Verschwörungen

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Kurzbeschreibung des Verlags:

Wie funktionieren Verschwörungstheorien? Umberto Eco über die historischen Wurzeln von Querdenkern und Co.
Der Verschwörungskult um QAnon fabuliert von einer Elite, die das Blut gefolterter Kinder trinke. Selbsternannte Skeptiker wettern gegen vermeintliche Impfkartelle. Andere wähnen sich mitten in Deutschland in einer versteckten Diktatur. Auch wenn sie in immer neuer Gestalt daherkommen, Verschwörungstheorien durchziehen die Geschichte. Dabei verlaufen sie stets nach demselben Muster – das kaum jemand so treffend erkannt und brillant beschrieben hat wie Umberto Eco. In beständigem Ringen mit Antisemitismus, Esoterik und Pseudowissenschaft hat er schon lange vor der aktuellen Flut an Verschwörungstheorien deren überzeitliche Strukturen freigelegt. Eco fehlt – sein Werk ist gültig und aktuell wie nie.

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FALTER-Rezension

Verschwörungen, lustvoll geknackt von Umberto Eco

Umberto Eco (1932–2016) hatte es immer schon mit Verschwörungen. Als Semiotiker von Weltruf beschäftigte er sich damit, als Sammler trug er unzählbare Bücher zum Thema zusammen, seine Romane spielen mit diesem Interesse. Nun bringt Ecos deutscher Verlag mit „Verschwörungen“ eine Sammlung von drei bereits in anderen Bänden veröffentlichten Vorträgen heraus. Die Texte – „Komplotte, Verschwörungen, Konspirationen“, „Fiktive Protokolle“ und „Imaginäre Astronomien“ – befassen sich mit Mythen, Fälschungen und dem komplizierten Zusammenspiel von Wahrheit und Fiktion.

Dem Universalgelehrten Eco war zwar bewusst, dass Verschwörungstheorien im Digitalen ihr ideales Medium gefunden haben. Neu aber ist die Wirkmacht von Verschwörungsmythen nicht, und das zeigt er eindrücklich in dem ersten dieser drei Essays.

Mit seiner Neugierde und seinem Wissensdurst liest Eco sich durch die Literatur- und Kulturgeschichte vieler Jahrhunderte von Thomas von Aquin bis zu Dan Brown. Er vermag es, ungeahnte Querverbindungen herzustellen – und das mit einer geradezu schelmischen Leichtigkeit. Anders aber als beim Verschwörungstheoretiker ergeben diese wilden Verknüpfungen sogar Sinn.

Anhand vieler Beispiele beschreibt er die Mechanismen von Verschwörungstheorien und fiktiven Erzählungen: Wer dafür anfällig ist, leugnet offensichtliche Erklärungen. Die Wahrheit nämlich könnte allzu schmerzhaft sein. Inexistente Gefahren werden solcherart aufgebauscht, reale hingegen geraten aus dem Blick. Eco vollzieht nach, wie erfundene Geschichten, sind sie einmal in der Welt, kaum noch widerlegt und schon gar nicht aus dem kollektiven Gedächtnis gelöscht werden können.

Umberto Eco selbst tritt hier nicht als Theoretiker auf. Was er zu zeigen versucht, vermittelt sich über Anekdoten, Geschichten, Recherchen. Wer also eine analytische Studie über Verschwörungen lesen will, ist bei ihm an der falschen Adresse. Wer durch seine Erzählungen aber bestimmte Muster erkennt, hat schon alles begriffen.

Ulrich Rüdenauer in Falter 42/2021 vom 22.10.2021 (S. 34)

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Produktdetails
Mehr Informationen
ISBN 9783446271432
Erscheinungsdatum 23.08.2021
Umfang 128 Seiten
Genre Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Gesellschaft
Format Hardcover
Verlag Hanser, Carl
Übersetzung Burkhart Kroeber, Martina Kempter
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