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| Themen | Lifestyle, Hobbys und Freizeit Kochen, Essen und Trinken, Schreiben über Lebensmittel, Kochbücher |
|---|---|
| ISBN | 9783755820345 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 06.10.2026 |
| Größe | 18.5 x 11.6 cm |
| Verlag | DuMont Buchverlag |
| Illustrationen | Ryan Gillet |
| Lieferzeit | Lieferung innerhalb von 28 Werktagen |
| Herstellerangaben | Anzeigen DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG Amsterdamer Straße 192 | DE-50735 Köln herstellung@dumont.de |
Wie lagert man Brot am besten? Wodurch wird Fleisch zart oder zäh? Wie sortiert man den Kühlschrank richtig ein? Macht Zucker wirklich süchtig und zu wenig Schlaf dick? Es gibt Fragen rund um Lebensmittel und Gesundheit, die regelmäßig aufkommen; Phänomene, Kuriositäten und Traditionen, die man gerne verstehen möchte, und langlebige Mythen, die versiert entkräftet werden müssen. Genau dies geschieht in der Rubrik »Gruß aus der Küche« des Süddeutsche Zeitung Magazins. Mediziner wie Dr. Matthias Riedl und Dr. Petra Bracht, Ökotrophologinnen, Verbraucherschützer, Köche sowie viele weitere Fachleute geben seit sechs Jahren verständliche und unterhaltsame Antworten auf die drängendsten Küchenfragen. Gut portioniertes Expertenwissen für alle!
| Themen | Lifestyle, Hobbys und Freizeit Kochen, Essen und Trinken, Schreiben über Lebensmittel, Kochbücher |
|---|---|
| ISBN | 9783755820345 |
| Sprache | Deutsch |
| Erscheinungsdatum | 06.10.2026 |
| Größe | 18.5 x 11.6 cm |
| Verlag | DuMont Buchverlag |
| Illustrationen | Ryan Gillet |
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Armin Thurnher in FALTER 41/2026 vom 07.10.2026 (S. 46)
Ein kurzer Überblick über den Kochbuchherbst: Schnellküche dominiert, gesunde Ernährung ist wichtig, Grundsatzwerke haben wieder Saison und last not least werden Reisekochbücher, mit Ausnahme asiatischer Themen, seltener.
Zwei Bestseller dominieren den Herbst. In Yotam Ottolenghis Simple Too wie in Jamie Oliver's Fast Food kommt das Bedürfnis unserer Zeit offenbar perfekt zum Ausdruck. Man möchte selbst kochen, möchte kreativ sein, in der Küche stehen, aber das Ganze muss in das moderne Leben eingepasst sein, nicht nur als Exekution von Rezepten oder Gerichten, sondern vor allem als Ausdruck und Verhaltensweise. „Meine Art zu kochen setzte sich schon immer aus dieser eklektischen Mischung zusammen, inspiriert von dem, was um mich herum geschieht“, sagt Ottolenghi. Im Kühlschrank hat er nur ein paar simple Zutaten, mit denen er kreativ ohne Ende sich selbst und seine Familienmitglieder glücklich macht.
Das ist auch die Idee der Küche seines Konkurrenten Jamie Oliver, und je nach Präferenz, ob man eher exotische Fusion-Akzente möchte oder doch eher einen Working-Class-Touch, wird man zu Ottolenghi greifen oder zu Jamie. Wir haben hier Küche als Lebenshilfe und Küche als Lebensform, das Ganze natürlich modern, schnell und mühelos in die Abläufe des rundum getakteten digitalisierten Individuums eingepasst, das durch die gesuchten Zutaten das Gefühl bekommt, es sei nicht maschineller Teil eines Prozesses, sondern ein wertvolles Individuum. Das wollen wir nicht geringschätzen, es erklärt auch den durchschlagenden Erfolg des weltläufigen und in London kochenden Israelis Ottolenghi.
Nimmt sich Ottolenghi noch mindestens 30 Minuten, um zu kochen, ist Jamie Oliver noch kompakter. Er bietet uns Rezepte, die in 20 Minuten fertig sind, wobei selbstverständlich auch hier ein Kühlschrank und eine gefüllte Speisekammer Voraussetzung sind. Oliver zeigt uns in „Fast Food“ „clevere Abkürzungen“, wie er es nennt. Seine Zutaten sind alle im Supermarkt erhältlich, aber für die Basics wie Öle, Aromaten, Paniermehle, Saucen, Dosen, nützliche Gläser, Nudeln, Kräuter und Gewürze muss man schon einmal ordentlich einkaufen. Damit ist schon das halbe Kochbuch beschrieben. Es folgen zahllose Hähnchenvariationen, durchaus nützliche Pasta-Gerichte, Variationen mit Hülsenfrüchten, Salate, Fisch. Obwohl Oliver keineswegs Koriander & Co scheut, wirkt das Ganze etwas forciert aufgefrischt (Fetzige Fisch-Lasagne, Spritzige Lachs-Tacos), aber insgesamt eben doch eher hausmännisch.
