Weiße Nacht

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Kurzbeschreibung des Verlags:

Stell dir vor, du findest ihn. Den einen. Den einzigen. Deinen Lebensmenschen.
Thomas führt ein völlig normales Leben, bis er den Menschen findet, der seine Welt ins Schwanken bringt. Von ihm fühlt er sich das erste Mal wirklich erkannt und angenommen, er ist angekommen. Mit ihm zusammen scheint nichts unmöglich. Plötzlich steht ihm die Welt offen. Als Fänger und Gefangener wird er seiner Rolle als ewiger Ziehsohn mehr als gerecht. Bis ein Abend wieder alles unerwartet verändert. Bis die Sonne vom Himmel fällt.David Schalko entwirft in seinem neuen Prosaband ein fantastisch entrücktes Panorama zwischen Abenteurerromantik und Popesoterik. Einer Laterna magica gleich werden Bubenträume ausgeleuchtet, in denen ein skurriles Figurenarsenal zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit in die Abgründigkeit taumelt. Ein Roman über zwei politische Lebensmenschen. Über Winnetou und Old Shatterhand, Siegfried und Roy, Michael Jackson, die Kennedys, Ron Hubbard, Holden Caulfield, Davidianer, Star Wars, Parapsychologie und vieles mehr.

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FALTER-Rezension

Ich erinnere mich genau. Der bewölkte Himmel, die Gulaschkanone, sein blauer Regenschirm, der Trachtenjanker, die Joop-Jeans, das rosa Hemd und dass er noch immer meinen Namen wusste. ,Thomas, schön, dass du da bist.' Ein Zeitlupenmoment, wie wir später sagten. (...) Und ich wich nicht mehr von seiner Seite." So beginnt David Schalkos (Jg. 1973) neues Buch "Weiße Nacht". Auffälligerweise nicht als Roman ­gekennzeichnet, erzählt es die Geschichte einer homoerotisch gefärbten Männerfreundschaft und Seelenverwandtschaft – präziser: ebenjener Seelenverwandtschaft zweier Lebens­menschen, die Österreich im Vorjahr so stark beschäftigt hat.
Stefan Petzner heißt bei Schalko Thomas, für Jörg Haider braucht es keinen Namen. Er ist einfach da – als Lichtgestalt, die auch mit Tieren sprechen kann, als Heilsbringer und Erlöser. Vom Turm des Strandbads aus stellt er seinem Volk die Frage: "Wollt ihr die bedingungslose gute Laune?" Beim Schwur unter Getreuen wird Udo Jürgens gesungen: "Denn immer, immer wieder geht die Sonne auf ..." Dazwischen bekommt Novize Thomas pseudobuddhistische Weisheiten eingebläut: "Nur wer nicht bei sich ist, sucht. Und wer sucht, der wird nicht finden."
Wer sich einen Schlüsselroman über Petzner, Haider und Kärntner Verhältnisse erwartet hat, den wird "Weiße Nacht" enttäuschen. Es geht hier nicht darum, wie die Beziehung der beiden Männer ausgesehen haben mag, und Haiders Todesfahrt wird nur am Rande gestreift. Vielmehr legt es der Autor darauf an, unter Einbeziehung von Elementen verschiedenster Trashgenres (Heimatroman, Groschenroman, esoterische Ratgeber) sowie der Werke Karl Mays die Faszination zu begreifen, die rechte Demagogen auf viele ausüben. Sie bedienen sich dabei der Strategien der Popkultur: Die grelle Inszenierung des Projekts "Endless Summer" soll die Dunkelheit auf ewig vertreiben. Das totale Glück!
Dass "Weiße Nacht" beim Lesen ziemlich gaga macht, ist vom Autor wohl intendiert. Man möchte ihm allerdings wünschen, dass sein Sprachgefühl von diesem Experiment keinen Knacks erlitten hat.

Sebastian Fasthuber in Falter 40/2009 vom 02.10.2009 (S. 19)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783707602913
Ausgabe 1., Aufl.
Erscheinungsdatum 24.09.2009
Umfang 136 Seiten
Genre Belletristik/Erzählende Literatur
Format Hardcover
Verlag Czernin
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