Zentimeter Durchmesser haben.
Lahner wird Interessierte auch in die Frage der standortgerechten Pflanzen- und ­Sortenwahl einführen. „Fruchtgemüse wie Tomaten, Chili oder Auberginen sind nur dann fürs Fensterkisterl ­geeignet, wenn sie mindestens fünf bis sechs Stunden Sonne pro Tag haben.“
Bei ­weniger ­Sonne sind Blattgemüse erfolgversprechender; etwa Spinat, Asia- und Pflücksalate, ­Pimpinelle, Mangold, Rucola, Rote-Rüben-Blätter oder Winterportulak. „Die sind schattentoleranter, was in der Stadt oft ein Thema ist“, sagt Birgit Lahner. Und wer so gut wie gar keine Sonne hat, kann immer noch die ­verschiedensten Sprossen auf der Fensterbank ziehen (www.sprossengarten.at).

Als besonders fensterkisterlwüchsige Sorten haben sich die weiße Erdbeersorte ­„Schneewittchen“ mit ihren roten Nüsschen, die Radieschensorte „Wiener Rotes Treib“, die rundliche Karottensorte „Pariser Markt“ oder die „Gelbe Topftomate“ erwiesen. Letztere, erzählt Birgit Lahner, „ist nur 25 Zentimeter hoch geworden und war wie ein Christbaum vollgehängt mit kleinen, gelben, süßen Früchten mit guter Säure“.
Auf dem Coverbild ihres Buchs kann man sich mit eigenen Augen davon überzeugen. Ebenfalls sehr bewährt hat sich ein kleiner, scharfer Chili namens „Sibirischer Hauspaprika“ (www.kraeuter-und-duftpflanzen.de). Er hat rote, stumpfspitzige Früchte von circa drei Zentimetern Länge und gedeiht vor allem auch auf wenig lichtverwöhnten Fensterbrettern.
Ganz allgemein eignen sich Minisorten oder sogenannte Topfsorten zumeist auch gut für Fensterkisterln. Für Zwerg-Auberginen-Sorten wie „Bambino“ oder „Dwarf Lime“ wird man bei www.deaflora.de fündig, für Miniparadeiser bei www.lilatomate.de.
Abschließend noch ein Beispiel für eine ausgetestete Rund-ums-Jahr-Fensterkisterl-Bepflanzung von Birgit Lahner, derer es in ihrem Buch mehrere gibt: Erste Ernte im Frühling ist die Radieschensorte „Rudi“. Danach setzt man zwei Paprikapflanzen (z.B. „Sibirischer Hauspaprika“ oder „Mini-Chilis“ zusammen mit einem Basilikumstock (z.B. „Griechisches Buschbasilikum“) und sät zwei, drei einzelne Kapuzinerkressepflanzen (z.B. „Salmon Gleam“) dazwischen, deren Blätter, Blüten und Kapernknospen essbar sind. Im Winter dann folgt als dritte Ernte aus Samen gezogener Winterportulak.

Julia Kospach in Falter 13/2017 vom 31.03.2017 (S. 42)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783706626088
Ausgabe 2., mit über 300 Farbfotos und Zeichnungen von Birgit Lahner und Doris Steinböck
Erscheinungsdatum 12.05.2020
Umfang 208 Seiten
Genre Ratgeber/Natur/Garten
Format Hardcover
Verlag Löwenzahn Verlag in der Studienverlag Ges.m.b.H.
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