Auch Christian Henze ist ein Experte der schnellen, modernen Küche und widmet sich nunmehr in Airfryer-Blitzrezepte Backen dem Airfryer, dem, wie er sagt, spannendsten Küchengerät seit langem. „Er spart Energie, arbeitet fettarm, ermöglicht feines Braten und Garen, lässt sich im Handumdrehen reinigen und ist unglaublich vielseitig.“ Tatsächlich lassen sich in einem Airfryer nicht nur Chips herstellen, sondern durchaus kompliziertere Gerichte wie saftiges Tandoori-Hähnchen, eine Pizzavariation, Süßspeisen, knusprige Gemüsegerichte und Aufläufe. Sogar ein Kaiserschmarrn ist möglich.
Das moderne Brot ist löchrig, wie Kundinnen der angesagten, sauteuren Wiener Modebäcker wissen. Das hat seinen Grund, und Claudio Perrando, welterfahrener Bäcker und Backexperimentator, erklärt ihn uns in High Hydration. Open Crumb in Perfection. Es geht um „Brot mit außergewöhnlich offener Krume und sehr hoher Hydratation“. Heißt was? „Wasser ist der stille Dirigent des Backens“, sagt Perrando und erklärt uns minutiös, wie ein Brot „am Limit“ entsteht. Mit schnell, schnell geht hier gar nichts, hier wird Handwerk auf höchster Stufe geboten. Am Ende der Mühe belohnt einen ein wirklich krustiges Baguette oder ein Landbrot im modernen Stil. Mit Löchern.
Fett ist bekanntlich Geschmacksträger. Erfrischend mutig, ihm ein ganzes Kochbuch zu widmen. Lukas und Maria Grossmann wollen es in Fett schmeckt in sein Recht setzen, nachdem es von den Kohlenhydraten verdrängt und in die Rolle des Ernährungsbösen gedrängt wurde. Balance ist auch hier alles. Fett kommt wieder, und wie! Zumindest in diesem schönen Buch, auch wenn sprachliche Unarten den Genuss leicht trüben: „Heute wird Butter mal gefeiert, mal gehated.“ Das mit Butter umhüllte, drei Tage im Kühlschrank reifende Steak probiere ich trotzdem.
Zum Thema Grundsatzwerk gehören zwei gegen den Trend monumentale, vollkommen seriöse, unverspielte und enzyklopädische Werke zum Thema Fisch. Sie bringen beide Warenkunde, Verfahrensweisen, Bild-für-Bild-Rezepte und viel Erfahrung der Autoren, beide Köche. Die Wahl fällt schwer, ob man sich unter den beiden Michelin-Besternten für Fisch des Briten Nathan Outlaw oder für Fisch & Meeresfrüchte des Deutschen Rolf Straubinger entscheidet; der Erste kommt vielleicht einen Hauch mondäner daher, der Zweite etwas gründlicher (vom Vorspeisenhäppchen angefangen). Am besten beide nehmen!
Grundsätzlich kann man auch sein, ohne monumental zu werden. Das kleine, elegante Büchlein Wie erkennt man eine reife Melone fasst die beliebte Serie des SZ-Magazins zusammen, kurz, bündig und geistreich. Frag die Oma sorgt in all der Modernität für einen Hauch Nostalgie, wenngleich mit leichtem Augenzwinkern, gibt die Oma doch zu erkennen, dass sie auch einmal jung war. Renate Kaufmann schreibt als und ist die Oma, und ihre Tipps kann man wirklich brauchen. Spätestens mit der Schinkenrolle hat sie mein Herz vollends gewonnen.
Den gesunden Teil erledigen wir ganz kurz mit einem Dreierpack. Der bewährte englische Koch Hugh Fearnley-Whittingstall widmet sich in Ballaststoff-Power (AT Verlag, € 39,–) mit seinen Country-tauglichen Rezepten den Ballaststoffen im Gemüse; Diana Scholl zelebriert in Gemüse Deluxe (DuMont, € 32,90) elegante, aber sehr alltagstaugliche Varianten aus „ganz normalen Pflanzen“ mit ganz exotischen Namen (Okonomiyaki ist ein Erdäpfelomelett); und Karin Bucharts Kneipp-Buch Die Mikrobiom-Ernährung (€ 28,–) informiert uns in erstaunlicher Breite und Tiefe über das entscheidende Wirken von Mikroben in unserem Essen, unserer Umwelt und unserem Körper. Wussten Sie, dass wir auch mit der Nase Nahrung aufnehmen? Die paar Rezepte darin sind nützlich, wirken aber vor dieser Infoflut fast unscheinbar.
Zum Schluss zwei asiatische Bücher, beide schön, beide mit einem Hauch von Wehmut behaftet. So schmeckt Hongkong zeigt die verlorene Mischung aus Ost und West und demonstriert, wie sehr westliche Klischeegerichte wie French Toast oder auch ein schlichter Zitronentee nach Hongkong-Art verfeinert und neu gedacht werden können, aber man findet auch anspruchsvolle Rezepte wie jenes für Mango-Mochis. Die schöne Gestaltung lässt Nostalgie auf eine Stadt aufkommen, deren gemischt west-östlicher Charakter hinter einer Systemgrenze verschwunden ist. Was auch im Fall der in Berlin wohnenden, in Peking geborenen Bloggerin Sissi Chen zutrifft. Sie unternimmt in Eating in Taiwan eine kulinarische Reise in ihre Heimat Taiwan, die möglicherweise bald verschwindet.
In dieser Rezension ebenfalls besprochen:
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