Bio-Gärtnern am Fensterbrett
Wie auf kleinstem Raum das ganze Jahr Gemüse, Kräuter, Salate und Obst wachsen

von Birgit Lahner

€ 24,90
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Verlag: Löwenzahn Verlag
Format: Hardcover
Genre: Ratgeber/Natur/Garten
Umfang: 208 Seiten
Erscheinungsdatum: 29.03.2017


Rezension aus FALTER 13/2017

Ab ins Kisterl!

Auch das kleinste Fensterbrett in der Stadt verspricht noch reiche Kräuter- und Gemüseernte. Man muss nur wissen, wie’s geht!

Nicht jedem stehen weitläufige ­Latifundien zur Verfügung. Nicht einmal kleine Hausgärten oder ­Terrassen oder auch nur der bescheidenste ­Balkon. Die meisten von uns ­Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohnern verfügen über ­keinerlei Outdoor­bereich, auf den sie vom ­Wohnzimmer oder von der Küche hinaustreten könnten. Doch auch die Garten­losen juckt der grüne Daumen und sie träumen nicht minder davon, an selbstgezogenen Kräutern und Gemüsen zu knabbern.

Gott sei Dank gibt es in jeder Wohnung einen Ort, der Linderung für die Qualen unausgelebter Gärtnerfreuden verspricht: das Fensterbrett. Auch auf diesem kann ausschweifend angebaut werden.
Man muss nur wissen, wie, und natürlich findet sich auch für diese kleine Nische jemand mit großem Fachwissen. Die Expertin fürs Thema heißt Birgit Lahner, stammt von einem Weingut nahe Grafenegg und hat Nutzpflanzenwissenschaften an der Boku studiert.
Brotberuflich verkauft sie Bücher und backt Kuchen in der Wiener Genuss-Buchhandlung Babette’s. Daneben schreibt und forscht sie. Nächste Woche erscheint ihr erstes Buch, „Bio-Gärtnern am Fensterbrett“, das den märchenhaften Untertitel trägt: „Wie auf kleinstem Raum das ganze Jahr Gemüse, Kräuter, Salate und Obst wachsen“. Jetzt könnte man die 33-Jährige verdächtigen, weitaus mehr zu versprechen, als je ein paar Fensterkisterln halten können, doch Birgit Lahner weiß genau, wovon sie spricht, denn sie hat es aufs Akribischste ausgetestet. „Ich habe Versuchspflanzungen von 70 verschiedenen Kräutern, Gemüsearten und Erdbeersorten gemacht und geschaut, welche sich in Fensterkisterln am besten bewähren.“
Gesucht waren Sorten, die unter den beengten Bedingungen des Standorts Fensterbrett besonders kompakt wachsen und dabei reich tragen, die nur geringe Ansprüche ans Erdvolumen stellen und mit kompakten Wurzelstöcken ausgestattet sind. Außerdem hat Birgit Lahner auch systematisch Fruchtfolgen ausgetestet, „damit die Kisterln das ganze Jahr über beerntet werden können“.

Im April bietet sie zum ersten Mal eintägige Workshops zur Fensterbrettl-Gärtnerei an (Termine s. Marginalspalte). Dort wird es nicht nur um biologische Düngung, um saisonale Bepflanzung oder die ­Herstellung eigener Erdmischungen für ­Fensterkisterln und kleine Töpfe gehen. Gerade die sind wichtig, denn nur sie finden am Fensterbrett Platz. In der Regel dürfen sie nicht mehr als maximal 17 bis 20 Zentimeter Durchmesser haben.
Lahner wird Interessierte auch in die Frage der standortgerechten Pflanzen- und ­Sortenwahl einführen. „Fruchtgemüse wie Tomaten, Chili oder Auberginen sind nur dann fürs Fensterkisterl ­geeignet, wenn sie mindestens fünf bis sechs Stunden Sonne pro Tag haben.“
Bei ­weniger ­Sonne sind Blattgemüse erfolgversprechender; etwa Spinat, Asia- und Pflücksalate, ­Pimpinelle, Mangold, Rucola, Rote-Rüben-Blätter oder Winterportulak. „Die sind schattentoleranter, was in der Stadt oft ein Thema ist“, sagt Birgit Lahner. Und wer so gut wie gar keine Sonne hat, kann immer noch die ­verschiedensten Sprossen auf der Fensterbank ziehen (www.sprossengarten.at).

Als besonders fensterkisterlwüchsige Sorten haben sich die weiße Erdbeersorte ­„Schneewittchen“ mit ihren roten Nüsschen, die Radieschensorte „Wiener Rotes Treib“, die rundliche Karottensorte „Pariser Markt“ oder die „Gelbe Topftomate“ erwiesen. Letztere, erzählt Birgit Lahner, „ist nur 25 Zentimeter hoch geworden und war wie ein Christbaum vollgehängt mit kleinen, gelben, süßen Früchten mit guter Säure“.
Auf dem Coverbild ihres Buchs kann man sich mit eigenen Augen davon überzeugen. Ebenfalls sehr bewährt hat sich ein kleiner, scharfer Chili namens „Sibirischer Hauspaprika“ (www.kraeuter-und-duftpflanzen.de). Er hat rote, stumpfspitzige Früchte von circa drei Zentimetern Länge und gedeiht vor allem auch auf wenig lichtverwöhnten Fensterbrettern.
Ganz allgemein eignen sich Minisorten oder sogenannte Topfsorten zumeist auch gut für Fensterkisterln. Für Zwerg-Auberginen-Sorten wie „Bambino“ oder „Dwarf Lime“ wird man bei www.deaflora.de fündig, für Miniparadeiser bei www.lilatomate.de.
Abschließend noch ein Beispiel für eine ausgetestete Rund-ums-Jahr-Fensterkisterl-Bepflanzung von Birgit Lahner, derer es in ihrem Buch mehrere gibt: Erste Ernte im Frühling ist die Radieschensorte „Rudi“. Danach setzt man zwei Paprikapflanzen (z.B. „Sibirischer Hauspaprika“ oder „Mini-Chilis“ zusammen mit einem Basilikumstock (z.B. „Griechisches Buschbasilikum“) und sät zwei, drei einzelne Kapuzinerkressepflanzen (z.B. „Salmon Gleam“) dazwischen, deren Blätter, Blüten und Kapernknospen essbar sind. Im Winter dann folgt als dritte Ernte aus Samen gezogener Winterportulak.

Julia Kospach in FALTER 13/2017 vom 31.03.2017 (S. 42)

Weiters in dieser Rezension besprochen:

Biogärten gestalten (Doris Kampas)

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